Prozess gegen Ex-Anwalt und dessen Frau gestartet

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von Agenturen

Der Ex-Anwalt bestritt den Vorwurf der Veruntreuung

Bild: APA/APA/HANS PUNZ/HANS PUNZ


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Am Montag hat am Wiener Landesgericht ein Prozess gegen einen ehemaligen Wiener Rechtsanwalt und dessen Frau begonnen. Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft haben es in sich: Gemeinsam soll das Paar aufgrund klammer Kassen einen Einbruch in die Anwaltskanzlei des Mannes vorgetäuscht und so 75.000 Euro veruntreut haben. Diesen Einbruch soll die Frau dann den Mandanten, denen das Geld gehörte, angehängt haben. Die bereits in Strafhaft sitzende Russin bekannte sich schuldig.

Ihr Ehemann stritt den Vorwurf der Veruntreuung ab. "Wir kennen uns beruflich, wir haben schon viele Verfahren gemeinsam gehabt", bekannte der Vorsitzende Richter zu Beginn des ersten Verhandlungstages. "Die finanziellen Verhältnisse waren trist", erläuterte der Staatsanwalt. Im Dezember 2025 wurde demnach ein Konkursverfahren über das Vermögen des Ex-Anwalts eröffnet. Deswegen habe er bereits im Juni 2025 mit seiner Frau, die als Kanzleileiterin arbeitete, die 75.000 Euro von zwei Mandanten beiseite geschafft und dafür einen Raub fingiert. "Das Geld haben die beiden zur Stopfung ihrer Budgetlöcher genutzt", warf der Staatsanwalt dem Ehepaar vor.

Angeklagte geständig: "Ich habe das vorgetäuscht"

Der Verteidiger des Zweitangeklagten zeigte sich "sehr überrascht" über das Geständnis der Ehefrau seines Mandanten. Weiters kritisierte er die Staatsanwaltschaft sehr hart und sprach unter anderem von Fehlern und Versäumnissen in den Ermittlungen. An Geld habe es dem Angeklagten jedenfalls nicht gemangelt, deswegen gebe es keinen Tatvorsatz. "Warum man da so eine Geschichte machen sollte, grenzt eigentlich an Idiotie", führte er weiters aus. "Er hat seiner Ehefrau bis zuletzt die Stange gehalten" und könne sich auch jetzt nur vorstellen, dass sie auf Druck Dritter gehandelt habe.

Immer wieder spielte deswegen der kulturelle Background der Russin und ihre "Community" eine Rolle. "Ich hab das vorgetäuscht", bekannte sie und entschuldigte sich bei den kurzzeitig festgenommenen Mandanten. Sie hatte damals die Polizei gerufen und die Entwendung den beiden in die Schuhe geschoben. Der Polizei präsentierte sie Kratzer an den Oberarmen und ihr zerrissenes Oberteil. Die zwei Beschuldigten wurden noch im Stiegenhaus aufgegriffen, freilich ohne das angeblich von ihnen gestohlene Bargeld. Wo die 75.000 Euro verblieben sind, ist derweil offen. "Ich weiß wirklich nicht, wo das Geld ist", behauptete sie heute. Der Tresor der Kanzlei sei an jenem Tag leer gewesen, als sie den Einbruch vortäuschte. Die zwei Mandanten schlossen sich dem Verfahren als Privatbeteiligte an und forderten ihr Geld zurück.

Der Frau wird neben Veruntreuung, falscher Beweisaussage und Verleumdung weiters vorgeworfen, einen bettlägerigen Bekannten bestohlen zu haben, ein Leasingauto veruntreut und sich fälschlich als Rechtsanwältin ausgegeben zu haben. Den letzten Vorwurf bestritt die Frau, sie habe sich nie als Anwältin ausgegeben, insistierte sie.

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