Polizisten absolvieren im Schnitt täglich einen Defi-Einsatz
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von AgenturenRettet im Notfall das Leben
Bild: APA/APA/HANS KLAUS TECHT/HANS KLAUS TECHT
Im Vorjahr haben Polizistinnen und Polizisten in ganz Österreich im Schnitt jeden Tag einen Defibrillator-Einsatz durchgeführt, 378 waren es in Summe. Bereits jetzt sind alle Streifenwagen der Bundespolizei mit Defis ausgestattet. Besonders viele Einsätze gab es 2025 mit 189 in Wien, informierte das Innenministerium am Dienstag, dem 14. April, dem "Tag des Notrufs". First-Responder-Einsätze gab und gibt es deutlich mehr.
Bei besonders zeitkritischen, lebensbedrohlichen Notfällen, insbesondere dem plötzlichen Herzstillstand, wird die Polizei zur Hilfeleistung mitalarmiert, um lebenswichtige Zeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte zu überbrücken. Dazu sind österreichweit 850 Streifenwagen mit Defibrillatoren ausgestattet und die Beamten in lebensrettenden Reanimationsmaßnahmen ausgebildet. "Unsere Polizei ist da, wenn Hilfe gebraucht wird. Nicht nur im Kampf gegen die Kriminalität, sondern auch, wenn es darum geht, Menschenleben zu retten", sagte Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) in einer Aussendung. "Bis 2028 werden bei der Bundespolizei über 1.000 Defibrillatoren im Einsatz sein und damit das First-Responder-Netz in Österreich weiter stärken", ergänzte Bundespolizeidirektor Michael Takács.
Die Polizei arbeitet eng mit dem Verein Puls, der sich gegen den plötzlichen Herztod engagiert, zusammen. "Bei einem Herzstillstand zählt rasches Eingreifen - und das können alle. Mit der Unterstützung eines öffentlich verfügbaren Defis können engagierte Ersthelferinnen und Ersthelfer Leben retten. Gerade am Tag des Notrufs wollen wir darauf ganz gezielt aufmerksam machen. Rufen - Drücken - Schocken - das ist die Formel des Überlebens", sagte der Präsident des Vereins Puls, Harry Kopietz. Der Verein betreibt auch die Lebensretter-App. Jede angemeldete Person wird am Handy unverzüglich über Notfälle im Umkreis von 400 Metern des eigenen Standorts informiert. Ausgelöst wird der Alarm über die Wiener Rettungsleitstelle, die Helfer werden mittels Navis zum Einsatzort gelotst. Registrieren können sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Rettungsdiensten, der Feuerwehr, der Polizei sowie von Partnerorganisationen. Privatpersonen können sich anmelden, wenn sie zumindest einen acht Stunden langen Erste-Hilfe-Kurs absolviert haben.
Reanimationstrainings bei der Polizei
Durch Maßnahmen wie Polizei-Reanimationstrainings und die Integrierung der Polizei in die Rettungskette konnten die Überlebensraten beim plötzlichen Herzstillstand in den vergangenen Jahren deutlich erhöht werden. 2025 wurden neben den 189 Fällen in Wien in der Steiermark 51 polizeiliche Defi-Einsätze durchgeführt, in Salzburg waren es 31, in Kärnten 29, in Oberösterreich 22 und in Niederösterreich 19. In Tirol absolvierten Polizistinnen und Polizisten 16, im Burgenland 14 und in Vorarlberg sieben Defibrillator-Einsätze. In Flächenbundesländern gibt es weniger Defi-Einsätze. Im städtischen Bereich sind aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte mehr Streifenwagen auf kleinerem Raum unterwegs und somit dank des 24-stündigen Streifendienstes oft als Ersthelfer am Einsatzort, informierte das Innenministerium. Kommt die Polizei beispielsweise zeitgleich oder kurz nach der Rettung am Einsatzort an, unterstützt sie dennoch, es zählt aber statistisch nicht mehr als Defi-Einsatz der Polizei.
Die Polizei rückt auch täglich zu First-Responder-Einsätzen aus, allein in Wien etwa fuhr die Exekutive im Jahr 2025 zu fast 800 First-Responder-Einsätzen, also etwa Herzkreislaufstillständen. Wenn die Polizisten aber nicht als erste am Einsatzort eintreffen, wird auch der Defi nicht verwendet, sondern eben jener der Rettung. Die Zahl der lebensrettenden Einsätze ist also österreichweit noch mal deutlich höher, wurde betont.
Verbesserungen im Rettungsdienst gefordert
Die Gewerkschaft vida rückt unterdessen am heutigen "Tag des Notrufs" jene Menschen in den Mittelpunkt, die täglich Leben retten: Rettungs- und Notfallsanitäterinnen und Sanitäter. Gefordert werden Verbesserungen, der Rettungsdienst brauche eine moderne Ausbildung, faire Bedingungen und mehr Respekt und Sicherheit im Einsatz, so die Gewerkschaft.
(S E R V I C E - Mehr Informationen zur Lebensretter-APP unter www.lebensretter.at )
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