NGOs und Unternehmen warnen vor Kürzungen bei Inklusion

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von Agenturen

Menschen mit Behinderung haben es schwer am Arbeitsmarkt

Bild: APA/APA/THEMENBILD/HARALD SCHNEIDER


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Ein neues Bündnis von Sozialorganisationen und Unternehmen warnt vor Kürzungen bei Unterstützungsmaßnahmen für Menschen mit Behinderung am Arbeitsmarkt. Nötig sei eine verlässliche Finanzierung der bestehenden Strukturen, die Absicherung des Ausgleichstaxfonds (ATF), der Mittel zur beruflichen Inklusion bereitstellt, und eine Stärkung inklusiver Bildung, forderte das "Bündnis für Inklusion am Arbeitsmarkt - Chancenreich" am Montag bei einer Pressekonferenz in Wien.

Dem Bündnis gehören neben zahlreichen Sozialorganisationen auch eine Reihe von Unternehmen an, die bereits Personen mit Behinderung beschäftigen - darunter große wie IKEA, Interspar, die REWE-Gruppe, Post und Kapsch TrafficCom. Viele österreichische Unternehmen und Betriebe seien sehr offen dafür, Menschen mit Behinderung anzustellen. Damit dies auch gelingt, brauche es aber entsprechende Unterstützung und Begleitung, sagte der Generalsekretär der Lebenshilfe, Philippe Narval, der die Initiative ins Leben gerufen hat. Gemeinsam wolle man daher den Appell an Bundesregierung und Landeshauptleute richten, dass es keine Einsparungen in dem Bereich geben dürfe.

"Kürzungen wären sozial und volkswirtschaftlich falsch"

Kürzungen bei Qualifizierung, Vermittlung und Begleitung von Menschen mit Behinderung sowie bei der persönlichen Assistenz wären nicht nur sozial falsch, sondern auch volkswirtschaftlich nicht sinnvoll und kurzsichtig, warnte Caritas-Generalsekretärin Anna Parr. Die Folge wären mehr Arbeitslosigkeit und höhere Kosten für die Zukunft. Besonders wichtig sei daher die Absicherung und Stärkung des Ausgleichstaxfonds, der zum Teil aus Ausgleichszahlungen von Unternehmen, die die Beschäftigungspflicht von Menschen mit Behinderung nicht erfüllen, gespeist wird. Der Bundeszuschuss von derzeit 65 Mio. Euro jährlich solle dem Vernehmen nach bis 2029 auf 15 Mio. Euro gekürzt werden, das dürfe nicht passieren, so Parr.

Nur 15 Prozent der Menschen mit Behinderung sind aktuell erwerbstätig und diese seien mehr als doppelt so oft arbeitslos. Ein inklusiver Arbeitsmarkt sei kein Sozialprojekt, sondern eine Frage der Gerechtigkeit und eine Frage der Vernunft, meinte Andreas Jesse vom Dachverband Berufliche Inklusion Austria (dabei-austria). Fähigkeiten würden sonst ungenützt bleiben und Menschen systematisch benachteiligt.

Nötig sei außerdem eine Vereinheitlichung der unterschiedlichen Regelungen in den neun Bundesländern, forderte Narval. Nur in vier Bundesländern gebe es Angebote zur beruflichen Inklusion von Menschen mit höherem Unterstützungsbedarf, diese seien überall nötig. Zudem brauche es ein Rückkehrrecht in Tagesstrukturen, falls der Übergang in ein reguläres Beschäftigungsverhältnis nicht klappt.

(S E R V I C E - https://chancenreich.at)

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