Tiroler Volksschauspiel mit Festspielhausidee, Moretti liest
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von AgenturenVolksschauspiele-Chef Gregor Bloéb denkt einen Festspielhaus-Bau an
Bild: APA/APA/MARKUS STEGMAYR/MARKUS STEGMAYR
Der künstlerische Leiter der Tiroler Volksschauspiele, Gregor Bloéb, denkt für die Zukunft über den Bau eines Festspielhauses nach. Derzeit befinde sich das Team und er aber erst in der "Ideenphase" und man sei zudem "auf Ortssuche". "Ein Festspielhaus würde es uns aber ermöglichen, das Geld vorrangig in die Produktionen zu stecken", sagte Bloéb am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Telfs. Indes wurde verkündet, dass Tobias Moretti bei der "Marathonlesung" dabei sein wird.
Angesichts von großen Produktion und des Wachstums der Tiroler Volksschauspiele in den letzten Jahren stehe man nunmehr jedenfalls "vor einer Entscheidung", erklärte Bloéb weiters zur Festspielhaus-Idee. Es gehe dabei auch "um Lager, Fundus und Repertoire", strich der künstlerische Leiter heraus. "Wenn wir schon vor Jahren ein Festspielhaus gehabt hätten, hätten wir jetzt schon ein Repertoire." Es sei jedenfalls "wenig nachhaltig", wie es derzeit der Fall sei, dass Bühnenbauten nach den Aufführungen "verworfen" werden. Noch sei jedoch in Sachen Festspielhaus-Bau "nichts beschlossen" und "auch der Landeshauptmann weiß noch nicht Bescheid", meinte Bloéb launig hinsichtlich etwaiger Gelder aus dem Landesbudget. Klar sei aber eines: "Der Bau soll in Telfs sein, im besten Fall im Zentrum der Gemeinde".
Bei den Volksschauspielen werde jedenfalls insgesamt "alles immer größer, schöner aber auch absurder". Karten für das diesjährige Theaterstück "Feuernacht" von Felix Mitterer, bei dem Thomas Gassner Regie führen wird und Herbert Pixner die Musik liefert, seien "bereits seit Dezember ausverkauft". Außerdem sei diese Produktion so groß, dass eben "viel Geld in Bühne, Kräne, Bagger und Bauten" fließe, erklärte Bloéb. Bei dem Stück wird übrigens die Geschichte der Südtiroler "Bumser" verhandelt, die Ende der 1950er- bis zum Ende der 1960er-Jahre vor allem in der Anfangsphase Infrastruktur wie etwa Strommasten gesprengt hatten und dadurch ihren Namen erhielten. Die Aktivisten wollten auf die Unterdrückung der Südtiroler Minderheit durch Rom aufmerksam machen. Premiere feiert das Stück am 30. Juli.
"Marathon-Lesung" mit Branko Samarovski und Gerti Drassl
Bei der mehrstündigen Marathon-Lesung, die am 19. Juli über die Bühne geht und deutlicher kleiner als die Festspielhaus-Idee im Telfer Rathaussaal angelegt ist, gesellen sich zu Moretti wiederum unter anderem Burgtheater-Legende Branko Samarovski und Schauspiel-Star Gerti Drassl. Sie alle werden aus dem Text "Flucht ohne Ende" des österreichischen Schriftstellers Joseph Roth lesen. Ein da capo des grenzüberschreitenden Kooperationsprojekts mit den "Vereinigten Bühnen Bozen" gibt es dann schließlich am 28. November in Bozen.
Eröffnung mit Christoph Franceschini, angekündigtes "Spektakel"
Unabhängig davon, ob künftig in Telfs ein Festspielhaus stehen wird oder nicht, bleibt aber wohl die inhaltliche Struktur der Tiroler Volksschauspiele in der 16.000-Seelen-Gemeinde im Tiroler Oberland im Wesentlichen erhalten. Neben dem Hauptstück - dieses Mal hat man sich erstmalig auf ein statt auf zwei Stücke fokussiert - und der Marathonlesung gibt es 2026 am 4. Juli abermals einen Eröffnungsfestakt bei freiem Eintritt im Ortszentrum. Die Festrede in diesem Rahmen wird Polit-Redakteur und Dokumentarfilmer Christoph Franceschini bestreiten.
Auch "Feuernacht"-Regisseur Gassner und Volksschauspiele-Dramaturg Florian Hirsch gaben zudem Einblicke in die kommende Spielsaison vom 4. Juli bis 29. August. "Feuernacht" werde zwar "ein Spektakel", er denke aber "auch klein", sagte Gassner. Das bedeute, dass er vor allem auch "die Figuren intim erzählen will". "Ich möchte das Publikum spielerisch in einen Tunnel hineinlenken", sagte er. Hirsch hingegen nahm Bezug auf die "Institution Marathonlesung": "Der Text von Roth passt besonders gut zum diesjährigen Theaterstück, weil er ein Grenzgänger der Literatur war und Heimatlosigkeit, Verlust, Einsamkeit aber auch Utopien verhandelt hat."
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