SPÖ Kärnten geht mit "Wir für hier" in Gemeinderatswahlkampf
Veröffentlicht:
von AgenturenStaatsskretärin Michaela Schmidt und Daniel Fellner
Bild: APA/APA/WOLFGANG JANNACH/WOLFGANG JANNACH
Die SPÖ Kärnten hat am Samstag ihre Werbelinie für die Kärntner Gemeinderatswahl im kommenden Februar präsentiert. Bei der Kärnten Konferenz, einem kleinen Parteitag mit rund 350 Teilnehmern, wurde die Leitidee "Wir für hier" präsentiert. Landesparteivorsitzender Daniel Fellner, der seine erste Rede als Landeshauptmann vor den Genossinnen und Genossen hielt, schwor seine Partei auf eine positive Sicht auf die Entwicklung Kärntens ein.
Aus einer Ausschreibung für die Werbelinie war die Agentur "stoff" als Sieger hervorgegangen. Agenturchef Daniel Pipal präsentierte das Konzept und betonte, dass dieses sowohl geografisch ("Wir für Ferlach") als auch thematisch ("Wir für hier! Für sichere Radwege") adaptierbar sei: "Es soll symbolisieren: Wenn sich die Sozialdemokratie für etwas einsetzt, dann hat das Hand und Fuß." Der Spruch "Wir für hier" funktioniere "wie ein Gütesiegel".
Entworfen wurden auch der Slogan für ein erstes Antreten von Kandidatinnen oder Kandidaten. Dieser lautet "Dieses Mal Erste Wahl", amtierende Gemeindechefs gehen mit Sprüchen wie zum Beispiel "Johannes Bürger meistert das" ins Rennen.
Ein Rettungsfahrer hinter der Tapetentür
Fellner erzählte zu Beginn seiner Rede von seiner Angelobung bei Bundespräsident Alexander Van der Bellen: "Der Rettungsfahrer aus Wolfsberg steht auf einmal hinter der Tapetentür. Das war so wunderschön." "Schauen Sie bitte, dass der Zusammenhalt in Kärnten wächst", habe der Auftrag des Präsidenten bei dieser Gelegenheit gelautet. "Wenn es kalt wird, muss man immer näher zusammenrücken. Und es wird kalt da draußen", sagte Fellner dazu. Man müsse darauf achten, dass das "Wir" im Vordergrund steht - aber nicht um zu "trennen, spalten, hetzen", leitete er gleich zur FPÖ über, an der er sich im Lauf der Rede öfters abarbeiten sollte.
Man dürfe sich die Arbeit der Bundesregierung nicht schlechtreden lassen - die Preissenkungen würden sehr wohl bei den Bürgerinnen und Bürgern ankommen, so Fellner. Über weite Strecken glitt seine Rede dann in die Außenpolitik ab, wobei Fellner eindringlich vor der Gefahr einer Entwicklung in Richtung Autokratie warnte.
SPÖ als "bessere Alternative"
"Irgendwann werden die Menschen erkennen, dass wir die bessere Alternative sind", bekräftigte Fellner in Bezug auf die aktuellen Umfragen, die die SPÖ nicht unbedingt an vorderster Stelle sehen. Er halte nichts davon, die Gesamtsituation andauernd schlechtzureden, es müsse Aufgabe der Politik sein, ein gutes Stimmungsbild zu verbreiten. "Schauen wir an, wie sich Kärnten entwickelt hat, als Peter Kaiser Landeshauptmann wurde", forderte Fellner auf. In dieser Zeit habe sich die wirtschaftliche Entwicklung Jahr für Jahr verbessert.
Staatssekretärin Michaela Schmidt (SPÖ) hatte zuvor in einem Kurzinterview erklärt, sie freue sich, eine Auszeit von den aktuell laufenden Budgetgesprächen zu haben. Dazu nur so viel: "Die Lage ist ernst - wir müssen mehr einnehmen und weniger ausgeben, aber auf eine sozial ausgewogene Art und Weise." Die aktuelle Teuerung bezeichnete sie wörtlich als "Trumpflation" in Anspielung auf den US-Präsidenten. Gleichzeitig lobte sie die Bemühungen der Bundesregierung, die den Menschen in Österreich rund 1.000 Euro an Einsparungen im Jahr bringe: "Wenn man fragt, wer denn das überhaupt braucht, ist man weit weg von der Lebensrealität der Menschen."
Fellner mimt "Praktikant" und Jonathan Frakes
Mit einem Video wurde auf die "Mitten im Leben"-Tour des neuen Parteivorsitzenden Fellner zurückgeblickt, der in den vergangenen Monaten als "Praktikant" in verschiedenen Berufen unterwegs war, zum Beispiel als Kellner, Koch oder Schuster. Wie Landesgeschäftsführer David Pototschnig sagte, sei das dermaßen gut angekommen, dass weitere Einsätze folgen würden - Fellner sei es besonders wichtig, bei diesen Gelegenheiten mit den Leuten an Ort und Stelle ins Gespräch zu kommen.
Präsentiert wurden bei der Kärnten Konferenz auch neue Social-Media-Inhalte der Partei. So wurde auf Tiktok eine Reihe mit dem Titel "Politik einfach erklärt" gestartet - in der ersten Folge geht es etwa darum, warum Fellner nicht in Direktwahl zum Landeshauptmann gewählt wurde. Dieser selbst schlüpfte in einem anderen Video übrigens bereits zum zweiten Mal in die Rolle des Moderators der Sendung "K-Factor" - eine Anspielung an die Mystery-Rateserie "X-Factor". Darin bemüht sich der Parteichef wie das Vorbild Jonathan Frakes, Fakten von Fakes zu unterscheiden - allerdings mit Schwerpunkt auf die Kärntner Politik. Das Ergebnis ist auf Instagram zu sehen.
Mehr entdecken

Stabile, aber fragile Lage bei Waldbrand im Lesachtal

Kiew bereit für Ukraine-Russland-Treffen in Aserbaidschan

Mali: Terroristische Angriffe auf Kasernen und andere Ziele

Mailänder Scala begeht 80. Jahrestag ihrer Wiederöffnung

Irans Außenminister beginnt Krisendiplomatie in Pakistan

Dienstzeitmodell der Polizei für Stelzer "falscher Weg"
