Nach einem Herzinfarkt ist Sekundär-Prävention entscheidend

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von Agenturen

Risiko für weitere kardiovaskuläre Ereignisse hoch

Bild: APA/APA/THEMENBILD/BARBARA GINDL


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Die akute Sterblichkeit nach einem Herzinfarkt ist mittlerweile niedrig. Das Risiko für weitere kardiovaskuläre Ereignisse in den nächsten zehn Jahren bleibt jedoch hoch. Dies lässt sich "durch gute Sekundär-Prävention wesentlich reduzieren", berichtete der Mediziner Alexander Niessner am Donnerstag in einer Aussendung des Wiener Gesundheitsverbundes (WIGEV). Wichtig sind die Behandlung von Risikofaktoren, eine medikamentöse Therapie, Rehabilitation und der Lebensstil.

Bei der Sekundär-Prävention gibt es "großen Aufholbedarf", erläuterte Niessner, Vorstand der 2. Medizinischen Abteilung der Wiener Klinik Landstraße, wo es auch eine Ambulanz für Höchstrisiko-Patienten gibt. "Wir ermutigen die Patientinnen und Patienten, eine Reha zu machen. Denn bei einer Reha bekommen Menschen die Zeit, sich auf die Behandlung einzulassen, Fragen zu klären und positive Veränderungen in ihr Leben zu integrieren." Weniger als 20 Prozent der Herzinfarkt-Betroffenen nehmen derzeit eine Reha in Anspruch.

Überwiegend auch Medikamente nötig

Die medikamentöse Behandlung wird individuell abgestimmt und der gesunde Lebensstil umfasst regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung und Verzicht auf Nikotin. Dabei stehen das sehr unterschiedliche Risikoprofil und die Lebenslage der Patienten im Mittelpunkt, wird in der Aussendung der zum WIGEV gehörenden Klinik Landstraße betont. "Sekundär-Prävention braucht Zeit und individuelle Anpassung", sagte Niessner. "Genau hier setzen wir in unserer Höchstrisiko-Ambulanz an."

Eine aktuelle Studie zeige, dass bei bekannter kardiovaskulärer Erkrankung eine Senkung des LDL-Cholesterins von durchschnittlich 66 auf 56 mg/dl zu einer Senkung weiterer kardiovaskulärer Ereignisse um ein Drittel führt. "Die überwiegende Anzahl der Patientinnen und Patienten braucht eine medikamentöse Therapie zum Erreichen solcher Zielwerte, dennoch ist es wichtig, parallel auch auf eine fettarme Ernährung zu achten", erläuterte der Mediziner.

97 von 100 überleben in Wien Herzinfarkt

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind EU-weit Todesursache Nummer eins, obwohl die moderne Medizin die akute Sterblichkeit in den vergangenen 50 Jahren um 90 Prozent reduziert hat. 1.700 Herzinfarkte werden jährlich im Wiener Gesundheitsverbund behandelt. "In Wien überleben 97 von 100 Patientinnen und Patienten ihren Herzinfarkt. Fünf Kliniken des Wiener Gesundheitsverbundes, darunter auch die Klinik Landstraße und das AKH Wien, sorgen gemeinsam mit dem Hanusch-Krankenhaus dafür, dass an 365 Tagen im Jahr, rund um die Uhr eine optimale Herzinfarkt-Versorgung inklusive interventioneller Eingriffe gewährleistet werden kann", betonte Niessner.

Die Bedeutung der Sekundär-Prävention und der Wandel in der kardiologischen Behandlung stehen im Mittelpunkt des Kongresses "Kardiologie im Dialog" am Freitag und Samstag in der Klinik Landstraße. Diskutiert werden aktuelle Behandlungsstrategien, neue therapeutische Möglichkeiten und die Weiterentwicklung der Versorgungsstrukturen.

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