Fußballstadion Graz - Modernisierung mit weniger Mitteln

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von Agenturen

Stadion Graz-Liebenau soll anhand neuer Studie modernisiert werden

Bild: APA/APA/ERWIN SCHERIAU/ERWIN SCHERIAU


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Die vertiefte Machbarkeitsstudie zur Modernisierung des Fußballstadions Graz-Liebenau wird zwar erst von der Stadtbaudirektion mit 11. Mai abgeschlossen, man könne aber schon sagen, dass man innerhalb des von Stadt Graz und Land Steiermark vorgegebenen Kostenrahmens von 60 bis 70 Millionen Euro bleibe. Dies teilte die Stadt Graz am Donnerstag mit. Rund 20.100 Zuschauerplätze wären möglich, was eine UEFA-taugliche Lösung wäre. Die Studie sei mit SK Sturm und GAK abgestimmt.

Das modernisierte Stadion soll künftig für Bundesligaspiele und internationale UEFA-Bewerbe geeignet sein, rund 15.700 Sitzplätze bieten und durch flexible Steh-/Sitzplatzlösungen auf etwa 20.100 Plätze erweitert werden können. Ein neuer Hospitality- und Skyboxbereich (VIP-Bereich) ist für rund 1.700 Gäste vorgesehen. Durch die Absenkung des Spielfeldes und den Wegfall des Stadiongrabens entstehe deutlich mehr Stadionatmosphäre. Es kommen neue Kiosk-, Sanitär- und Gastrobereiche, zudem wird die Anlage barrierefrei ausgebaut. Fanströme sollen sich besser trennen lassen. Dazu kommen neue Medien- und Kamerabereiche, Schallschutzmaßnahmen sowie eine umfassende Erneuerung der haustechnischen und elektrotechnischen Infrastruktur.

Für Grazer Stadtpolitik ist nun Land Steiermark am Zug

KPÖ-Bürgermeisterin Elke Kahr sagte, "das ist das, was für uns - mit großer Kraftanstrengung - machbar ist. Die Vorbereitung des schlanken Umbaukonzepts ist nun abgeschlossen, dem Grundsatzbeschluss im Gemeinderat steht nichts mehr im Wege. Jetzt brauchen wir noch ein solides Betriebskonzept und vor allem das Land mit an Bord." Vizebürgermeisterin Judith Schwentner (Grüne) hob u. a. hervor, dass man alle Beteiligten an einen Tisch gebracht habe. Nun sei das Land gefordert. SPÖ-Vorsitzende Doris Kampus sagte u. a., als zweitgrößte Stadt Österreichs habe man den Anspruch, entsprechende Infrastruktur bereitzustellen. Nun seien das Land und Landeshauptmann Mario Kunasek (FPÖ) am Zug.

Im Unterschied zur ersten Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2025 stand diesmal die Frage im Fokus, was sich mit den vorhandenen Mitteln tatsächlich umsetzen lasse. Die erste Studie habe gemeinsam mit Sturm und GAK einen Vollausbau des Stadions mit rund 23.000 Zuschauerplätzen, 2.000 Hospitality-Plätzen sowie voller Eignung für internationale Großveranstaltungen und Länderspiele vorgesehen. Technisch wäre dies umsetzbar gewesen, doch die geschätzten Kosten lagen bei rund 120 Millionen Euro plus etwa 30 Millionen Euro für notwendige Grundstücksankäufe.

Große Teile des Bestands sollen erhalten bleiben

Geplant ist nun keine massive Erweiterung, sondern ein umfassender Zu- und Umbau des bestehenden Stadions. Große Teile der heutigen Struktur - insbesondere die Tribünen im Norden, Osten und Süden inklusive Dach - könnten erhalten bleiben. Kostspielige Grundstücksankäufe sind nicht notwendig. Erarbeitet wurde die Studie unter Leitung der Stadtbaudirektion gemeinsam mit der Stadion Graz Liebenau GmbH, externen Fachkonsulenten - darunter das Architekturbüro Wimmer ZT GmbH - sowie den beiden Vereinen. Begleitet wurde der Prozess von einem Lenkungsausschuss mit Vertretern aller relevanten Stellen. Detailfragen zu Genehmigungen und Bewilligungsverfahren könnten erst im Zuge konkreter weiterer Planungsschritte beurteilt werden.

In der nächsten Gemeinderatssitzung soll nun ein Grundsatzbeschluss für die weitere Projektentwicklung gefasst werden. Die Finanzdirektion soll dabei gemeinsam mit dem Land, den Vereinen und der Stadion Graz Liebenau GmbH die wirtschaftlichen Grundlagen für ein nachhaltiges Betriebskonzept erarbeiten sowie die notwendigen vertraglichen Rahmenbedingungen und Nutzungsrechte vorbereiten. Die Stadtbaudirektion werde anhand der Machbarkeitsstudie und der wirtschaftlichen Vorgaben einen Planungsbeschluss für Herbst 2026 vorbereiten.

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