Warten auf Gutachten zur Toxizität von Gift in Hipp-Glas
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von AgenturenZweites mutmaßlich manipuliertes Glas wird noch immer gesucht
Bild: APA/APA/THEMENBILD/TOBIAS STEINMAURER
Im Burgenland laufen die Ermittlungen zu den mit Rattengift versetzten Hipp-Gläsern nach der Festnahme eines 39-Jährigen weiter auf Hochtouren. Offen ist unter anderem, welche Auswirkungen ein Verzehr des in Schützen am Gebirge (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) sichergestellten Glases mit 15 Mikrogramm Rattengift gehabt hätte. Ein entsprechendes Gutachten war am Mittwoch laut Staatsanwaltschaft Eisenstadt weiter ausständig.
Das Ergebnis dürfte ausschlaggebend dafür sein, was dem Verdächtigen letztlich vorgeworfen wird. Derzeit ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung und versuchter absichtlich schwerer Körperverletzung. Sollte sich jedoch herausstellen, dass die Dosis für Kleinkinder potenziell tödlich war, käme auch versuchter Mord in Betracht. Seit Dienstag sitzt der 39-Jährige in Untersuchungshaft.
Um welche Art von Rattengift es sich handelt, wurde bisher aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekanntgegeben. Laut "Kronen Zeitung", die auf Ermittlungsakten verwies, dürfte die Babynahrung jedoch mit dem blutgerinnungshemmenden Wirkstoff Bromadiolon versetzt worden sein. Außerdem wurde in dem sichergestellten Glas laut "profil" ein Bitterstoff gefunden, der möglicherweise dafür sorgen sollte, dass Babys den Brei wieder ausspucken.
39-Jähriger bestritt die Vorwürfe
Der Verdächtige war am vergangenen Samstag in Salzburg festgenommen worden. Bei den ersten Befragungen bestritt er die Vorwürfe, und sein Anwalt Manfred Arbacher-Stöger hielt fest, dass sein Mandant mit der Sache "nichts zu tun" habe. Der 39-Jährige ist ein ehemaliger Mitarbeiter von Hipp, dessen Dienstverhältnis einvernehmlich aufgelöst worden sein soll. Zuvor soll das Unternehmen ihm aber Verfehlungen vorgeworfen haben.
Das zweite Glas, das in derselben Spar-Filiale in Eisenstadt verkauft worden sein soll wie das sichergestellte, wird unterdessen weiter gesucht. Die deutschen Behörden ermitteln in dem Fall wegen des Verdachts der versuchten Erpressung des Babykostherstellers. In Österreich, Tschechien und der Slowakei wurden bisher fünf manipulierte Babynahrungsgläser vor dem Verzehr sichergestellt. Der Rückruf der Hipp-Produkte bei Spar war in der Nacht auf 18. April öffentlich geworden. Hinweise hatte es konkret zum Artikel Hipp "Gemüsegläschen Karotte mit Kartoffel" 190 Gramm gegeben.
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