Kiew und Moskau tauschen Gefangene vor Osterwaffenruhe aus

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von Agenturen

Bis Sonntagsende sollen die Waffen schweigen

Bild: APA/APA/Press service of the 93rd Separa/IRYNA RYBAKOVA


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Russland und die Ukraine haben am Samstag vor Beginn einer geplanten Osterwaffenruhe nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau jeweils 175 Kriegsgefangene und 7 Zivilisten freigelassen. Am Samstagnachmittag (16.00 Uhr Ortszeit/15.00 MESZ) soll eine angekündigte 32-stündige Feuerpause beginnen, damit die Christen in der Ukraine und Russland das orthodoxe Osterfest feiern können. Sie endet nach Angaben von Russlands Machthaber Wladimir Putin mit Ablauf des Sonntags.

Der Gefangenenaustausch sei auf Vermittlung der Vereinigten Arabischen Emirate zustande gekommen, hieß es. Russland und die Ukraine haben bereits wiederholt Kriegsgefangene ausgetauscht, zuletzt im März. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, dass neben den Kriegsgefangenen auch sieben Bürger der Russischen Föderation zurückgebracht worden seien, "die vom Kiewer Regime unrechtmäßig festgehalten wurden". Es handle sich um Einwohner der Region Kursk.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte wenig später die Aktion. "175 Soldaten. Soldaten der Streitkräfte, Angehörige der Nationalgarde, Grenzschutzbeamte. Soldaten, Unteroffiziere und Offiziere. Und sieben Zivilisten", teilte er bei Telegram mit. "Unsere Soldaten haben die Ukraine an verschiedenen Fronten verteidigt: in Mariupol, am Tschernobyl-Kraftwerk, in den Gebieten Donezk, Luhansk, Charkiw, Cherson, Saporischschja, Sumy, Kiew und Kursk", sagte Selenskyj. "Unter ihnen sind Verwundete. Die meisten waren seit 2022 in Gefangenschaft. Und endlich - zu Hause."

Kurz vor Waffenruhe vier Tote

Kurz vor der geplanten Waffenruhe wurden ukrainischen Behörden zufolge in Odessa am Schwarzen Meer mindestens zwei Menschen getötet. Bei den Toten handle es sich um eine 38 Jahre alte Frau und einen 32 Jahre alten Mann, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Es habe auch Verletzte, Schäden an zahlreichen Wohnhäusern und an einem Kindergarten gegeben, teilte die Verwaltung der Stadt mit.

In der Stadt Poltawa habe ein "feindlicher Drohnenangriff" ein Geschäft und ein Café getroffen, erklärte die regionale Militärverwaltung. Dabei sei ein Mensch getötet worden, ein weiterer Mensch sei verletzt worden. In der nordöstlichen Region Sumy trafen russische Drohnenangriffe laut der regionalen Militärverwaltung mehrere Wohngebiete. Dabei wurden 14 Menschen verletzt, unter ihnen ein 14-Jähriger und eine 87-Jährige.

Die zentralukrainische Region Dnipropetrowsk habe seit Freitagabend mindestens zehn russische Drohnen- und Artillerieangriffe erlebt. Das berichtet Oleksandr Hanzha, Leiter der regionalen Militärverwaltung. Laut seinen Angaben auf Telegram wurden die Städte Nikopol, Pokrowsk und Marhanez getroffen. Dabei starb ein 67-jähriger Lkw-Fahrer in Nikopol. Die Angriffe lösten ein Feuer aus und beschädigten eine Fabrik, ein Hochhaus und ein Geschäft. In der Stadt Synelnykowe sollen eine Infrastruktureinrichtung und ein privates Haus getroffen worden sein. Verletzte soll es keine geben.

Das russische Verteidigungsministerium sprach Samstag früh von 99 abgeschossenen ukrainischen Drohnen. Zu Treffern oder Schäden machte das Ministerium keine Angaben. In der Stadt Krymsk in der südrussischen Oblast Krasnodar ist der ukrainischen Nachrichtenagentur Ukrinform zufolge in der Nacht von Freitag auf Samstag auf dem Gelände eines Öldepots ein Feuer ausgebrochen. Auslöser des Feuers waren abstürzende Drohnenteile auf dem Gelände. Der Brand sei bis zum Morgen gelöscht worden, teilten die örtlichen Behörden mit. Verletzte gebe es nicht.

Ukrainischer Geheimdienst mahnt zur Vorsicht

Der ukrainische Geheimdienst SBU warnte die Menschen davor, den Ankündigungen Putins zu vertrauen und mahnte zur Achtsamkeit. "Trotz der Erklärungen des Aggressorstaates über eine sogenannte Waffenruhe geben die feindlichen Geheimdienste ihre Pläne nicht auf, arbeiten weiterhin gegen die Ukraine und greifen auf informationspsychologische Spezialoperationen, Provokationen, Terroranschläge und Sabotageakte zurück", hieß es in einer in Kiew veröffentlichten Mitteilung des SBU.

Der Geheimdienst gab an, dass russische Agenten gezielt Konflikte zwischen Vertretern verschiedener Konfessionen und Religionsgemeinschaften schüren wollten. Und es gebe Versuche des Feindes, "Ukrainer für die Vorbereitung von Terroranschlägen und die Steuerung von Luftangriffen auf die zivile Infrastruktur unseres Staates zu rekrutieren", hieß es.

Der SBU rief die Menschen vor dem Osterfest auf, verdächtige Personen und Gegenstände oder Auffälligkeiten zu melden und besonders beim Besuch von Großveranstaltungen wachsam zu sein. Wichtig sei zudem, den Luftalarm bei Angriffen nicht zu ignorieren, bei Gefahr Schutzräume aufzusuchen und sich an die Ausgangssperre zu halten.

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