Landesklinikum Weinviertel-Süd wird in Stockerau errichtet

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Die Gesundheitsregion Weinviertel nimmt Formen an

Bild: APA/APA/HELMUT FOHRINGER/HELMUT FOHRINGER


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Das Landesklinikum Weinviertel-Süd wird in Stockerau entstehen. Zu dem Schluss kam eine Standortfindungskommission nach der Bewertung von 14 eingemeldeten Grundstücken, teilte Landesrat Anton Kasser (ÖVP) am Montag bei einer Pressekonferenz mit. Das neue Spital vereint die bestehenden Häuser in Hollabrunn, Korneuburg und Stockerau. Nach Fertigstellung soll es ebenso als Schwerpunktspital dienen wie der künftig als Klinikum Weinviertel-Nord firmierende Standort in Mistelbach.

Gebaut wird das Landesklinikum Weinviertel-Süd im Bereich Stockerau-Alte Au, sagte Kasser in St. Pölten. Dieser Standort habe "mit Abstand das Rennen gemacht". Auch das von der Kommission am zweitbesten bewertete Grundstück sei in Stockerau gelegen. Als Umsetzungszeitraum für das Klinikum wurden die kommenden zehn bis 15 Jahre angegeben. 700 Betten und 100 ambulante Betreuungsplätze sind angedacht.

Spezialisierungen in zahlreichen Disziplinen

Das neue Klinikum Weinviertel-Süd soll laut Plan über Spezialisierungen in zahlreichen Disziplinen verfügen. Geboten werden soll nicht nur die Versorgung umliegender Bezirke, sondern in der Rolle als Partnerklinikum auch eine spezialisierte Versorgung von Patienten anderer Standorte in der Region, wurde betont. Das Schwerpunktklinikum Weinviertel-Nord in Mistelbach wiederum wird als Pendant auch ab 2040 ein unverändertes Leistungsspektrum bieten. Generell bleiben sämtliche Strukturen aufrecht, "bis neue geschaffen werden", unterstrich Landesrat Martin Antauer (FPÖ).

Seitens der Standortfindungskommission waren zehn von 14 eingemeldeten Grundstücken in die engere Auswahl genommen worden. Ausschließendes Kriterium war hier in vier Fällen hauptsächlich die zu geringe Größe der Liegenschaften, skizzierte Gottfried Haber, Vorsitzender der Kommission und Professor für Management im Gesundheitswesen an der Universität für Weiterbildung Krems. Der nun gewählte Standort besteche durch gute Erreichbarkeit für Personal und Patienten ebenso wie durch eine hohe Versorgungswirksamkeit, betonte Rainer Ernstberger, Ärztlicher Direktor der Standorte Hollabrunn, Korneuburg und Stockerau.

Weitere Neuerungen in der Region

Die Errichtung des neuen Spitals sieht die Landespolitik in einem großen Bild der Gesundheitsversorgung im Weinviertel. Begleitende Maßnahmen sollen ebenfalls umgesetzt werden. In Hollabrunn wird demnach ein Gesundheits- und Pflegecampus mit 288 Betten umgesetzt. Inkludiert sind hier ein Pflege- und Betreuungszentrum mit 144 Betten, ein psychosoziales Zentrum, ein Mutter-Kind-Haus sowie eine Tagesstätte für Senioren.

Ebenfalls in Hollabrunn entstehen wird ein Ambulatorium. Bieten soll es fachärztliche Leistungen sowie OP-Möglichkeiten wie Konisationen, Kürettage, Polyp-Abtragungen, Hysteroskopien und Laparoskopien. Aufgewartet wird mit einem Frauengesundheitszentrum, ebenfalls vorhanden sein werden Erst- und Akutversorgung.

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Ausbildungscampus in Korneuburg

In Gänserndorf wird es zusätzlich zu einer Primärversorgungseinheit - diese entstehen generell in jeder Bezirkshauptstadt - und einem Notarztstützpunkt eine weitere medizinische Versorgungseinheit geben. Die exakte Ausgestaltung ist derzeit noch in Abstimmung. Korneuburg wiederum erhält einen neuen Ausbildungscampus. Die bestehende Klinik wird dafür adaptiert und soll eine realitätsnahe Atmosphäre bieten. Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) hob die "exzellente Lage" vor "den Toren Wiens" hervor, die "die jungen Menschen in Niederösterreich halten soll".

Die Realisierung des Landesklinikums Weinviertel-Süd war einer der Kernpunkte des im Vorjahr im Landtag beschlossenen "Gesundheitsplan 2040+". Entstehen soll ein Krankenhaus mit regionalen Schwerpunktfunktionen. Bis zur Inbetriebnahme sollen die bestehenden drei Häuser noch stärker kooperieren, wurde als Ziel ausgegeben.

Beschlossen werden soll die Errichtung des neuen Klinikums am (morgigen) Dienstag in der Sitzung der Landesregierung. Am Donnerstag soll dann der Beschluss im Landtag folgen. Von der NEOS-Landtagsabgeordneten Edith Kollermann wurde am Montag vor allem der Auswahlprozess mitsamt Einsetzung einer unabhängigen Expertenkommission gelobt. Weniger Begeisterung gab es bei den Grünen, für die der Standort Stockerau den Norden des Weinviertels medizinisch im Regen stehen lässt. Auch an der engeren Standortwahl gab es Kritik: "Wir wissen aus leidvoller Erfahrung, dass selbst Hochwasser-Ereignisse mit 300-jähriger Wahrscheinlichkeit mittlerweile nicht auszuschließen sind. Einen Milliardenbau in einem solchen Gebiet zu errichten, ist verantwortungslos", sagte der Landtagsabgeordnete Georg Ecker in einer Aussendung.

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