Umweltbundesamt: Leichter Anstieg bei Emissionen 2025
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von AgenturenTreibhausgase in Österreich gestiegen
Bild: APA/APA/dpa-Zentralbild/Patrick Pleul
Die klimaschädlichen Treibhausgas-Emissionen (THG) sind im vergangenen Jahr in Österreich laut erster Abschätzung des Umweltbundesamts im Vergleich zu 2024 leicht um rund ein Prozent gestiegen. Das wäre eine Zunahme von circa 700.000 CO2-Äquivalenten, wie es am Montag in einer Aussendung hieß. Die vorläufigen Daten mit Stand Februar 2026 zeigen Treibhausgas-Emissionen in Höhe von rund 67,3 Millionen Tonnen.
Die Abschätzung des Umweltbundesamts erfolgte auf Auftrag des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK). "Die Zunahme der Treibhausgasemissionen im Jahr 2025 führt uns vor Augen, dass wir weiter in den Ausbau der Erneuerbaren Energien investieren müssen. Außerdem ist es notwendig, die Umstellung auf Strom - von der Industrie bis zur elektrischen Mobilität - erfolgreich fortzusetzen. Auch der Umstieg von Öl- und Gasheizungen auf umweltfreundliche Heizsysteme wie Wärmepumpen oder Biomasse wird für den künftigen Emissionsausstoß eine wichtige Rolle spielen", hieß es von Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP).
Die Reduktion der Treibhausgase bleibe eine "gemeinsame Aufgabe für die Bundesregierung" und dafür müsse in den kommenden Jahren das "notwendige Budget zur Verfügung" stehen, so Totschnig.
CO2-Äquivalente sind eine Maßeinheit zur Berechnung der Auswirkung unterschiedlicher Treibhausgase auf das Klima. Die Wirkung schädlicher Emissionen, also der Ausstoß solcher Gase, wird mit der Auswirkung von Kohlendioxid verglichen. CO2, die chemische Formel für das Gas Kohlendioxid, wird am häufigsten für die Bewertung des erwärmenden Einflusses auf das globale Klimasystem herangezogen.
Höhere Industrieproduktion als Grund
Der Anstieg der Emissionen im Vorjahr wird hauptsächlich auf eine höhere Industrieproduktion zurückgeführt. Außerdem habe mehr Stromerzeugung in Gaskraftwerken aufgrund niedrigerer Wasserstände in den Flüssen und ein höherer Heizenergiebedarf bei Endverbraucherinnen und -verbrauchern im Vergleich zu 2024 Auswirkungen gehabt.
Dämpfend habe sich 2025 der deutlich geringere Dieselverbrauch, bereits beschlossene und umgesetzte Maßnahmen zur Treibhausgasreduktion und die anhaltend schwache wirtschaftliche Entwicklung hierzulande ausgewirkt. Dadurch ergibt sich laut Aussendung für die Sektoren außerhalb des Emissionshandels ein differenzierteres Bild: Obwohl die EU-rechtliche Höchstmenge an Treibhausgasemissionen im Vorjahr überschritten wird, legen die aktuellen Berechnungen nahe, dass Österreich das Ziel für die Abrechnungsperiode 2021 bis 2025 einhalten dürfte.
"Unsere Abschätzung für das Jahr 2025 zeigt einen Anstieg der Treibhausgas-Emissionen um ca. ein Prozent. Das zeigt einmal mehr, wie notwendig es ist, kontinuierlich Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen und auf Erneuerbare Energieträger umzusteigen", sagte Günther Lichtblau, Klimaexperte des Umweltbundesamts.
Wohl Zunahme in Energieerzeugung und industrieller Produktion
Im Emissionshandelsbereich ist nach vorläufigen Daten (Stand Februar 2026) im Vergleich zu 2024 ein Anstieg um 1,5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent (6,3 Prozent) auf insgesamt 25,4 Millionen Tonnen zu erwarten. Demnach wurde laut Aussendung 2025 deutlich mehr Erdgas für die Stromerzeugung als 2024 eingesetzt. In der produzierenden Industrie kommt der Emissionszuwachs insbesondere aus der Stahlproduktion.
Das europäische Emissionshandelssystem (EU-Emissions Trading System, EU-ETS) ist ein zentrales Klimaschutz-Instrument der EU. Es besteht seit 2005 und umfasst die Energiewirtschaft, die Industrie sowie Teile des Flug-und Seeverkehrs und deckt damit rund 40 Prozent des Treibhausgasausstoßes der EU ab. Das EU-ETS ist eines der größten Emissionshandelssysteme weltweit.
Für die Sektoren außerhalb des Emissionshandels rechnen die Expertinnen und Experten des Umweltbundesamts in ihrer ersten Analyse für 2025 mit rund 41,8 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent. Das bedeutet einen Rückgang um rund zwei Prozent (0,8 Millionen Tonnen) gegenüber 2024. Damit liegen die Emissionen 1,1 Millionen Tonnen über der für 2025 gültigen Höchstmenge von rund 40,7 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent.
Deutlicher Zuwachs im Sektor Gebäude
Größeren Zuwachs erwarten die Experten im Sektor Gebäude (rund 7,4 Prozent). Abhängig sei diese Entwicklung stark von der Witterung. Im vergangenen Jahr sind deutlich mehr Heizgradtage verzeichnet worden als in den überdurchschnittlich warmen Jahren zuvor. Das verdeutlichte sich im Verbrauch von Heizöl und Erdgas. Im Bereich des Verkehrs wird jedoch eine deutliche Abnahme der Emissionen (rund 6,3 Prozent) erwartet. Dies sei auf einen geringeren Dieselverbrauch zurückzuführen.
Die vorliegenden Berechnungen zu den Treibhausgas-Emissionen für 2025 sind noch mit größeren Unsicherheiten behaftet, hieß es in der Aussendung. Detailliertere Aussagen sind mit dem jährlichen Nowcast im August 2026 zu erwarten.
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