Noch nie gezeigte Blätter zu Haderers 75er in Linz
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von AgenturenK88 Bilder des Karikaturisten im Schlossmuseum
Bild: APA/APA/FOTOKERSCHI / WERNER KERSCHBAUMM/FOTOKERSCHI / WERNER KERSCHBAUMM
Ein besonderes Geschenk zum 75. Geburtstag von Gerhard Haderer macht das Schlossmuseum Linz den Fans des Karikaturisten. So gibt es erstmals bisher noch nie gezeigte Zeichnungen von 2024 und 2025 zu sehen. Diese Tuschezeichnungen sind für den Künstler "zeichnerische Entspannungsübungen" wie er beim Pressemeeting am Mittwoch meinte. Für Haderer selbst war es zugleich auch der erste Rundgang durch die Schau, die bis 30. August geöffnet hat.
Die Ausstellung könnte man auch als Geschenk der Familie an den Künstler sehen. Sohn Christoph und Schwiegertochter Julia haben die Ausstellung kuratiert, Frau Margit hat die Vorauswahl der Bilder getroffen. Aus mehr als 6.000 Werken werden nun 88 Bilder plus Skizzen, die die Entstehung der teils fotorealistisch wirkenden Arbeiten veranschaulichen, im Schlossmuseum gezeigt.
"Chronist der Gesellschaft"
Im ersten Teil der Ausstellung hängen die Auftragsarbeiten für die Printmedien zu innen- und weltpolitischen Themen sowie Illustrationen zu Phänomenen der Zeit, wie Massentourismus oder wozu die Teuerung im Supermarkt führt. Haderer ist ein "Chronist der Gesellschaft", der durch Zuspitzen und Verdichten teils bitterböse festhält, was er wahrnimmt. Aber er halte der Gesellschaft auch immer wieder vor, "was passieren wird, indem er Prozesse thematisiert, die man vergessen geglaubt hat", formulierte es Alfred Weidinger, künstlerischer Geschäftsführer der OÖ Landes-Kultur GmbH. "Vieles von dem, was ich hochrechne, landet in der Katastrophe", brachte es Haderer auf den Punkt und gab ein "Bilderrätsel" zu einer Arbeit: Ein Clown in der Maske des US-Präsidenten Donald Trump oder doch der Präsident in der Maske des Clowns. Im ersten Teil der Ausstellung hängt auch sein Lieblingsblatt mit dem Titel "Lustige Hunde", Tiere "schon wirklich an der Grenze, aber...", so Haderer.
Im zweiten Teil der Ausstellung sind dann Haderers jüngste Tuschezeichnungen zu sehen, die nicht mit dem Gedanken zur Veröffentlichung entstanden sind. Auf "Pappedeckeln" sind Nina Hagen, Bob Dylan oder aber "der Mann mit der Goldhaube" dargestellt. Zwei Serien, "Clowns" und "Ritter", entstanden vergangenes Jahr, vor allem letztere sehr zurückgenommen und mit feinem Strich gezeichnet, der satirische Blick fehlt aber auch in diesen privaten Blättern nicht. Julia und Christoph Haderer haben Figuren aus den Serien zum Leben erweckt, Clowns und Ritter treten übergroß in den Raum, am "Meetingpoint" sollen sie den Besucher treffen, erläutert Julia Haderer die Idee der Interaktion.
Österreichisches Ehrenkreuz für Haderer
Am Donnerstag wird im Beisein von Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) und Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) die Ausstellung eröffnet, dabei wird Haderer das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse überreicht.
(S E R V I C E - Ausstellung "Gerhard Haderer" von 29. Mai bis 30. August im Schlossmuseum Linz, Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr. www.ooekultur.at/detail/presse-gerhard-haderer )
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