Potapova und Grabher um dritte French-Open-Runde
Veröffentlicht:
von AgenturenKann Grabher Anisimova ärgern?
Bild: APA/APA/BARBARA GINDL/BARBARA GINDL
Wie erwartet sind es diesmal die Tennis-Frauen, die Österreichs Fahne in der zweiten Einzel-Runde der French Open in Paris aufrecht halten. Die als Nummer 28 gesetzte Anastasia Potapova und Julia Grabher treten am Donnerstag unter unterschiedlichen Vorzeichen an. Potapova ist gegen die auf WTA-Rang 71 liegende Britin Katie Boulter im ersten Duell Favoritin, Grabher bräuchte gegen die Weltranglisten-Sechste aus den USA, Amanda Anisimova, ein kleines Wunder.
Grabher kann eigentlich unbelastet ins Match gehen, denn sie ist krasse Außenseiterin. Vielleicht gelingt es ihr, die Wimbledon- und US-Open-Finalistin des Vorjahres zu längeren Ballwechseln zu zwingen. "Ich liebe es, Ballwechsel zu haben", sagt Grabher, die in Runde eins gegen Rebecca Sramkova ihr vielleicht bisher bestes Majormatch gezeigt hat. "Anisimova ist eine sehr gute Spielerin. Ich freue mich mega auf die Möglichkeit und werde versuchen, mein Spiel zu spielen."
ÖTV-Frauen nehmen ungewöhnliche Hitzewelle cool
Eines ist jedenfalls auch am Donnerstag fix: die aktuelle Hitzewelle in Paris, an die sich auch langjährige Turnierbeobachter im Mai nicht erinnern können, wird anhalten. Und da sind beide Österreicherinnen gut gewappnet. Potapova ist gar ein richtiger Fan von heißen Temperaturen. "Wenn du dich darauf fokussierst, was du machen musst, macht das alles nichts. Sogar wenn wir mit der Familie auf Urlaub fahren und alle vor der Hitze flüchten wollen, bin ich die Erste, die bei über 40 Grad ohne Sonnencreme die Sonne genießt", erklärte die 25-Jährige. Eine vielleicht nicht ganz so nachahmenswerte Einstellung. Körperlich sei sie in guter Form, deshalb mache es ihr auch bei Anstrengung nichts.
Grabher sieht es ähnlich. "Ich glaube, dass es mir entgegenkommt, weil der Ball noch höher abspringt", sagte sie. Die aktuelle Nummer 121 im WTA-Ranking spielt ihre Vorhand gerne mit viel Topspin und verfügt auch über einen effektiven Kick-Aufschlag. "Körperlich bin ich fit, das macht mir gar nichts", gibt sich die bald 30-jährige Grabher cool in der Hitze.
Bresnik lobt Fitness von Grabher
Ihr Coach Günter Bresnik gibt sich ob der nächsten Gegnerin aber keinen Illusionen hin. "Da hast du mehr oder weniger keine Chance." Nur wenn Grabher ausgezeichnet spiele, dann könne sie mitspielen. Bresnik lobte die Vorhand und die Fitness seines Schützlings. "Sie spielt eigentlich deutlich schneller als (Elina) Switolina. Die Vorhand verliert kaum an Tempo mit heavy Spin und ist für Frauen schwer zu spielen." Die Fitness der sehr muskulösen Grabher ist offensichtlich. "Außergewöhnlich, zähl mir zehn Frauen auf, die schneller rennen können. Auch ihr Aufschlag, vor allem der zweite, ist richtig gut", analysiert Bresnik.
Auch wenn der Paris-Trip für Grabher am Donnerstag endet, so hat sie zum zweiten Mal en suite die Runde der besten 64 bei einem Major erreicht. In die Runde der letzten 32 ist sie auf diesem Level bisher noch nie eingezogen. Ihre Anwartschaft auf eine bald wieder stabile Rückkehr in die Top 100 wurde aber untermauert. "Mein Fokus liegt gar nicht darauf, das ist zweitrangig. Das Ranking kann ich nur mit guten Matches beeinflussen", erklärte Grabher.
Potapova freilich hat in Paris höhere Ziele. Keinesfalls überheblich, aber mit einer gesunden Portion Selbstvertrauen spricht die Madrid-Halbfinalistin, die in ihrer Karriere schon mehr als sechs Millionen US-Dollar (brutto) verdient hat, den Titeltraum offen aus. Zunächst will sie sich aber das mögliche Drittrundenduell mit Titelverteidigerin Coco Gauff am Samstag erarbeiten.
Gauff hat am Dienstag erst die erste Hürde gemeistert und tat danach übrigens auch die Hitze als Nebensache ab. "Ich komme aus Florida, wisst ihr", sagte sie zum Publikum lachend. Für Potapova ist Katie Boulter unter normalen Umständen nur Zwischenstation, auch wenn sie noch nie gegen sie gespielt hat. Boulter, die im Sommer den Weltranglisten-Siebenten Alex de Minaur heiratet, erreichte bisher nur zweimal in Wimbledon und einmal bei den US Open eine dritte Major-Runde.
Mehr entdecken

Premierenfahrt für neue Grazer Flexity-Straßenbahn

ÖBB testen neue Railjet-Generation im Klima-Wind-Kanal

Noch nie gezeigte Blätter zu Haderers 75er in Linz

Israelische Luftattacken auf den Libanon - Mehr als 30 Tote

Taliban wollen diplomatische Vertreter nach Europa entsenden

Tiroler Hygienedienstleister mit Mikroorganismen-Ausstellung
