Hormuz-Passage: Schifffahrt misstraut Politik

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von Agenturen

Normalisierung des Schiffsverkehrs nicht in Sicht

Bild: APA/APA/AFP/-


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In der für den globalen Energiehandel wichtigen Straße von Hormuz ist eine rasche Normalisierung des Schiffsverkehrs nach Einschätzung von Datenanbietern und Branchenbeobachtern nicht in Sicht. Wie CNN unter Berufung auf Verkehrsdaten berichtet, passierten seit der offiziellen Freigabe durch Teheran fünf Frachtschiffe und ein leeres Kreuzfahrtschiff die Meerenge, jedoch keine Öltanker. Am Freitag hatte der Iran die Meerenge wieder geöffnet, die US-Blockade blieb aufrecht.

Nach Einschätzung von John-Paul Rodriguez, Experte für Seeschifffahrt an der Texas A&M University, halten widersprüchliche Statusmeldungen Reedereien von der Durchfahrt ab. Rodriguez sagte dem Sender Al Jazeera: "Seit der Ankündigung haben Schiffe versucht, die Meerenge zu passieren ... aber es sieht so aus, als würden viele von ihnen umkehren, weil die Lage unklar ist." Große Reedereien würden sich wahrscheinlich nicht wohl dabei fühlen, die Meerenge zu durchfahren, bis die "derzeitige iranische Sperre vollständig aufgehoben" sei.

Der Analysedienst Kpler schrieb auf der Plattform X, dass die politischen Ankündigungen beider Seiten stark von der operativen Realität abwichen. Eine Rückkehr zur Normalität und die Wiederherstellung des Vertrauens der Versicherungsmärkte werde Monate in Anspruch nehmen.

Der Iran hatte die Wasserstraße nach Beginn der militärischen Auseinandersetzungen mit Israel und den USA am 28. Februar 2026 gesperrt. Zwar erklärte Außenminister Abbas Araqchi am Freitag, die Passage sei im Zuge der Waffenruhe für den Handel geöffnet. Teheran knüpft dies jedoch an Bedingungen. Schiffe müssen eine Genehmigung der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) einholen und auf fest vorgegebenen Routen verbleiben. Unklar ist, ob sie auch eine Maut zahlen müssen.

USA halten an Blockade fest

Parallel dazu halten die USA an ihrer Seeblockade fest, die nur für Schiffe mit Start- oder Zielhafen im Iran gilt. Sie bleibe "bis zum vollständigen Abschluss unserer Vereinbarungen mit dem Iran" bestehen, schrieb US-Präsident Donald Trump auf der Plattform Truth Social. In Teheran sorgte das für Empörung.

Der Iran drohte daraufhin mit der erneuten Schließung der Straße von Hormuz, sollte die US-Blockade iranischer Häfen andauern. "Mit der Fortsetzung der Blockade wird die Straße von Hormuz nicht offen bleiben", schrieb Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf auf der Plattform X. Die Durchfahrt durch die für den globalen Öl- und Gasmarkt wichtigen Meerenge erfolge auf der vom Iran "festgelegten Route" und mit "iranischer Genehmigung", fügte Teherans Chefunterhändler hinzu.

Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ismail Baghai, drohte den USA. "Die sogenannte Seeblockade stellt einen Verstoß gegen die Waffenruhe dar und wird eine angemessene Reaktion des Irans zur Folge haben", sagte er der Nachrichtenagentur Tasnim zufolge. Ghalibaf schrieb, ob die Straße geöffnet oder geschlossen sei und welche Bestimmungen gelten, werde vor Ort entschieden, "nicht durch soziale Medien". Trump habe falsche Behauptungen aufgestellt. Damit würden die USA auch in Verhandlungen nicht weiterkommen.

Feuerpause bis Mittwoch

Derzeit laufen Bemühungen unter Vermittlung Pakistans, um die bis Mittwoch geltende Feuerpause zu verlängern und eine umfassende Einigung auch im Streit über das iranische Atomprogramm anzubahnen. Trump rechnet in den nächsten Tagen mit einem Abkommen. "Die Gespräche laufen" und würden über das Wochenende fortgesetzt, sagte er Reportern. Laut unbestätigten US-Medienberichten könnten die Unterhändler am Montag in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad zu einer neuen Verhandlungsrunde zusammenkommen.

Eine erste Gesprächsrunde war dort am vergangenen Wochenende ohne konkrete Ergebnisse geendet. Pakistan bereitet sich auf weitere Verhandlungen bereits vor.

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