Premierenfahrt für neue Grazer Flexity-Straßenbahn

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von Agenturen

Flexity-Garnituren sind voll beladen rund 22 Tonnen schwer

Bild: APA/APA/INGRID KORNBERGER/INGRID KORNBERGER


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Eine neue Generation an Straßenbahnen ist am Mittwoch in Graz mit der Premierenfahrt der ersten Garnitur "Flexity" angebrochen. Die neuen Trams des Herstellers Alstom werden nach und nach in den Betrieb aufgenommen. Die ersten sieben Fahrzeuge sind bereits in Graz, ab März 2027 folgen die nächsten 16 Garnituren. Bis Mitte 2028 sollen 31 Flexity-Trams in Betrieb sein und die Cityrunner-Garnituren ablösen. Die neue Bim ist mit fast 34 Metern deutlich länger als ihre Vorgänger.

Bis zu 200 Fahrgäste haben in der neuen Straßenbahn Platz. Das sind laut Mark Perz, Vorstandsdirektor der Holding Graz, um rund 30 Prozent mehr als im Cityrunner (142 Plätze) und in der Variobahn (145 Plätze) zur Verfügung stehen. Die beiden schon in Betrieb befindlichen Tram-Modelle der anderen Hersteller sind jeweils nur 27 bzw. 27,5 Meter lang. Zudem bieten die Flexity-Fahrzeuge sechs statt nur vier Doppeltüren für den Einstieg. Eine weitere Besonderheit der neuen Garnituren ist die sehr niedrige Einstiegshöhe, was vor allem für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Gehbehinderung eine Erleichterung bieten soll.

Weitere Garnituren sollen bestellt werden

Gleichzeitig mit der neuen Bim kam auch eine neue Stimme für die Ansagen der Haltestellen. Die seit 2003 von der ehemaligen ORF-Moderatorin Christine Brunnsteiner eingesprochenen Worte haben nach 23 Jahren ausgedient. Die "Neue" in der Straßenbahn ist die frühere Antenne Steiermark-Radiostimme Simone Koren-Wallis. Seit Mittwoch laufen die neuen Ansagen, die dank Künstlicher Intelligenz auch auf Englisch eingespielt werden können. Rund 40 Stunden verbrachte Koren-Wallis im Tonstudio. Aus den gesammelten Aufnahmen wird eine KI-Stimme trainiert, die künftig auch alle neuen Haltestellen sprechen wird, ohne dass die Sprecherin noch einmal ins Studio muss.

Die neuen Flexity-Fahrzeuge werden zuerst auf den stark frequentierten Linien 4 und 7 zum Einsatz kommen. Ende 2026 sollen alle acht bisher gelieferten Trams fahren. Sämtliche bisher bestellten 31 Garnituren dürften 2028 unterwegs sein. Im Juni soll im Grazer Gemeinderat die Beschaffung von weiteren 24 Fahrzeugen beschlossen werden, deren Finanzierung teilweise aus Mitteln der Europäischen Investitionsbank (EIB) kommen soll. Ziel sei es laut Perz, dass rund um das Jahr 2030 nur noch 45 Variobahnen und 55 Flexity-Trams in Graz im Einsatz sind und die - ohne Klimaanlage ausgestatteten - Cityrunner komplett ausgeschieden werden können.

"Theodora" und "Inge"

Gebaut werden die Flexity-Straßenbahnen in einem Werk in Wien-Donaustadt. Mit Vollbeladung sind sie rund 22 Tonnen schwer. Etwa 1.800 Testkilometer wurden in den vergangenen Monaten sowohl in Wien als auch im Grazer Netz abgespult. Sie bieten zwei Rollstuhlplätze und größere Multifunktionsbereiche, stufenlosen Innenraum sowie nahezu vollständige Barrierefreiheit. Die Einstiegshöhe ist bei 215 Millimeter und auf die 110 Millimeter-Bahnsteighöhe in Graz abgestimmt. Die Sitze sind mit braunem Leder überzogen und Mobiltelefone können bei Induktionsflächen aufgeladen werden.

Die ersten beiden Garnituren Flexity werden übrigens getauft. Die erste erhielt am Mittwoch den Namen "Theodora", der auch am vordersten Zutritt zu lesen ist. Benannt ist die Tram nach der ersten Straßenbahnfahrerin von Graz, Theodora Acham. Sie trat 1988 in den Dienst und war bei der Fahrzeugtaufe mit dabei. Die zweite Garnitur soll nach ihrer Kollegin Inge Steiner benannt werden, die im selben Jahr als Fahrerin begonnen hatte.

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