Wieder Todesfall durch Borna-Virus in Bayern
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von AgenturenFeldspitzmaus als Überträger
Bild: APA/APA/dpa/Frank Rumpenhorst
Erneut ist in Bayern ein Mensch an den Folgen einer Infektion mit dem Borna-Virus gestorben. Die Infektion sei in Augsburg nachgewiesen worden, teilte das Gesundheitsamt der Stadt mit. Das Virus wird vorwiegend von der Feldspitzmaus übertragen. Infektionen seien außerordentlich selten, verliefen aber in der Regel lebensbedrohlich, hieß es.
"Symptomatisch kommt es nach einer Ansteckung zu einer rasch voranschreitenden Entzündung des Gehirns mit Verwirrtheit, geistigem Abbau, Sprachstörungen und epileptischen Anfällen", sagte Professor Markus Naumann, Direktor der Neurologischen Klinik am Universitätsklinikum Augsburg.
Erst Ende April war eine tödliche Borna-Infektion im Raum Bad Wörishofen im Landkreis Unterallgäu registriert worden. Bundesweit werden jährlich weniger als zehn Infektions-Fälle gemeldet, ein Großteil davon in Bayern. So gab es im März einen Infektions-Fall im Landkreis Erding. Im Herbst 2025 starb im Landkreis Tirschenreuth ein 57 Jahre alter Mensch. Wenige Monate zuvor waren zwei Personen aus dem oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm an dem Borna-Virus gestorben. In Augsburg hatte es zuletzt 2023 zwei Erkrankungsfälle gegeben.
Feldspitzmaus als Überträger
Das Borna Disease Virus 1 (BoDV-1) kommt nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit (LGL) in der Feldspitzmaus vor. Experten gehen davon aus, dass die Übertragung durch den Kontakt mit deren Ausscheidungen erfolgt. Infizierte Tiere scheiden das Virus unter anderem über Kot, Urin, Speichel und die Haut aus, ohne selbst zu erkranken.
Lebende oder tote Tiere sollten nicht mit bloßen Händen berührt werden. Beim Entsorgen einer toten Maus oder ihrer Ausscheidungen sowie bei Staub aufwirbelnden Arbeiten an Orten, an denen Feldspitzmäuse leben - zum Beispiel beim Kehren im Schuppen - sollten Gummihandschuhe, Schutzbrille und Feinstaubmaske getragen werden. Danach sollte man duschen, die Kleidung waschen und kontaminierte Flächen reinigen. Kadaver sollten in einem verschlossenen Plastiksackerl im Hausmüll entsorgt werden.
Nachweis der Übertragbarkeit auf Menschen seit 2018
Feldspitzmäuse sind Insektenfresser. Sie sind scheu, nachtaktiv, sehr selten und haben deutlich spitzere Gesichter als andere Mäuse. Der Erreger ist bei Tieren seit langem bekannt. Erst 2018 wurde nachgewiesen, dass BoDV-1 auf den Menschen übertragbar ist und dabei meist tödliche Gehirnentzündungen verursacht. Die Krankheit ist seit 2020 meldepflichtig.
Auf dem Online-Portal der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) hieß es, dass das Virus in Österreich "bei Tieren bisher nur vereinzelt nachgewiesen wurden", demnach wurden in den vergangenen Jahren wurden vier Fälle von Bornascher Krankheit beim Pferd detektiert. "Bei Menschen ist in Österreich noch kein Fall einer durch Bornaviren verursachten Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) aufgetreten."
(S E R V I C E - AGES zum Borna-Virus: https://go.apa.at/nSFgsypL)
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