Irans Revolutionsgarden melden Tod ihres Geheimdienstchefs

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von Agenturen

Majid Kademi wurde "im Morgengrauen" getötet

Bild: APA/APA/KHAMENEI.IR/HANDOUT


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Irans Revolutionsgarden haben den Tod ihres Geheimdienstchefs bei einem US-israelischen Angriff gemeldet. Majid Khademi sei "im Morgengrauen" getötet worden, teilten die Revolutionsgarden am Montag mit. Unterdessen setzten die USA und Israel ihre Luftangriffe im Iran in der Nacht auf Montag fort. Bei einem Bombardement südwestlich von Teheran starben mindestens 19 Menschen, in der Stadt Qom im Zentrum des Landes fünf. Unter den Opfern seien auch sechs Kinder gewesen.

Die israelische Armee teilte später mit, es sei am Sonntag in Teheran auch der Kommandant einer Spezialeinheit der Al-Quds-Brigaden der iranischen Revolutionsgarden getötet worden. Die Al-Quds-Brigaden sind die Auslandseinheit der iranischen Elitestreitmacht, deren offizielle Aufgabe es ist, im Ausland verdeckte Operationen auszuführen. Der Kommandant Asghar Bagheri sei an Angriffen beteiligt gewesen, die auf israelische und amerikanische Personen weltweit abzielten, hieß es in der Mitteilung der Armee. Er habe unter anderem auch Terroranschläge auf israelische Ziele geplant. Die Vorwürfe lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Der Iran meldete indes einen neuen Angriff auf die Gasindustrie am Persischen Golf. Die Nachrichtenagentur Fars berichtete von mehreren Explosionen nahe einer Raffinerie in der Küstenstadt Asaluyeh in der Provinz Bushehr. Die Provinz gilt als Herz der iranischen Gasindustrie. Bereits Mitte März war sie Ziel israelisch-amerikanischer Luftangriffe.

Der Iran meldete zudem weitere Bombardierungen im Landeszentrum. Ziel sei ein petrochemischer Komplex in der Stadt Marvdasht rund 45 Kilometer nordöstlich der Metropole Shiraz gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim. Ein Feuer sei ausgebrochen, aber bereits unter Kontrolle, hieß es.

Angriffe von drei Seiten auf Israel

Israel wurde am Montag gleichzeitig aus dem Iran, dem Libanon und dem Jemen angegriffen. Im Großraum Tel Aviv heulten bei Raketenangriffen aus dem Iran erneut die Warnsirenen, Menschen hielten sich in Schutzräumen auf. Die Küstenstadt Eilat im Süden des Landes wurde indes nach Medienberichten von Drohnen angegriffen, die aus dem Jemen geschickt worden waren. Dabei sei niemand verletzt worden. Zudem habe es auch im Norden des Landes Angriffe durch die libanesische Hisbollah-Miliz gegeben.

Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar ist es bereits mehrmals zu gleichzeitigen, offenbar koordinierten Angriffen der Verbündeten Iran, Hisbollah und der Houthi-Miliz auf Israel gekommen.

Gemeinsame Liste strategischer Ziele mit den USA

Die "Jerusalem Post" berichtete, Israel und die Vereinigten Staaten hätten eine umfassende Liste strategischer Ziele ausgearbeitet, die im Iran angegriffen werden sollten, falls die Islamische Republik die Anforderungen des Ultimatums von US-Präsident Donald Trump nicht erfülle.

Trump droht seit längerem damit, iranische Kraftwerke sowie die iranische Infrastruktur anzugreifen, sollte Teheran nicht die Straße von Hormuz für den Schiffsverkehr öffnen oder einem Abkommen zustimmen. Ein Ultimatum in der Frage verschob er offenbar ein drittes Mal, auf Dienstagabend, 20.00 Uhr US-Ostküstenzeit (2.00 Uhr in der Nacht auf Mittwoch mitteleuropäischer Zeit).

Die Armeen Israels und der USA hätten sich in der Frage bereits abgestimmt, schrieb die "Jerusalem Post". Israel favorisiere Angriffe auf den Energiesektor und die nationale Infrastruktur des Iran und warte auf "grünes Licht" vonseiten der USA. Ein israelischer Regierungsvertreter sagte der Zeitung, Angriffe auf Energieanlagen würden zum "totalen wirtschaftlichen Zusammenbruch des Iran" führen und die Stabilität des iranischen Machtapparats erheblich schwächen.

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EU-Ratspräsident: Angriffe auf zivile Ziele sind "illegal"

EU-Ratspräsident António Costa verurteilte angesichts der jüngsten Drohungen von US-Präsident Donald Trump im Iran-Krieg jegliche Angriffe auf zivile Ziele. "Jeder Angriff auf zivile Infrastruktur, insbesondere auf Energieanlagen, ist illegal und inakzeptabel", erklärte Costa am Montag in Onlinediensten. "Das gilt für den Krieg Russlands in der Ukraine und das gilt überall."

Die iranische Zivilbevölkerung sei "das Hauptopfer des iranischen Regimes", fuhr Costa fort. Sie wäre auch "das Hauptopfer einer Ausweitung des Militäreinsatzes".

Die Europäische Union fordere Teheran dazu auf, Angriffe auf Länder in der Region "unverzüglich einzustellen" und die uneingeschränkte Durchfahrt durch die de facto gesperrte Straße von Hormuz zu ermöglichen, erklärte Costa weiter. "Nach fünf Wochen Krieg im Nahen Osten ist klar, dass nur eine diplomatische Lösung die Ursachen beseitigen kann."

Angriffe auf Golfstaaten gehen weiter

Fünf Wochen nach Beginn des Iran-Krieges gehen indes die Angriffe auf die Golfstaaten weiter. In Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde nach einem Angriff auf eine Industrieanlage eine Person durch Trümmerteile eines abgeschossenen Geschosses verletzt, wie das zuständige Medienbüro am Montag auf X mitteilte. Das emiratische Verteidigungsministerium teilte am Nachmittag (Ortszeit) mit, an diesem Tag bisher zwölf ballistische Raketen, zwei Marschflugkörper und 19 Drohnen abgefangen zu haben. Dabei seien insgesamt vier Personen verletzt worden.

In Kuwait wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Vormittag (Ortszeit) im Norden des Landes Geschosse aus dem Iran abgefangen und sechs Menschen durch herabfallende Trümmerteile verletzt.

Auch Saudi-Arabien meldete Angriffe. Das Verteidigungsministerium teilte am Montag auf X mit, zwei Drohnen seien abgefangen worden. Der Ort wurde nicht genannt. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Athen schoss eine griechische Patriot-Batterie eine Drohne in der saudischen Hafenstadt Janbu am Roten Meer ab. Die Entsendung der griechischen Patriot-Batterie nach Janbu geht auf eine bilaterale Vereinbarung zwischen Griechenland und Saudi-Arabien aus dem Jahr 2021 zurück.

Jordanien meldete darüber hinaus, neun Vorfälle, die in Verbindung mit Angriffen standen. Das Militär habe mindestens zwei Drohnen abgefangen, eine dritte sei auf jordanischem Boden gelandet. Bei den Vorfällen seien zwei Personen verletzt worden.

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