Selenskyj: Solderhöhungen für ukrainische Soldaten

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Bild: APA/APA/dpa (Themenbild)/Michael Kappeler


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Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj hat mitten im Krieg mit Russland Reformen in der Armee angekündigt. "Ich habe die Aufgabe gestellt, die Soldzahlungen spürbar zu erhöhen", teilte der Staatschef am Freitag bei Telegram mit. Zum angekündigten Reformpaket gehört demnach auch ein stärkerer Einsatz befristeter Verträge. Schon in diesem Jahr sollen bereits Eingezogene schrittweise aus dem Wehrdienst ausscheiden können. Zudem sollen Zwangsrekrutierungen hinterfragt werden.

Beim Sold sollen vor allem die Zahlungen bei Kampfeinsätzen erhöht und entsprechende Erfahrungen stärker berücksichtigt werden. Selenskyj zufolge soll der Sold für Posten ohne Kampfeinsatz um ein Drittel auf mindestens 30.000 Hrywnja (rund 580 Euro) im Monat steigen. Im Hinterland soll er um fast 50 Prozent auf umgerechnet knapp 400 Euro steigen. Für Kampfeinsätze von Infanteristen stellte Selenskyj mehr als eine Verdreifachung der bisherigen Frontzuschläge von etwas über 1.900 Euro in Aussicht.

Deutlich höhere Vergütung für Kommandanten und Offiziere

Für Kampfeinsätze sowie für Kommandanten und Offiziere sei eine deutlich höhere Vergütung vorgesehen. Spezielle Verträge für die Infanterie sollen mit 250.000 bis 400.000 Hrywnja (4.850 bis 7.760 Euro) dotiert werden. "Ein ukrainischer Infanterist, der die Frontlinie hält, muss spüren, dass unser Staat ihn wirklich respektiert", so Selenskyj. Die geplanten Anhebungen dürften die finanziellen Engpässe des Landes weiter verschärfen, da Kiew stark von ausländischer Hilfe abhängig ist. Militärexperten schätzen, dass derzeit mehr als eine Million Menschen in der ukrainischen Armee dienen.

Wie die erhöhten Ausgaben finanziert werden sollen, erklärte Selenskyj nicht. Im April hatte die Europäische Union allerdings einen Kredit über 90 Milliarden Euro freigegeben. Medienberichten zufolge kann Kiew mit dem Geld nun erstmals direkt die Armee finanzieren.

"Busifizierung" soll beendet werden

Zugleich kursieren in sozialen Netzwerken weiterhin täglich neue Videos von gewaltsamen Zwangsmobilisierungen. Selenskyj hatte Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow bereits Mitte Jänner bei seinem Amtsantritt beauftragt, die "Busifizierung" genannten Zwangsrekrutierungen zu beenden.

Der ukrainische Begriff "Busyfikazija" leitet sich von den kleinen Transportern (Bussen) ab, mit denen Rekrutierungsoffiziere der Territorialen Rekrutierungszentren (TKK) im öffentlichen Raum unterwegs sind, um wehrfähige Männer im öffentlichen Raum von Mitarbeitern der Territorialen Rekrutierungszentren (TCK) festzunehmen und zwangsweise zu verladen, um sie zu Mobilisierungszentren zu bringen. Ein Großteil der Zwangsmobilisierten desertiert Medienberichten zufolge umgehend. Offizielle Zahlen zur Fahnenflucht werden seit vergangenem Herbst jedoch nicht mehr veröffentlicht.

Die Ankündigung fällt in eine kritische Phase des seit vier Jahren andauernden, zermürbenden Krieges mit Russland. Die ukrainische Armee ist den russischen Truppen zahlenmäßig deutlich unterlegen. Nachdem es zu Beginn der Invasion eine Welle von Freiwilligen gegeben hatte, ist die Bereitschaft zum Militärdienst angesichts von Berichten über mangelhafte Ausbildung und ein hartes Vorgehen der Rekrutierungsbehörden gesunken.

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Selenskyj verspricht stärkere Flugabwehr für Odessa und Dnipro

Nach harten russischen Luftangriffen stellte Selenskyj am Freitag für die Großstädte Odessa und Dnipro eine Stärkung der Flugabwehr in Aussicht gestellt. "Für Dnipro gibt es zusätzliche Radare, elektronische Störsysteme, zusätzliche Mannschaften", sagte der Staatschef in einer Videoansprache. Auch für Odessa gebe es Lösungen und die Abschussquote steige bereits. "Doch muss sie noch höher sein", gab Selenskyj als Ziel vor. Das russische Militär versuche mit häufigen und intensiven Angriffen die ukrainische Flugabwehr zu überwinden.

Die südostukrainische Industriestadt Dnipro wurde insbesondere vergangene Woche mit Raketen und Drohnen unterschiedlichen Typs angegriffen. Der Großraum um die Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer wird regelmäßig von russischen Kampfdrohnen attackiert.

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