Potapova wünscht sich Duell mit Titelverteidigerin Gauff

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von Agenturen

Potapova schlägt sich in Richtung Weltspitze

Bild: APA/APA/AFP/OSCAR DEL POZO


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Die Art und Weise, in der sich Anastasia Potapova seit einigen Wochen präsentiert, hat ihr auch in ihrem neuen Heimatland Österreich viele Fans beschert. Die 25-jährige, gebürtige Russin hat Grund für großes Selbstvertrauen, mittlerweile traut sie sich bei den French Open gar den Titel zu. Dazu müsste sie aber zuvor einmal in Runde drei bei "normalem" Verlauf Titelverteidigerin Coco Gauff (Nr. 3) ausschalten. Es wäre nicht ihr erster Sieg über die US-Amerikanerin.

Potapova, die davor aber in der zweiten Runde am Donnerstag noch die britische Weltranglisten-71. Katie Boulter bezwingen muss, wird jedenfalls nicht vor Ehrfurcht erstarren, sollte sie auf die Nummer drei der Welt treffen. "Die letzten zwei Male habe ich sie geschlagen. Aber Coco ist großartig und das wäre kein einfaches Match", erinnerte Potapova an ihr Head-to-Head von 2:2. "Ich bin aber erst in der zweiten Runde und Coco muss auch erst ihren Job machen. Wenn es passiert, könnt ihr euch nicht vorstellen, wie sehr ich mich darauf freue", erklärte Potapova einer kleinen österreichischen Medienrunde in den Katakomben des Court Philippe Chatrier. Es würde ihr Spaß machen, sich selbst und Gauff zu testen und zu versuchen, ihr höchstes Level abzurufen.

Potapova nimmt auch Titelchance in den Mund

Vor zwei Jahren stand Potapova noch als Russin im Achtelfinale der French Open, ihr bisher bestes Major-Ergebnis. Geändert hat sich seither, so gibt sie zu Protokoll, ihre mentale Einstellung und Stärke. "Ich habe mir den Druck genommen, dass ich gewinnen MUSS. Der Druck, den wir hier alle fühlen, lastet stark auf unseren Schultern." Sie habe unerwartet in ersten Runden ebenso verloren wie selbst überrascht und schon alles erlebt. "Das hilft zu verstehen, dass wir alle nur Menschen sind."

Dass sie nun auch das Wort Titel in den Mund nimmt, dazu haben ihre Ergebnisse beigetragen. "Warum nicht? Ich möchte nicht nur dabei sein, sondern jedes Turnier gewinnen, egal ob 250er, 500er oder ein Grand Slam. Für mich sind die Ziele die gleichen und auch die Spielerinnen sind die gleichen."

Ex-Juniorinnensiegerin hofft auch auf Wimbledon

Potapova war schon einmal Nummer 21 der Welt und nichts spricht dagegen, dass sie schon bald auch die Top 20 knackt. Denn wenn es in Paris nicht klappt, so meint sie salopp, dann versuche sie es eben in Wimbledon. Völlig utopisch ist ihr Ziel nicht. Immerhin kürte sich die zierliche, aber sehr kampfstarke Spielerin mit der starken beidhändigen Rückhand 2016 schon einmal zur Wimbledonsiegerin, wenn auch "nur" bei den Juniorinnen. Und wurde dann zur Nummer eins der Welt in dieser Altersklasse. "Ich liebe Gras. Ich habe als Juniorin Wimbledon gewonnen, war zweimal im Semifinale von Birmingham. Ich habe eine gute Freundschaft mit Rasen", antwortete sie lachend. In Wimbledon war bisher eine dritte Runde ihr bestes Resultat, im Vorjahr fehlte sie verletzt.

Und letztlich hänge sehr viel von der Einstellung ab. "Ich glaube, das Mindset sollte sich das ganze Jahr nicht ändern. Es ist egal, auf welchem Belag du spielst, aber natürlich muss man sich anpassen, aber ich kann das recht leicht. Ich habe einen Spielstil, der auf jeden Belag passt."

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Mehr Interesse aus Österreich als aus Russland

Völlig neu für sie seit ihrer (zusätzlichen) österreichischen Staatsbürgerschaft ist sowohl das Medieninteresse als auch schon recht viele rot-weiß-rote Fans. "Es ist unglaublich. Als ich für Russland spielte, war es anders. Wir haben so viele Mädchen, es ist schwer, sich auf jeden zu fokussieren. Wenn du wirklich im Spotlight sein willst, musst du einen Grand Slam gewinnen, dann vielleicht kriegst du es." Dies sei nun anders, auch wenn man mit Lilli Tagger, Sinja Kraus und Julia Grabher eine gute Gruppe habe. "Ich bin stolz und es fühlt sich gut an, ich kriege den Support und ich fühle es."

Als sie noch für Russland spielte, hätte sie 30 Prozent Unterstützung und 70 Prozent Hass bekommen. Nun sehe sie bei jedem Match österreichische Fahnen und bekomme viele bestärkende Nachrichten - auch aus Österreich. "Das macht mich sehr glücklich, ich hatte noch nie so viel Support. Vielleicht gibt mir das auch mehr Power." Dass dieser Hass auch etwas mit dem Angriffskrieg Russlands in der Ukraine zu tun hatte, wollte sie gar nicht verneinen. "Natürlich. Es ist furchtbar. Ich war immer dagegen und finde, dass wir alle vereint sein sollten in dieser Welt, um sie besser zu machen. Das ist eine neue Realität. Ich finde sie nicht nett, wir müssen es aber leider akzeptieren."

(Von Gerald Widhalm/APA)

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