Operation "Haribo" zerschlug Drogen-Ring in der Steiermark

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von Agenturen

++ HANDOUT ++ Erfolg der Grazer Polizei

Bild: APA/APA/LPD STMK/APA/LPD STMK


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Grazer Ermittler ist mit der Operation "Haribo" ein dicker Fisch in der Drogenhandelsszene ins Netz gegangen: Ein seit 2022 untergetauchter 30-jähriger Grazer wurde in Slowenien ausgeforscht und kurz vor einer weiteren Flucht erwischt und festgenommen. Der Verdächtige soll mehr als 170 Kilogramm Drogen, darunter vor allem Heroin und Kokain, über Subdealer in der Steiermark verteilt haben. Der Straßenverkaufswert des Suchtgifts liegt bei etwa 4,3 Millionen Euro.

Das Stadtpolizeikommando Graz hat den Ermittlungserfolg am Montag bei einer Pressekonferenz im Detail geschildert: Die Polizei war dem 30-Jährigen schon seit 2022 auf der Spur. Damals flog ein großes Suchtgift-Netzwerk, das von einem Penthouse aus operiert hatte und an dem er beteiligt war, in Graz auf. Der 30-Jährige setzte sich nach Kroatien ab und traf dort auf einen Bosnier, der ebenfalls an dem Grazer Netzwerk einen großen Anteil hatte.

Verdächtiger saß schon samt Koffer abfahrbereit im Auto

Vom Ausland aus organisierten sie den Handel in der Steiermark. Der Grazer war zuerst zwei Jahre in Kroatien, dann siedelte er nach Slowenien. Überall wies er sich mit gefälschten Dokumenten aus, weshalb er lange untergetaucht bleiben konnte. Über den 40-jährigen Bosnier bekam er Zugang zu großen Drogenlieferungen, die er an seine Subdealer verteilte. 2024 wurde dann allerdings der Bosnier geschnappt und in der Zwischenzeit nicht rechtskräftig zu 20 Jahren Haft verurteilt. Der Grazer dagegen blieb auf der Flucht und nutzte das Netzwerk des Bosniers weiter.

Im vergangenen Jänner gelang es den Grazer Ermittlern, den Hauptkurier des Verdächtigen festzunehmen. Dadurch wurde auch der 30-Jährige in einem Einfamilienhaus nahe Ljubljana in Slowenien ausgeforscht. Nur Stunden später erfolgte der Zugriff im Nachbarland. Dabei konnte der Grazer gerade noch gefasst werden, denn er saß bereits samt voll gepackter Koffer und Drogen im Auto, um seine Unterkunft zu verlassen und wieder unterzutauchen. Inzwischen wurde der Mann nach Graz ausgeliefert und wartet in der Untersuchungshaft auf seinen Prozess, schilderte Hermann Ozwirk, Leiter des Kriminalreferats des Stadtpolizeikommandos Graz.

30-Jähriger verkaufte vor allem auch harte Drogen

Die Ermittler konnten ihm den Handel mit rund 170 Kilogramm Suchtgift nachweisen, aber laut Ozwirk sei das wohl nur die Spitze des Eisbergs. Der 30-Jährige handelte vor allem mit "harten Drogen": Unter den 170 Kilogramm waren 16,5 Kilogramm Heroin und 20,5 Kilogramm Kokain, 47 Kilogramm Amphetamine und 2,3 Kilogramm Crystal Meth. Weiters dealte er mit 85 Kilogramm Cannabisprodukten, mehreren Kilogramm Ketamin und tausenden Stück Ecstasy. Drogen im Wert von rund 925.000 Euro wurden nach der Festnahme des Grazers in einem Lager sowie in seinem angemieteten Haus und in seinem Auto entdeckt - darunter beispielsweise drei Kilogramm Kokain. Geld aus dem Drogenverkauf wurde kaum gefunden. Es dürfte auf diversen Wallets deponiert sein. Lediglich ein kleiner Goldbarren sowie Edelsteine wurden beim Verdächtigen sichergestellt.

Nach der Festnahme forschten die Ermittler auch noch 25 Subdealer aus, die die Drogen vor allem in Graz, Leibnitz und im Raum Gleisdorf und Weiz weiterverkauften. Der Name der Operation geht übrigens auf einen der Subdealer zurück, der sich in Messenger-Diensten unter dem Namen "Haribo" ausgab. Die Ermittler gehen davon aus, dass nach der Auswertung diverser sichergestellter Datenträger weitere Festnahmen erfolgen werden. Die Erhebungen seien noch nicht abgeschlossen.

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