Salzburger Landestheater widmet sich Kunst der Versöhnung
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von AgenturenDas Landestheater Salzburg widmet sich der Kunst der Versöhnung
Bild: APA/APA/LANDESTHEATER SALZBURG/NEUMAYR FOTO/LEOPOLD/NEUMAYR FOTOGRAFIE/CHRISTIAN LEO
In einer Zeit, die von Gegensätzen und Konflikten geprägt sei, wolle man einen Raum aufmachen, in dem man sich Versöhnung vorstellen könne. So begründete Carl Philip von Maldeghem, Intendant des Salzburger Landestheaters, am Mittwoch die Wahl jenes Themas, das sich wie ein Roter Faden durch das Programm der Spielzeit 2026/27 ziehen soll: die Kunst der Versöhnung.
"Wir haben nicht die Weisheit gepachtet, aber wir möchten in allen Sparten überlegen, wie man Versöhnung erreichen kann", sagte Maldeghem. Das Theater sei schließlich ein Ort, in dem man sich eine andere Welt vorstellen könne. Im Schauspiel passt das Eröffnungsstück "Krach in Chioggia" zum Spielzeitmotto. Carlo Goldoni wirft darin einen liebevollen Blick auf eine nicht gerade harmonische Dorfgemeinschaft. Schauspieldirektor Nuran David Calis wird die Komödie inszenieren. Konflikt und Versöhnung stehen auch im Mittelpunkt einer Uraufführung: Anlässlich der österreichischen Teilnahme an der Fußball-WM hat das Landestheater ein passendes Stück in Auftrag gegeben. Die Autorin und Dramaturgin Sarah Henker verwebt in "Das österreichische Fußballwunder" den Sport mit einer Familiengeschichte.
Zusammenarbeit mit investigativer Redaktion
Der österreichisch-iranische Autor Amir Gudarzi wird sich für sein neues Stück "Die Erfindung des Paradieses" mit Aischylos' "Die Perser" beschäftigen und neue Perspektiven ermöglichen. Die Dramaturgin und Autorin Carla Bender wirft in ihrem ersten Theaterstück "Hysteria" einen Blick auf (Nicht)-Muttersein und die kulturhistorisch lange Beziehung zwischen Katzen und Frauen. In die Reihe der Uraufführungen gehört auch ein mit der investigativen Redaktion von Dossier entstehendes "Enthüllungsstück". "Es wird einem die Füße wegziehen", verspricht Schauspieldirektor Calis einen überraschenden Theaterabend.
Die Sparte Oper eröffnet die Saison mit Gioachino Rossinis "L'italiana in Algeri". Im Großen Festspielhaus ist eine halbszenische Produktion der "Tosca" geplant. Mit an Bord ist dabei der Salzburger Zeichner und Karikaturist Thomas Wizany. Operndirektorin Katrin König erfüllt sich mit der Aufführung von Jacques Offenbachs "Robinson Crusoe" einen lang gehegten Wunsch. "Man kann sich der Magie von Offenbach nicht entziehen", freut sie sich. Außerdem erlebe "Robinson Crusoe" gerade als Opern-Wiederentdeckung eine Renaissance.
Eine echte Rarität gräbt das Landestheater mit der musikalischen Verwechslungskomödie "L'armore artigiano" aus. Es ist eine Oper von Florian Leopold Gassmann, dem Lehrer und Mentor von Antonio Salieri. Auch im Opernbereich ist eine Uraufführung geplant: Der Atomphysiker Stephen Hawking hat mit seiner Tochter eine Abenteuerreise durch das Universum geschrieben. Maldeghem macht mit seinem Team aus diesem Buch eine Oper, die Musik kommt von David Buckley, der sich als Filmkomponist unter anderem mit "From Paris with Love" einen Namen gemacht hat.
"Giselle" als Ballettklassiker
Im Musicalbereich plant das Landestheater eine Bearbeitung des Musik-Fantasyfilms "Tschitti Tschitti Bäng Bäng", außerdem gibt es Wiederaufnahmen von Monty Pythons "Not the Messiah" und "The Sound of Music". Die Produktion "BodyBeat" bringt Ballett mit Club Sounds zusammen. Erstmals seit rund 50 Jahren steht 2026/27 wieder der Ballettklassiker "Giselle" auf dem Spielplan des Landestheaters.
Für junges Publikum gibt es Stücke wie "Rennschwein Rudi Rüssel", "Die Edelweißpiraten", "Kleiner Werwolf" oder Christine Nöstlingers Klassiker "Anna und die Wut" als Tanzstück.
Theater als Erinnerungsraum
Schauspieldirektor Calis versteht das Theater auch als Erinnerungsraum und nimmt sich dabei eines grauenvollen Themas an, den "Menschensafaris von Sarajevo", die während des Bosnienkriegs stattgefunden haben sollen. In journalistischen Panels, Gesprächsrunden und künstlerischen Interventionen sollen diese schrecklichen Ereignisse thematisiert werden. Mit solchen Formaten wolle man bewusst in den öffentlichen Raum gehen, sagte Maldeghem.
Zufrieden ist das Landestheater mit dem bisherigen Verlauf der aktuellen Spielzeit. Die Zahl der Abonnements habe leicht zugenommen, die Auslastung sei mit 83 Prozent stabil, sagte Bernhard Utz, der kaufmännische Direktor des Hauses. Rund ein Viertel der Besucher sind junge Menschen.
(S E R V I C E - www.salzburger-landestheater.at )
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