Greenpeace will Asbest-Krisenstab und Entsorgungsstellen

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von Agenturen

Belastete Steinbrüche könnten laut Greenpeace Deponien werden

Bild: APA/APA/GREENPEACE/MITJA KOBAL


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Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat am Mittwoch in Zusammenhang mit den Asbestfunden im Burgenland, aber auch in der Steiermark, in Niederösterreich und in Ungarn die Einrichtung eines Krisenstabs auf Bundesebene und die Schaffung von Entsorgungsmöglichkeiten gefordert. Die vier burgenländischen Steinbrüche, die seit Jahresbeginn wegen einer Asbestbelastung behördlich gesperrt sind, könnten etwa zu Deponien umfunktioniert werden, schlug Sprecher Stefan Stadler vor.

Die betroffenen Steinbrüche hätten pro Jahr rund eine Million Tonnen asbesthaltiges Gestein produziert. Entsprechend groß sei die Menge an ausgebrachtem Material, das nun entfernt werden sollte, meinte Stadler. "In Österreich gibt es nicht genügend Asbestdeponien, um das zu entsorgen." Greenpeace schlägt deshalb die Steinbrüche zur Lagerung vor. Zur finanziellen Unterstützung von betroffenen Privatpersonen und Gemeinden, die sanieren oder Material entsorgen müssen, brauche es einen Hilfsfonds, forderte Stadler. Auch der Katastrophenfonds könne für diesen Fall geöffnet werden.

Szombathelys Vizebürgermeister will mehr Infos aus Österreich

Eine erhöhte Asbestbelastung wurde zuletzt auch an mehreren Standorten in der ungarischen Stadt Szombathely festgestellt, berichtete der dortige Vizebürgermeister László Győző. Er forderte mehr Informationen aus Österreich. Bisher habe die Stadt von den österreichischen Behörden kaum befriedigende Auskünfte erhalten, meinte er. Am größten sei die Belastung bei einer 17 Kilometer langen Schotterstraße in einem Stadtteil, der derzeit weiterentwickelt werde.

Als Gegenmaßnahme wurden Verkehrsbeschränkungen und Sperren eingerichtet. Die Straßen werden mit Wasser oder Kalziumchlorid benetzt, um die Staubentwicklung und damit die Freisetzung von Asbestfasern zu reduzieren, erläuterte Győző. Weitere Möglichkeiten seien, den Schotter abzudecken oder mit einer Schicht aus Bitumen zu versehen. Gleichzeitig sei man dabei, den Gesundheitsnotstand auszurufen und habe Anzeige erstattet, sagte der Vizebürgermeister.

Asbestfasern können über die Atemluft in die Lunge gelangen und sich dort in das Gewebe bohren und in den Schleimhäuten festsetzen, sagte die ungarische Lungenfachärztin Edit Hidvégi. Sie können nicht ausgeschieden werden und verursachen langfristig oft chronische Entzündungen. Erkrankungen wie Lungenfibrose oder bösartige Tumore können die Folge sein.

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