ÖTV-Trio greift am Dienstag in Linzer Turnier ein
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von AgenturenGrabher führt ÖTV-Quartett in Linz an
Bild: APA/APA/UPPER AUSTRIA LADIES LINZ/MATTHIAS HAUER
Der Dienstag nach Ostern wird zum Österreicherinnen-Tag beim Upper Austria Ladies in Linz. Jungstar Lilli Tagger, Julia Grabher und Sinja Kraus bestreiten ihre Auftaktmatches beim WTA500-Turnier im Design Center, das erstmals auf Sand ausgetragen wird. Erst am Mittwoch hat Neo-Österreicherin Anastasia Potapova ihren ersten Einsatz. Grabher trifft auf die aufstrebende Philippinin Alexandra Eala, Kraus auf Sorana Cirstea (ROU-5) und Tagger auf Ex-Nummer 2 Paula Badosa.
Der Schauplatz ist der gleiche, die Voraussetzungen sind doch komplett anders. Österreichs einziges WTA-Turnier, das dieses Jahr sein 35-Jahr-Jubiläum feiert, wird erstmals auf Sand ausgetragen. Fast neu fühlt sich auch der rot-weiß-rote Anteil im Hauptfeld an, denn vier Österreicherinnen im Hauptbewerb, das hat es zuletzt vor 18 Jahren gegeben.
Großes Interesse an Taggers Linz-Premiere
Lilli Tagger hätte am Ostermontag ihre Premiere im Design Center im Doppel an der Seite von Potapova fast gewonnen, am Ende verlor das Austro-Duo nach vier vergebenen Matchbällen. "Schon bitter, dass wir verloren haben, aber die Stimmung war ein Wahnsinn zum Schluss", erklärte Tagger, die den Center Court vor dem Duell gegen Badosa am Dienstag (nicht vor 16.00 Uhr/live ORF 1) schon gut testen konnte. "Es ist nicht wahnsinnig schnell und gewöhnungsbedürftig. Es ist eher anstrengend zu spielen, weil die Ballwechsel recht lang sind. Man muss es taktisch klug angehen."
Den Hype um ihre Person kriegt sie freilich mit. "Man merkt es schon mittlerweile ein bisserl. In einer Hinsicht ist es ein gutes Zeichen, weil du merkst, dass du auf dem richtigen Weg bist. Auf der anderen Seite muss man lernen, damit umzugehen, dass es dich nicht überrumpelt", weiß die im Februar erst 18 gewordene Osttirolerin, die seit Jahren in Varese mit Francesca Schiavone trainiert. "Aber wenn Kinder wegen Selfies auf dich zukommen, kann man fast nicht nein sagen, oder?", sagt sie lachend.
Tagger wuchs noch einen Zentimeter
Ihre Wildcards in Indian Wells und Miami hat sie mit Erstrundensiegen sehr gut genutzt. "Ich habe extrem viele Erfahrungen gesammelt und viel gelernt." Mit Badosa hat Tagger in der Saisonvorbereitung in Dubai trainiert. "Sie ist noch immer eine Wahnsinnsspielerin. Wir haben uns ein bisserl was von ihr angeschaut. Wir werden probieren, taktisch mein Spiel auf ihre Schwächen einzustellen."
Gegen die ehemalige Nummer zwei der Welt, die nach Rückenproblemen und auch mentalen Schwierigkeiten auf Platz 102 abgerutscht ist, ist sie freilich Außenseiterin. Die Spanierin hält einiges von Tagger. "Eine sehr, sehr talentierte Spielerin. Ich mag ihr Spiel und erwarte ein hartes Match. Ich freue mich darauf, denn ich spiele gerne gegen die jungen zukünftigen Stars", sagte Badosa am Montag.
Für Tagger fühlt es sich "fast noch ein bisschen eigenartig" an, nun Teil der WTA-Tour zu sein, gesteht sie. "Hab' ich jetzt wirklich gerade mit der geredet?", hat sie sich öfters gefragt. "Aber es ist das, was ich immer wollte." Tagger ist wortwörtlich mit der Aufgabe gewachsen, hat sie doch zuletzt einen weiteren Zentimeter zugelegt und misst nun stolze 1,87 Meter. "Ja, das war unerwartet, hoffentlich reicht's jetzt dann", sagte sie und lachte.
Grabher von Wadenverletzung erholt
Aktuelle ÖTV-Nummer eins ist Grabher und sie spielt erstmals gegen den philippinischen Jungstar Eala. Letztere war im Vorjahr in Miami u.a. mit Siegen über Iga Swiatek und Madison Keys bis ins Halbfinale gestürmt. Grabher, die sich von einer Wadenzerrung erholt hat, freut sich auf die Rückkehr in Linz auf neuem Untergrund. "Es ist mein Lieblingsbelag. Der Platz fühlt sich gut an. Ich bin guter Dinge", sagte die 29-jährige Vorarlbergerin. Die vergangenen Wochen mit der in der Türkei erlittenen Verletzung seien alles andere als nach Wunsch verlaufen. "Es hat länger gedauert als erwartet, aber ich habe in den letzten zwei Wochen gut trainiert, aber natürlich fehlen mir die Matches."
Ihre Gegnerin kennt sie ein wenig. "Mal schauen, wie sie auf Sand spielt, sie ist eine gute Kämpferin. Wenn ich zu meinem Spiel finde, habe ich auf jeden Fall gute Chancen", glaubt die derzeitige Nummer 89 im WTA-Ranking. Vom Papier her ist sie gegen die Nummer 46 Außenseiterin.
Interne ÖTV-Konkurrenz pusht Grabher & Co.
Gleich vier ÖTV-Spielerinnen im Hauptbewerb, diesen Umstand sieht Grabher mit Freude. "Für Österreich und vor allem fürs Frauentennis ist es sehr positiv. Unter uns ist es auch gut, ein bisserl Konkurrenzkampf zu haben. Das pusht jeden ans Limit", verrät Grabher, die von Günter Bresnik gecoacht wird. Doppel spielt sie in Linz mit Sinja Kraus.
Letztere hat kürzlich kurzfristig erstmals die Top 100 geknackt. "Es war ja ein großes Ziel, das ich mir gesetzt habe, leider habe ich dann direkt wieder ein paar Punkte verloren", meinte die 24-jährige Wienerin. Sie wisse nun, dass sie es auch wieder schaffen kann, so Kraus, die sich vor Linz auf Platz 119 findet. Da die Frist für den Direkteinzug in den Grand-Slam-Hauptbewerb der French Open nach Linz endet, wäre ein gutes Abschneiden freilich ihr Wunsch.
Mit der 35-jährigen Cirstea hat sie eine sehr routinierte Gegnerin. "Es ist kein leichtes Los für mich. Sie spielt ja ihre letzte Saison auf der Tour, deswegen versuche ich, sie schnell nach Hause zu schicken", meinte Kraus frech.
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