Tote und Verletzte nach russischem Angriff auf Odessa
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von AgenturenSchwere Schäden nach Angriffen
Bild: APA/APA/AFP/OLEKSANDR GIMANOV
Bei neuen schweren russischen Drohnenangriffen auf die südukrainische Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer sind mindestens drei Menschen getötet worden. 15 Bewohner, unter ihnen eine Schwangere und zwei Kinder, seien verletzt worden, teilte Militärgouverneur Oleh Kiper am Montag bei Telegram mit. Demnach traf eine Drohne ein mehrgeschossiges Wohnhaus. Russland meldete ebenfalls Verletzte nach ukrainischen Angriffen.
Bei den Toten in Odessa handle es sich um eine 30 Jahre alte Frau und ihre zweieinhalb Jahre alte Tochter sowie um eine 53 Jahre alte Frau, so Kiper, der auch von Bränden und erheblichen Zerstörungen berichtete. "Getroffen wurden Wohnhäuser, kritische Infrastruktur und Verwaltungsgebäude", sagte der Gouverneur. Auch ein Kindergarten sei betroffen. "Die Rettungsarbeiten dauern an, unter den Trümmern könnten sich noch Menschen befinden." Hundeführer und Psychologen seien im Einsatz. "Die Strafverfolgungsbehörden dokumentieren die jüngsten Kriegsverbrechen des Aggressorstaates gegen die Zivilbevölkerung", sagte er. Durch die Angriffe auf die Energieinfrastruktur seien 16.000 Haushalte ohne Strom.
Energieanlagen gezielt angegriffen
Die ukrainische Luftverteidigung meldete 141 russische Drohnenangriffe, von denen 114 abgewehrt worden seien. Im Gebiet Tschernihiw im Norden der Ukraine waren nach russischen Angriffen auf die Energieinfrastruktur laut Behörden rund 340.000 Kunden ohne Strom. Energieanlagen seien auch in den Gebieten Sumy, Charkiw und Dnipropetrowsk angegriffen worden, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, neben Energieanlagen auch Werke für die Herstellung von Raketen-Bauteilen in der Ukraine angegriffen zu haben. Selenskyj sagte, dass Russland innerhalb einer Woche mehr als 2.800 Drohnen, fast 1.350 Gleitbomben und mehr als 40 Raketen und Marschflugkörper gegen die Ukraine eingesetzt habe.
Russland hatte seine Angriffe auf Odessa verstärkt. Die Stadt ist ein wichtiger Logistikknotenpunkt im Süden der Ukraine und der größte Hafen des Landes, über den der Großteil des ukrainischen Getreides und anderer Exporte abgewickelt wird.
Russland intensivierte Drohnenangriffe auf Ukraine
Russland hat zuletzt seine Drohnenangriffe auf die Ukraine intensiviert. Laut einer Analyse der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Zahlen der ukrainischen Luftwaffe wurde die Ukraine im März von mehr Drohnen angegriffen als in jedem anderen Monat seit Beginn des Krieges im Februar 2022. Kiew wirft Moskau vor, Wohngebiete anzugreifen und Zivilisten ins Visier zu nehmen. Die Ukraine lastet Russland an, nicht ernsthaft an Frieden interessiert zu sein. Die von den USA vermittelten Gespräche zwischen den beiden Kriegsparteien sind zuletzt ins Stocken geraten.
Ukraine: Haben Gebiete im Osten zurückerobert
Generell hat die Ukraine hat nach Angaben ihres Armeechefs Olexandr Syrskyj seit Ende Jänner 480 Quadratkilometer Gebiet im Südosten und Osten des Landes zurückerobert. Trotz dieser Erfolge setze Russland seine Frühjahrsoffensive fort, teilte Syrskyj am Sonntag auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Ziel der russischen Truppen sei es weiterhin, mehr ukrainisches Territorium einzunehmen und eine Pufferzone in der Region Dnipropetrowsk einzurichten. US-Militäranalysten zufolge schwächen die ukrainischen Gegenangriffe die russischen Vorstöße zur Einnahme des wichtigen Logistikknotenpunktes Pokrowsk.
Russland: Verletzte nach ukrainischen Angriffen
Russland wiederum verzeichnete Verletzte nach ukrainischen Angriffen. In der russischen Stadt Noworossijsk am Schwarzen Meer seien acht Menschen verletzt worden infolge ukrainischer Drohnenattacken, sagte der Gouverneur des Gebiets Krasnodar, Weniamin Kondratjew. Unter den Verwundeten seien zwei Kinder. Es seien sechs Wohnhäuser beschädigt worden. Trümmer von abgeschossenen Drohnen seien auf dem Gelände mehrerer Betriebe gefunden worden.
Getroffen worden sein soll laut Berichten in den sozialen Netzwerken das Ölterminal "Schescharis" des Konzerns Transneft. Von dort aus exportiert Russland auch Öl. Die Ukraine hatte die Anlage bereits im März getroffen, wie das Verteidigungsministerium in Kiew mitgeteilt hatte. Mit den Angriffen auf die Ölindustrie will die Ukraine Russlands Kriegsindustrie schwächen, die maßgeblich aus den Einnahmen aus dem Energieexport finanziert wird.
Russland meldet Abschuss von 148 ukrainischen Drohnen
Das russische Militär fing unterdessen nach eigenen Angaben innerhalb von drei Stunden 148 ukrainische Drohnen ab. Wegen der Luftangriffe seien fast eine halbe Million Haushalte ohne Strom gewesen, teilten die Behörden in der Nacht auf Montag mit.
In der Grenzregion Belgorod sei ein Zivilschutzhelfer durch eine Drohne getötet worden. In der Hafenstadt Noworossijsk am Schwarzen Meer hätten Trümmerteile ein Hochhaus getroffen. Auch in den von Russland besetzten Gebieten in den Regionen Donezk und Saporischschja sei es nach ukrainischen Angriffen auf die Energieinfrastruktur zu massiven Stromausfällen gekommen.
Agentur: Ölverladung im russischen Ostseehafen Ust-Luga läuft wieder
Unterdessen nimmt einem Medienbericht zufolge der wichtige russische Ostseehafen Ust-Luga nach tagelangen Unterbrechungen durch ukrainische Drohnenangriffe die Rohölverladung wieder auf. Das Schiff "The Jewel" habe mit der Verladung begonnen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Schifffahrtsdaten.
Eine Stellungnahme des russischen Pipeline-Betreibers Transneft liegt zunächst nicht vor. Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters sind mindestens 40 Prozent der russischen Ölexportkapazitäten durch Drohnenangriffe und andere Zwischenfälle gestört.
Die Ukraine verteidigt sich im fünften Jahr gegen den russischen Angriffskrieg. In ihrem Abwehrkampf greift sie immer wieder Ziele in Russland an.
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