Greenpeace-Report bemängelt europäisches Transportsystem

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von Agenturen

Deutliche Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Gebieten

Bild: APA/APA/THEMENBILD/ROLAND SCHLAGER


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Ein aktueller Greenpeace-Report stellt Europas öffentlichem Verkehrssystem ein schlechtes Zeugnis aus. Die Studie LINK des Ökoinstituts besagt, dass sich mehr als die Hälfte der Menschen in Europa von Bus und Bahn abgeschnitten fühlen. Österreich hat vor allem im ländlichen Bereich deutlichen Aufholbedarf, zeigte sich. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace fordert daher einen starken Ausbau des öffentlichen Verkehrs im ländlichen Raum, teilte sie am Dienstag mit.

Dass mehr als 50 Prozent der Menschen öffentliche Verkehrsmittel nicht regelmäßig nutzen, liege vor allem an fehlenden Angeboten, zu teuren Preisen und fehlender Barrierefreiheit, so die Ergebnisse. In Österreich zeigen sich die Mängel besonders im ländlichen Raum. "In Ländern wie Österreich, Kroatien und Rumänien bestehen große Unterschiede zwischen ländlichen und städtischen Gebieten, und Probleme mit der Erreichbarkeit sind wahrscheinlich auf den allgemeinen Mangel an Verkehrsinfrastruktur im ländlichen Raum zurückzuführen", heißt es in dem Report mit dem Titel "Access Denied: Transport Poverty in Europe".

Im Rahmen der Studie wurden Menschen über ihren Zugang zum öffentlichen Nahverkehr befragt. Dabei wurden Faktoren wie Verfügbarkeit, Zugänglichkeit, Erschwinglichkeit und Angemessenheit der Verkehrsangebote bewertet. Verkehrsarmut wird dabei als Situation definiert, in der eine Person oder ein Haushalt nicht in der Lage ist, ein gesellschaftlich erforderliches Maß an Mobilität zu erreichen.

Landbevölkerung bemängelt Verbindungen

Das Stadt-Land-Gefälle im öffentlichen Nahverkehr zeigt sich in Österreich besonders deutlich. Fast 28 Prozent bemängeln am Land zu seltene Verbindungen, unpassende Fahrpläne oder fehlende öffentliche Optionen. In Städten sind es hingegen nur 1,5 Prozent der Bevölkerung.

Greenpeace fordert daher einen massiven Ausbau der öffentlichen Verkehrsangebote in ganz Österreich. Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) müsse sicherstellen, dass jede österreichische Gemeinde ein klimafreundliches, leistbares und regelmäßiges Öffi-Angebot hat. "Mit dem weiteren Ausbau von Schnellstraßen bindet Verkehrsminister Hanke hunderttausende Menschen ans Auto fest", kritisierte Marc Dengler, Klima- und Energieexperte bei Greenpeace in Österreich, in einer Aussendung.

"Dabei zeigt sich gerade jetzt bei den explodierenden Spritpreisen, wie wichtig es ist, problemlos auf Bus- und Bahnangebote umsteigen zu können", sagte er weiter. Statt Milliarden in den Bau neuer Schnellstraßen zu versenken, müsse der Verkehrsminister den Menschen in Österreich bezahlbare, sichere und klimafreundliche Öffis anbieten, wünscht sich Dengler. "Dafür müssen auch bereits eingestellte Regionalbahnen von den Bundesländern reaktiviert und die Fahrpläne im ländlichen Raum verdichtet werden", forderte er.

Lobend erwähnt

In dem Bericht gibt es aber auch lobende Worte - und zwar für Wien. Dort sei es dem öffentlichen Verkehrsunternehmen gelungen, "einen umfassenden barrierefreien Zugang zu den öffentlichen Verkehrsmitteln zu gewährleisten". Der gesamte Bus- und U-Bahn-Verkehr sei dank Rampen, Aufzügen und erhöhten Fahrbahnflächen barrierefrei, würdigt der Greenpeace-Report.

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