"Wien ist violett" - Rapid-Saison ohne Derby-Sieg

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von Agenturen

Die Austria jubelte am Sonntag in Wien-Hütteldorf

Bild: APA/APA/TOBIAS STEINMAURER/TOBIAS STEINMAURER


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3:1, 2:0, 1:1, 2:0 - die Austria hat in dieser Saison der Fußball-Bundesliga eine weiße Derby-Weste behalten. "Es ist sehr schön. Drei Siege, ein Unentschieden - Wien ist violett", meinte Reinhold Ranftl nach dem 2:0 im 350. Pflichtspiel-Meeting mit Rapid. Der 126. Derby-Sieg brachte der Austria vor der Schlussrunde zudem Tabellenplatz vier. Rapid-Trainer Johannes Hoff Thorup erlebte indes die "wahrscheinlich schlimmste Erfahrung, die ich bisher mit diesem Team gemacht habe".

Der Däne sagte, er habe am Sonntag ein Spiel gesehen, in dem es "keine richtigen Chancen von beiden Teams" gegeben habe. Umso schmerzhafter sei die Niederlage. Ausschlaggebend für das Ergebnis waren ein Kopfball von Sanel Saljic (9. Minute) und ein von Serge-Philippe Raux-Yao (60.) ins eigene Tor gelenkter Plavotic-Kopfball. Offensiv gab es aufseiten Rapids kaum zweckdienliche Ansätze. "Die erste Hälfte war okay, die zweite Hälfte war, denke ich, eine große Enttäuschung", sagte Hoff Thorup. "Heute haben wir sogar Schwierigkeiten mit unseren eigenen Einwürfen gehabt, was ein weiterer Hinweis ist, dass diese Gruppe von Spielern nicht stabil genug ist, wenn es um all diese Mentalitätsaspekte in einem Fußballspiel geht."

Austria ließ "wenig anbrennen"

Austria-Coach Stephan Helm zollte dem Gegner Respekt, bezeugte in der Pressekonferenz "ein brutal schwieriges und kompliziertes Spiel für uns". Ranftl dagegen befand: "Ich habe auch heute nach dem 2:0 nicht das Gefühl gehabt, dass da irgendwas anbrennt. Wir stehen so stabil, und Rapid liegt uns." Bei Saljic klang die Analyse ähnlich. "Wir haben wenig anbrennen lassen, haben unser Spiel gespielt und im Endeffekt unsere Chancen genutzt", sagte der 20-Jährige, den im Herbst eine Knieverletzung und anschließend der Grundwehrdienst gebremst hatte.

Dass er sein erstes Tor in der Bundesliga durch einen Kopfball zelebrieren würde, hätte Offensivspieler "nie im Leben" gedacht. "Es war der ideale Zeitpunkt, und ich habe nicht damit gerechnet, dass er ein Kopftor macht", sagte Helm. "Und es ist nicht das erste Mal, dass ein kleiner Spieler ein Kopftor erzielt. Ich habe da ein sehr berühmtes Tor von Lionel Messi im Kopf."

Zuletzt hatte die Austria 2022/23 eine Saison mit drei Derby-Siegen und einem Remis hingelegt, umgekehrt Rapid drei Niederlagen im Wiener Duell einstecken müssen. "Wenn du vier Spiele hast, einen Punkt holst, ist das katastrophal. Besonders weil der Support heute endlich auch im Derby wieder da war", stellte Jannes Horn fest, der verletzungsbedingt in der 25. Minute ausgetauscht werden musste, nachher eine Bandage am rechten Bein trug. "Wir haben es heute einfach nicht geschafft, gefährlich zu werden."

Wie stark greifen Wiener Vereine in Titelkampf ein?

In der letzten Runde ist für beide Wiener Clubs von Platz drei bis fünf noch alles drin - Rapid hat allerdings schlechte Karten. Die Grün-Weißen müssen nach Graz, wo Sturm um die erfolgreiche Titelverteidigung kämpft, die Austria empfängt Tabellenführer LASK. Der Dritte Salzburg spielt daheim gegen den TSV Hartberg. Der fünfte Platz in der Meistergruppe würde ein Nachsitzen in Form des Play-offs um den letzten Europacup-Startplatz bedeuten.

"Wenn es so kommen sollte, dann ist es so, das haben wir uns selber eingebrockt", sagte Horn. "Wir schauen jetzt erst einmal auf Sturm Graz, wollen da probieren, das Spiel zu gewinnen, und hoffen, dass Austria nicht gegen LASK gewinnt", erklärte der Deutsche. "In unserem Stadion sollten nur wir unsere Meisterfeier haben, deswegen schauen wir, dass wir alles dagegen machen", gab Saljic das Ziel aus, den Titel der Linzer noch zu verhindern. Sein Trainer sah das mit einem breiten Grinsen anders: "Wenn das geht, dass wir gewinnen und der LASK trotzdem Meister wird, können sie gerne ihre Meisterfeier bei uns abhalten."

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