Papst: US-Angriffe haben im Iran viele Unschuldige getötet
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von AgenturenNicht nur Trump, auch Papst Leo spricht im Flugzeug mit der Presse
Bild: APA/APA/AFP/POOL/ANDREW MEDICHINI
Papst Leo XIV. hat sich erneut kritisch über das militärischen Vorgehen der US-Regierung unter Präsident Donald Trump im Nahen Osten geäußert. Beim Rückflug von einer elftägigen Afrika-Reise nach Rom kritisierte er laut Kathpress am Donnerstag vor Journalisten den Ansatz der USA im Konflikt mit dem Iran: "Wenn wir bestimmte Situationen sehen, antworten wir gleich mit dem Einsatz von Gewalt, Krieg und Angriff. Dann haben wir gesehen, dass viele Unschuldige getötet wurden."
Der Papst zeigte sich tief beeindruckt von Briefen, die ihm die Familien der Kinder geschickt hätten, die am ersten Tag des Angriffs gestorben seien. Am 28. Februar waren bei einem offenbar versehentlichen Luftangriff der USA auf eine Schule im südiranischen Minab mehr als 150 Kinder getötet worden. In den Briefen gehe es um den Verlust von Kindern.
"Werte voranbringen, ohne zu töten"
Leo XIV. fuhr fort mit den Worten: "Die Frage ist nicht, ob es einen Regimewechsel (im Iran) gibt. Die Frage ist, wie wir die Werte, an die wir glauben, voranbringen können, ohne dass wir so viele unschuldige Menschen töten." Mit Blick auf die derzeitigen Verhandlungen und Drohungen zwischen den USA und dem Iran sagte der Papst, die Situation sei "offensichtlich sehr komplex"; man wisse nicht, wohin sich die Dinge entwickeln. Es sei "eine chaotische Situation entstanden".
Derzeit wisse man nicht, welches Regime im Iran herrscht; aber er wolle die Kriegsparteien zur Fortsetzung von Friedensverhandlungen und zu Respektierung für das Völkerrecht ermutigen. Abschließend betonte der Papst: "Er ist sehr wichtig, dass das Leben der Unschuldigen geschützt wird, und das ist offenbar an mehreren Stellen nicht geschehen."
Papst verurteilt auch Hinrichtungen im Iran
Auf eine Journalistenfrage, was er von der Tötung Tausender iranischer Demonstranten durch das Regime im Land hält, sagte Leo XIV.: "Ich verurteile all diese ungerechtfertigten Taten und das Töten von Menschen. Ich verurteile die Todesstrafe und glaube, dass jedes Menschenleben von der Empfängnis bis zum Tod respektiert werden muss. Und deshalb muss es auch ganz klar verurteilt werden, wenn ein Regime oder eine Land Entscheidungen trifft, die dazu führen, dass Menschen getötet werden."






