Messerangriff von London wird als Terrorattacke eingestuft

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von Agenturen

Vorfall in jüdisch geprägtem Viertel Golders Green

Bild: APA/APA/AFP/JUSTIN TALLIS


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Bei einem als Terrorattacke eingestuften Messerangriff in London sind am Mittwoch zwei Menschen verletzt worden. Die beiden Opfer seien Männer jüdischen Glaubens im Alter von 76 und 34 Jahren, sagte der Leiter der Anti-Terror-Einheit, Assistant Commissioner Laurence Taylor. Der mutmaßliche Angreifer wurde festgenommen - es handelt sich um einen 45-jährigen Mann. Premierminister Keir Starmer schrieb auf X von einem "zutiefst entsetzlichen" antisemitischen Angriff.

Der Vorfall spielte sich im stark jüdisch geprägten Stadtviertel Golders Green ab. Die Staatsbürgerschaft des mutmaßlichen Angreifers und sein Hintergrund seien Inhalt von Ermittlungen, teilte die Polizei mit. Die beiden Opfer seien im Krankenhaus und in einem stabilen Zustand. "Angriffe auf unsere jüdische Gemeinschaft sind Angriffe auf Großbritannien", schrieb Starmer weiter. Die Verantwortlichen würden zur Rechenschaft gezogen, kündigte der Labour-Politiker an.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan schrieb, die jüdische Gemeinschaft in der britischen Hauptstadt sei zum Ziel einer Reihe von schockierenden antisemitischen Angriffen geworden. "Es darf absolut keinen Platz für Antisemitismus in der Gesellschaft geben." Die Londoner Polizei habe ihre Präsenz in dem betroffenen Gebiet erhöht. Khan dankte den Rettungskräften und einer Nachbarschaftsinitiative "für ihre rasche Reaktion auf diesen fürchterlichen Vorfall".

Israel fordert von London mehr Einsatz gegen Antisemitismus

Nach der Attacke forderte Israel ein entschlosseneres Vorgehen Großbritanniens gegen Antisemitismus. "Nach Angriffen auf Synagogen, jüdische Einrichtungen, Gemeindekrankenwagen und nun auch gezielten Attacken auf Juden in Golders Green kann die britische Regierung nicht länger behaupten, die Lage sei unter Kontrolle", hieß es in einem Post des Außenministeriums auf der Plattform X.

Zu Starmers Äußerungen schrieb das Außenministerium, diese seien "kein Ersatz dafür, sich den Ursachen des Antisemitismus zu stellen, der sich im gesamten Vereinigten Königreich ausbreitet". Jüdinnen und Juden in Großbritannien sollten keine Sicherheitspatrouillen benötigen, um offen als Juden leben zu können, forderte das Ministerium. "Genug der Worte", hieß es in der Mitteilung. London müsse nun "entschlossen und dringend handeln".

Auch der israelische Staatspräsident Yitzhak Herzog äußerte sich "entsetzt" über den Messerangriff. "In einer der großen Hauptstädte des Westens ist es gefährlich geworden, als Jude offen durch die Straßen zu gehen", hieß es in einem Post Herzogs auf X. Die britischen Behörden müssten dringend und unverzüglich handeln, bevor es zum nächsten antisemitischen Angriff komme. Man habe wegen eines weltweiten Anstiegs von Antisemitismus immer wieder Alarm geschlagen. "Es ist an der Zeit, dass die Welt aufwacht und diese bösartige Welle des Judenhasses mit allen verfügbaren Mitteln bekämpft."

Video soll Festnahme zeigen

Britische Medien berichteten über noch unbestätigte Videos zu dem Vorfall, die in sozialen Medien kursieren. Dabei ist etwa zu sehen, wie ein auf dem Bauch liegender Mann von mehreren Personen fixiert wird. Auf anderen Aufnahmen, die den mutmaßlichen Tatort zeigen sollen, sind wiederum zahlreiche Krankenwagen und auch Polizeibeamte zu sehen.

Die Abgeordnete Sarah Sackman, in deren Wahlkreis Golders Green liegt, verurteilte den Vorfall in einer Mitteilung auf der Plattform X ebenfalls als antisemitisch: "Die Angriffe auf britische Juden sind ein Angriff auf Großbritannien selbst. Es ist unerhört, dass Juden auf diese Weise angegriffen werden", so die Labour-Abgeordnete.

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Erst zuletzt Brandanschlag in Golders Green

Zuletzt kam es in London zu mehreren Angriffen auf jüdische Einrichtungen, oft handelte es sich dabei um Brandanschläge. Erst vor wenigen Wochen waren etwa vier Krankenwagen des jüdischen Rettungsdienstes Hatzola in Golders Green bei einem antisemitisch motivierten Brandanschlag zerstört worden. Mehrere Verdächtige wurden angeklagt.

Die beiden bei dem Messerangriff verletzten Männer werden laut BBC von Hatzola behandelt. Die Organisation wird von Freiwilligen betrieben und bietet kostenlose Krankentransporte und Notfallhilfe an. Auch eine jüdische Nachbarschaftsinitiative soll maßgeblich an der Festnahme beteiligt gewesen sein.

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