Rapid droht im Europacup-Play-off Blamage
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von AgenturenHoff Thorup will seinen Spielern den Weg Richtung Europacup weisen
Bild: APA/APA/EXPA/ UWE WINTER/EXPA/ UWE WINTER
Eine ohnehin schon verkorkste Saison droht für Rapid mit einer Blamage zu Ende zu gehen. Nach dem 1:2 am Freitag im Hinspiel des Europacup-Play-off-Finales der Fußball-Bundesliga bei der SV Ried könnten die Hütteldorfer erstmals seit sieben Jahren einen internationalen Startplatz verpassen. Vier Niederlagen in Folge musste Rapid zuletzt einstecken, die jüngsten drei Duelle mit Ried wurden verloren, und dennoch gab es vor dem Retourmatch am Montag in Wien Durchhalteparolen.
Trainer Johannes Hoff Thorup etwa bemerkte im Vergleich zum jüngsten Auswärtsspiel gegen Ried Fortschritte. Im Jänner hatte sich Rapid beim Debüt des Dänen mit einem 0:3 gegen die Oberösterreicher aus dem ÖFB-Cup verabschiedet. "Das letzte Mal, als wir hier waren, hatten wir fast gar keine Chancen", erinnerte Hoff Thorup.
Ein eher schwacher Trost angesichts der Tatsache, dass Rapid laut den jüngsten wirtschaftlichen Kennzahlen über ein etwa sieben Mal höheres Budget als Ried verfügt. Trotzdem besteht die Möglichkeit, dass sich der finanzielle Unterschied am Montag auch auf dem Rasen zeigt. "Es ist noch alles drin, wir werden alles geben. Wir haben schon oft bewiesen, dass wir enge Partien gewinnen können, vor allem daheim", erklärte Matthias Seidl.
Ungewohnte Positionen für Seidl und Weimann
Der Kapitän wurde von Hoff Thorup zunächst auf der für ihn ungewohnten Position als rechter "Wing Back" eingesetzt, dafür agierte der gelernte Stürmer Andreas Weimann im Zentrum. Der Coach begründete dies mit den zahlreichen Ausfällen und dem gefährlichen Rieder Umschaltspiel.
In der Freitag-Partie waren allerdings Standard-Situationen entscheidend. Nachdem Rapid zu Beginn die eine oder andere Gelegenheit ausgelassen hatte, fielen beide Treffer der Gastgeber nach ruhenden Bällen. "Wir haben zu viele Standards zugelassen, und Ried ist bei Standards stark", erkannte Hoff Thorup. Seine Zuversicht hat der 37-Jährige dennoch nicht verloren. "Die Chancen sind nach wie vor okay, wahrscheinlich 50:50. Wir glauben daran, dass wir es schaffen können."
Das gilt auch für die Rieder, deren Trainer Maximilian Senft von einer "beeindruckenden Leistung" seiner Mannschaft sprach. "Wir haben die Grundtugenden vom Herbst voll auf den Platz gebracht, aber waren auch mit dem Ball sehr dominant."
Rieder "fetzenhinnig"
Die Oberösterreicher hatten drei Tage vor dem Rapid-Match einen kräftezehrenden 2:1-Sieg im Semifinale über den WAC unter Dach und Fach gebracht. "Wir sind alle fetzenhinnig, aber wir werden alles reinhauen. Es wird eine Kopfsache. Wir können in Wien genauso gewinnen", meinte Goalie Andreas Leitner.
Senft wies ebenfalls auf die jüngsten Strapazen seiner Truppe hin. "Jetzt wird es darum gehen, die Zitrone komplett auszupressen. Die Jungs haben dann eh ein paar Wochen Urlaub." Auf ein Unentschieden werde man im Rückspiel nicht spekulieren, versprach der 36-Jährige. "Wir spielen auch in Wien auf Sieg."
Senft hatte erst am Donnerstag bekanntgegeben, nach dieser Saison zum Karlsruher SC zu wechseln. Zu seinem Heim-Abschied gab es Sprechchöre von den Fans und Wehmut bei Leitner. "Es tut natürlich weh, auch mir persönlich, weil wir ein extrem enges Verhältnis haben. Aber das ist das Geschäft - besser so, als wenn man den Trainer rauswerfen muss, weil es nicht läuft", sagte der Keeper.
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