Bilanz

Weniger Arbeitsunfälle in Österreich im Jahr 2025

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von Agenturen

AUVA sieht zunehmend raues Klima in Betrieben

Bild: APA/APA/THEMENBILD/GEORG HOCHMUTH


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Die Zahl der Arbeitsunfälle in Österreich ist im vergangenen Jahr um 2,4 Prozent auf 128.878 gesunken. Doch trotz dieses Erfolgs verbergen sich einer Aussendung der AUVA am Montag zufolge hinter der Bilanz "teure Dauerbrenner und neue Bedrohungsszenarien für Österreichs Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer". Gestiegen sind etwa die Auswirkungen des Klimawandels und die Gewaltbereitschaft in den Betrieben.

Die klassische Industrie ist nach den Pandemiejahren wieder voll im Fokus. Mit 814 anerkannten Fällen (62,3 Prozent) ist die durch Lärm verursachte Schwerhörigkeit die mit Abstand häufigste Berufskrankheit. Gleichzeitig liefert die Baubranche einen dramatischen Befund: Neun von 14 tödlichen Absturzunfällen ereigneten sich am Bau. "Dies ist nicht nur mit unermesslichem menschlichem Leid und Folgekosten für das Sozialsystem verbunden, sondern auch ein massiver wirtschaftlicher Faktor: Jeder Absturz kostet ein Bauunternehmen durchschnittlich 15.000 Euro für Entgeltfortzahlung, Ersatzarbeitskräfte und Stillstandszeiten", so die AUVA.

Klimawandel als neue Gefahrenquelle

Die klassischen Unfallursachen werden zunehmend von neuen, globalen Faktoren überschattet. Der Klimawandel und die damit einhergehenden Extremwetterereignisse sind etwa zu einem akuten Arbeitsschutz-Risiko geworden. Hier will die AUVA Unternehmen mit konkreten Checklisten und Beratung zur Seite stehen, "um Belegschaften vor den massiven gesundheitlichen Folgen von Hitzestress zu bewahren - abseits von reinen Appellen zum Wassertrinken".

Soziales Klima verschärft sich

Neben den physischen Rahmenbedingungen verschärft sich auch das soziale Klima in vielen Branchen spürbar. Die AUVA registriert eine Zunahme von Arbeitsunfällen infolge von Gewalt. "Doch diese Vorfälle bilden nur die Spitze des Eisbergs ab: Psychische Gewalt, verbale Übergriffe, Belästigung und sexuelle Gewalt können in der reinen Unfallstatistik in der Regel nicht erfasst werden", hieß es in der Aussendung. Um Betriebe hier künftig noch besser zu unterstützen, bereitet die AUVA für den weiteren Jahresverlauf eine Aufklärungsinitiative vor.

"Ein Arbeitsunfall oder ein hitzebedingter Krankenstand ist nicht nur eine menschliche Belastung, sondern auch ein massiver wirtschaftlicher Schaden für jedes Unternehmen. Die wachsenden Bedrohungen durch Extremwetter oder Gewalt am Arbeitsplatz erfordern neue Antworten", sagte Roland Pichler, Stv. Generaldirektor der AUVA.

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"Forum Prävention" in Innsbruck

Erörtert wird dies unter anderem beim "Forum Prävention" von 19. bis 21. Mai in Innsbruck. Hier treffen einander 1.000 Expertinnen und Experten aus Betrieben, Behörden, Interessensvertretungen und Partnerorganisationen, um praxistaugliche Lösungen und Innovationen zu diskutieren.

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