Papst will Rubio am Donnerstag im Vatikan empfangen

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von Agenturen

"Tauwetterdiplomatie": US-Außenminister Rubio besucht Rom und Vatikan

Bild: APA/APA/AFP/ANNABELLE GORDON


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Papst Leo XIV. will laut seinem Umfeld am kommenden Donnerstag (7. Mai) US-Außenminister Marco Rubio im Vatikan empfangen. Rubio soll dabei auch mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin zusammentreffen, hieß es am Sonntag. Beobachter werten das Treffen als diplomatisch bedeutsam, da der Papst im Vatikan üblicherweise nur Staats- und Regierungschefs empfängt. Das geplante Treffen erfolgt vor dem Hintergrund jüngster Spannungen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Papst.

Der Termin ist bisher allerdings nicht offiziell im Kalender des Pontifex verzeichnet. Zunächst war zudem lediglich über ein mögliches Gespräch Rubios mit seinem vatikanischen Amtskollegen Parolin spekuliert worden. Leo XIV. hatte Rubio bereits im vergangenen Jahr getroffen - am 18. Mai, dem Tag seiner Amtseinführung, sowie am Folgetag, als der Papst auch US-Vizepräsident JD Vance empfing.

Trump hatte den Papst Mitte April vor dessen Afrika-Reise als "schwach" im Umgang mit Kriminalität und "schlecht" in der Außenpolitik kritisiert. Leo XIV. wies dies zurück und erklärte vor Journalisten, er fürchte die US-Regierung nicht, wolle weiter für Frieden eintreten und keine öffentliche Auseinandersetzung mit Trump führen.

Italiens Medien orten "Tauwetterdiplomatie"

Italienische Medienberichte stellten Rubios geplanten Besuch am Donnerstag und Freitag als Bemühen um eine "Tauwetterdiplomatie" dar. Der US-Außenminister werde auch seinen italienischen Amtskollegen Antonio Tajani treffen, verlautete am Sonntag aus italienischen Regierungskreisen. Laut Medien ist aller Voraussicht nach auch ein Gespräch mit Italiens Verteidigungsminister Guido Crosetto geplant.

Der in den USA geborene Papst und der rechtspopulistische US-Präsident hatten sich vor dem Hintergrund des Kriegs der USA und Israels gegen den Iran einen öffentlichen Schlagabtausch geliefert. Das Oberhaupt der katholischen Kirche verurteilte im April die "sinnlose und unmenschliche Gewalt" und erklärte, Christen könnten nicht an der Seite jener stehen, die "heute Bomben abwerfen". Vor Gläubigen im Petersdom sagte der Papst: "Genug des Krieges!"

Trump wütend auf Papst Leo XIV.

Trump reagierte wütend auf den Aufruf des Papstes und warf ihm mit Blick auf den Iran vor, sich mit einem Land gemein zu machen, "das eine Atomwaffe will". Der Papst wiederum sagte, er habe "keine Angst" vor der Trump-Regierung und sehe es als seine "moralische Pflicht", sich gegen den Krieg auszusprechen. Später brachte er sein Bedauern darüber zum Ausdruck, dass Äußerungen von ihm als kritische Anspielung auf Trump wahrgenommen worden seien.

Am Freitag ernannte der Papst laut Vatikan einen illegal in die USA eingereisten Migranten zum Bischof der Diözese Wheeling-Charleston im US-Staat West Virginia. Evelio Menjivar-Ayala wurde in El Salvador geboren und überquerte nach Angaben der Diözese 1990 die Grenze zu den USA, nachdem er zwischenzeitlich in Mexiko festgehalten worden war. Trump verfolgt einen harten Kurs gegen Migranten. Leo XIV. hat den Umgang mit Migranten in den Vereinigten Staaten als "äußerst respektlos" bezeichnet und einen "menschlichen" Umgang gefordert.

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Meloni versucht sich als Vermittlerin

Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni ihrerseits verurteilte Trumps Kritik am Papst als "inakzeptabel" - woraufhin der Präsident sich kritisch über sie äußerte. Zuletzt drohte der US-Präsident zudem Italien wie unter anderem auch Deutschland mit dem Teilabzug von US-Soldaten: Italien sei für die Vereinigten Staaten im Iran-Krieg "überhaupt keine Hilfe" gewesen, beklagte Trump.

Die seit Oktober 2022 regierende Rechtsaußenpolitikerin Meloni versuchte in der Vergangenheit, zwischen dem Rechtspopulisten und Kritikern in der EU zu vermitteln. Italien wie andere europäische NATO-Partner weigern sich, die USA im Krieg gegen den Iran zu unterstützen.

Die USA und Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Teheran reagierte darauf mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region. Teheran sperrt zudem die Straße von Hormuz, während die USA iranische Häfen blockieren.

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