Prozess nach Angriff mit Rohrzange auf 13-jährige Wienerin
Veröffentlicht:
von AgenturenDie angeordnete Unterbringung im Maßnahmevollzug ist rechtskräftig
Bild: APA/APA/HANS PUNZ/HANS PUNZ
Ein 48-Jähriger ist am Donnerstag vom Landesgericht Wien zeitlich unbefristet in ein forensisch-therapeutisches Zentrum eingewiesen worden. Er hatte unter dem maßgeblichen Einfluss einer schwerwiegenden und nachhaltigen psychischen Störung am 1. Dezember 2025 drei Personen in Wien-Hietzing mit einer Rohrzange und einem Stemmeisen attackiert. Das jüngste Opfer war ein 13 Jahre altes Mädchen. Die Unterbringung des zum Tatzeitpunkt zurechnungsunfähigen Mannes ist rechtskräftig.
Wie der psychiatrische Sachverständige Peter Hofmann einem Schöffensenat erläuterte, wurde der 48-Jährige erstmals 1998 wegen Schizophrenie behandelt. Jahrelanger Cannabis-Konsum in Verbindung mit Alkoholmissbrauch hätten sein gesundheitliches Befinden verschlechtert: "Diese Mischung ist Hirngift." Zuletzt konsumierte der infolge seiner psychischen Erkrankung nicht mehr arbeitsfähige Mann - er bezieht eine Invaliditätspension - Crystal Meth und verschiedene Opiate. Die Medikamente hatte er dagegen abgesetzt.
Am 1. Dezember trieb sich der 48-Jährige seit dem frühen Morgen auf der Hietzinger Hauptstraße herum, weil es ihn aufgrund seiner schizoaffektiven Psychose nicht mehr in seiner Wohnung hielt. Er fühlte sich dort nicht sicher, weshalb er sich mit der massiven Zange und dem Stemmeisen "bewaffnet" hatte, um sich gegen vermeintliche Verfolger zur Wehr setzen zu können.
Jogger, Kind und Passant attackiert
Als ein Jogger an ihm vorbeilief, schlug er mit beiden Werkzeugen unvermittelt in Richtung des Kopfes des Sportlers. Dieser konnte die Schläge abwehren, indem er den linken Unterarm schützend vor sein Haupt hielt. Ein starker Bluterguss und Prellungen am Arm waren die Folge.
Wenig später attackierte der psychisch Kranke eine 13-Jährige, die an einer Bushaltestelle wartete. Das Mädchen wurde an der linken Schulter getroffen, was Abschürfungen und Prellungen bewirkte. Zuletzt schlug der Mann in der Bossigasse einem Passanten die Gerätschaften auf den Hinterkopf, wodurch der Betroffene eine Prellung am Kopf und eine Verletzung der Lendenwirbelsäule erlitt.
"Sehe ein, dass ich eine Behandlung brauche"
"Es tut mir leid. Ich sehe ein, dass ich eine Behandlung brauche. Ich sehe ein, dass man mich momentan nicht rauslassen kann", zeigte sich der 48-Jährige vor Gericht krankheitseinsichtig. Auf die Frage, weshalb er mit den schweren Werkzeugen seine Wohnung verlassen hatte, erwiderte er: "Ich hatte wahrscheinlich Angst." Zum Grund des Zuschlagens befragt, erklärte er: "Es war Halluzination, Psychose." Er sei außerdem "unter Drogeneinfluss" gestanden.
Der psychiatrische Sachverständige betonte, bei den Angegriffenen habe es sich um "Zufallsopfer" gehandelt: "Es hätte jeden treffen können." Ohne eine im Maßnahmenvollzug gewährleistete therapeutische und vor allem medikamentöse Behandlung des 48-Jährigen wäre in absehbarer Zeit wieder mit strafbaren Handlungen mit schweren Folgen zu rechnen, warnte Hofmann. Die zwangsweise Anhaltung in einem forensisch-therapeutischen Zentrum sei daher unumgänglich.
Mehr entdecken

Wiener Urania Kino wird ab Juni zum "CEEnema"

US-Außenminister Rubio traf Papst Leo XIV.

Mutter und zwei Kleinkinder aus brennender Wohnung gerettet

Deutsche ESC-Starterin Engels kostümlos in Wien gelandet

Sohn von Hamas-Anführer bei Angriff Israels in Gaza getötet

Wieder Todesfall durch Borna-Virus in Bayern
