Waldbrand im Lesachtal: Ausbreitung vorerst gestoppt

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von Agenturen

Die Hubschrauber bringen pro fünf Minuten 6.000 Liter Löschwasser

Bild: APA/APA/LM MATTHIAS WARMUTH/LM MATTHIAS WARMUTH


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Der Waldbrand im Kärntner Lesachtal hat sich in der Nacht auf Samstag auf 110 Hektar land- und forstwirtschaftliche Fläche ausgebreitet. Am Vormittag gelang es jedoch, ein weiteres Ausbreiten der Flammen zu verhindern, was die Feuerwehren "hoffnungsvoll" stimmte. Im Einsatz standen sieben Hubschrauber und 33 Feuerwehren aus Kärnten und Osttirol mit 250 Einsatzkräften, davon 23 Feuerwehr-Flughelfer.

Drei Hubschrauber stammen vom Bundesheer, vier von der Polizei. Siedlungsraum war nicht betroffen, keine Menschen seien gefährdet, hieß es. Dennoch standen Rettungskräfte in Bereitschaft, um schnell Hilfe leisten zu können. Die Sperre der Bundesstraße (B111) zwischen St. Lorenzen im Lesachtal und Maria Luggau blieb bis auf weiteres aufrecht.

Es sei zu erwarten gewesen, dass sich das Feuer über Nacht ausbreitet, sagte Feuerwehr-Sprecher Florian Jost am Samstag zur APA. In der Nacht können keine Hubschrauber fliegen, der Wind sorgte für eine weitere Ausbreitung. Der Brand sei keine geschlossene Fläche - "hier ein Graben, dort ein Graben, je nachdem wie der Wind geht". Auf dem bereits abgebrannten Gelände sind inzwischen Feuerwehrleute mit Rückenspritzen im Einsatz, die Glutnester ausgraben und ablöschen - eine sehr anstrengende Arbeit.

"Aktuell hoffnungsvoll"

Der Großteil des Löscheinsatzes finde nach wie vor aus der Luft statt, sagte Jost. Von den Hubschraubern, unter ihnen auch ein Black Hawk, seien immer drei bis vier im Einsatz und holen Wasser aus dem Gailfluss, um das Feuer so zu bekämpfen. Die Kapazität betrug mit Stand 11.00 Uhr 6.000 Liter pro fünf Minuten. Jost: "Da geht etwas weiter." Umgekehrt habe man es mit einer sehr großen Fläche zu tun, auch wenn der Großteil davon inzwischen abgebrannt sei.

Aktuell seien die Einsatzkräfte "hoffnungsvoll", so Jost. "Im Moment ist es so, dass es sich nicht ausbreitet. Das hängt aber von den Windverhältnissen ab." Bei Wind lodern die Flammen schnell auf, brennende Pflanzenteile, die davon geweht werden, können schnell für einen neuen Brandherd sorgen. Die Hubschrauber, die gerade nicht löschen, würden beispielsweise für die Lageerkundung genutzt oder stehen für Notfälle bereit, etwa wenn Einsatzkräfte plötzlich von Flammen eingeschlossen würden, erklärte Jost.

"Größter Waldbrand, den Kärnten je gesehen hat"

Landeshauptmann Daniel Fellner (SPÖ) sprach bei einer Parteiveranstaltung am Samstag vom "größten Waldbrand, den Kärnten je gesehen hat" und berief sich dabei auf die Einsatzleitung. Fellner wird am Sonntag in St. Lorenzen im Lesachtal mit Feuerwehrkommandant Rudolf Robin eine Pressekonferenz geben. In einer Aussendung am Samstag dankte Fellner den Einsatzkräften und kündigte an, dass Feuerwehrleute im Landesdienst Sonderurlaub für den Einsatz bekommen. "Ich appelliere an alle Unternehmen, es uns gleich zu tun!"

Das Land habe 10.000 FFP2-Masken und 350 FFP3-Masken organisiert, die den Einsatzkräften zum Schutz für die Nachlöscharbeiten zur Verfügung gestellt werden. Die Kärntner Katastrophenhilfszüge (KAT-Züge) wurden in Bereitschaft versetzt. Für Sonntag wird der Einsatz des KAT-Zugs 2 aus dem Bezirk Spittal/Drau in Vorbereitung.

Der Waldbrand im Kärntner Lesachtal ist am Donnerstagabend ausgebrochen. Aufgrund der Trockenheit breiteten sich die Flammen rasch aus. Das Landeskriminalamt hat die Ermittlungen zur Brandursache übernommen. Zunächst gab es noch keine Erkenntnisse zum Auslöser der Brandkatastrophe.

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