Neues Labor in Wien soll Heimdialyse erleichtern
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von AgenturenDialyse ist oft die einzige lebensrettende Therapie
Bild: APA/APA/dpa/Arno Burgi
Ein neues Labor in Wien soll das Leben von Dialyse-Patienten verbessern und verlängern. Mit der Eröffnung entsteht ein Forschungsschwerpunkt zur Verbesserung der Peritonealdialyse ("Heimdialyse"). Diese Form der Behandlung von chronischem Nierenversagen führt häufig zu entzündungsbedingten Komplikationen, teilte die MedUni Wien mit. In dem Labor für Metaflammation in der Heimdialyse soll die wissenschaftliche Grundlage für die Entwicklung neuer Therapien geschaffen werden.
Bei der Peritonealdialyse übernimmt das Bauchfell die Funktion einer natürlichen Filtermembran, über die Abfallstoffe und überschüssige Flüssigkeit aus dem Körper entfernt werden, erklärte die Medizinische Universität Wien am Donnerstag in einer Aussendung. Trotz dieser etablierten Therapie sei die Behandlung häufig von schweren Begleiterkrankungen geprägt, die mit einer deutlich erhöhten Sterblichkeit verbunden seien. Eine zentrale Rolle spielen dabei chronische Entzündungen, die mit einer erhöhten Infektanfälligkeit sowie einem gesteigerten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen einhergehen.
Hoher Forschungsbedarf
Im Mittelpunkt des neuen Christian Doppler Labors stehen die als Metaflammation (metabolische Entzündung) zusammengefassten Krankheitsprozesse bei der Heimdialyse. Deren gesundheitsschädliche Auswirkung wurde bei Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus und Adipositas bereits intensiv wissenschaftlich untersucht, im Zusammenhang mit der Peritonealdialyse besteht jedoch hoher Forschungsbedarf, hieß es in der Aussendung.
"Unser Ziel ist es, die Mechanismen der Metaflammation zu entschlüsseln, um die wissenschaftliche Grundlage für neue therapeutische Strategien zu schaffen", sagte Rebecca Herzog von der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde der MedUni Wien. Herzog wird das neue Labor leiten.






