Keine Ruhe für Waldbrand-Einsatzkräfte im Lesachtal
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von AgenturenIm Lesachtal beginnt für die Bodentruppen die Knochenarbeit
Bild: APA/APA/LM MATTHIAS WARMUTH/LM MATTHIAS WARMUTH
Im Lesachtal hat sich die verheerende Waldbrand-Situation zwar etwas entspannt - von einem "Brand aus" kann aber noch lange keine Rede sein. Denn auch wenn es im Brandgebiet nur noch stellenweise raucht, beginnt für die hunderten Feuerwehrleute nun die Knochenarbeit - denn Glutnester müssen ausgegraben und händisch abgelöscht werden. Ein Lokalaugenschein.
Im idyllischen Lesachtal könnte es ein wunderschöner Frühlingstag sein. Wenn da nicht die Geräuschkulisse wäre. Fast im Minutentakt stürzen sich Polizei- und Bundesheerhubschrauber in die Tiefe, füllen ihre Wassertanks in eigens bereitgestellten Becken auf und machen sich auf den Weg in das Gebiet, in dem vor vier Tagen das Inferno ausbrach.
Harald Ebner vom Spittaler Katastrophenschutzzug lenkt sein Feuerwehrauto sicher über die schmalen Bergstraßen. Entlang der Schotterstraße verläuft ein Feuerwehrschlauch - sechs Kilometer lang ist dieser. Er führt vom Tal bis zu den Stellen, wo noch am vergangenen Mittwoch ein Wald stand. Ganze Bergflanken sind kohlschwarz, nur mehr einzelne Baumgerippe stehen.
Beißender Rauch hängt im Tal
Und auch wenn man stellenweise, in unbeschadetem Gebiet, den Brand nur erahnen kann - sobald man die Autotür öffnet, ist er da. Der beißende Rauchgeruch, den man schon nach wenigen Sekunden nicht mehr aus der Nase bekommt. Für die Feuerwehrleute, die im steilen Gelände hängen, ist das seit Donnerstagnacht der Normalzustand. Das - und der Waldboden, der sich in den vergangenen Tagen in eine Kruste aus verkohltem Holz und Asche verwandelt hat. Immer wieder raucht es aus dem Boden, stellenweise ist ein bedrohliches Knistern zu hören.
"Jetzt kümmern wir uns um die Grünbereiche und die Schwarzbereiche", erklärt Ebner. Die Grünbereiche sind jene, die nicht verbrannt wurden. Diese werden nun von den Hubschraubern angeflogen, die ihre Koordinaten von Flughelfern am Boden bekommen. Sinn und Zweck ist es, sie möglichst feucht zu halten, falls das Feuer wieder aufflammt.
Die Bodentruppen kommen unterdessen in den verkohlten Schwarzbereichen zum Einsatz. Ihre Ausrüstung: Schaufel, Pickel, ein Löschrucksack, Absturzsicherung. Und: FFP2-Masken gegen Staub und Rauch. Mit Wärmebildkameras wird kontrolliert, wo es noch Glutnester gibt. Dieser Bereich wird dann umgegraben und abgelöscht. Und das bei fast schon frühsommerlicher Hitze.
Wie lang der Einsatz noch dauern wird, traut sich niemand zu sagen. Auch hier gilt, wie immer bei solchen Großereignissen: Solange wie nötig.
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