LASK mit Vorteil im Fernduell mit Sturm Graz um Meistertitel

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von Agenturen

Darf der LASK den Meisterteller hochstrecken?

Bild: APA/APA/EXPA/ REINHARD EISENBAUER/EXPA/ REINHARD EISENBAUER


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Im Titelrennen der Fußball-Bundesliga sind vor dem Showdown in der letzten Runde mit dem LASK und Sturm Graz zwei Anwärter übriggeblieben. Die Linzer warfen Salzburg am Sonntag mit einem 2:1 aus dem Meisterrennen und erspielten sich einen Vorteil im Fernduell mit den Steirern, die noch auf den Titelhattrick hoffen. Die Grazer liegen zwei Punkte hinter dem Cupsieger, der bei Punktegleichheit aber vorgereiht werden und damit das erste Double seit 61 Jahren fixieren würde.

"Wunderbar. Wir haben uns in eine gute Position gebracht", war LASK-Trainer Dietmar Kühbauer nach dem Sieg im Schlager zufrieden. "Was die Jungs in diesen Monaten gemacht haben, ist eine unglaubliche Geschichte." Seine Spieler würden nun wissen, "dass etwas Großes" machbar sei. Der LASK ist am Sonntag (14.30 Uhr) bei der Wiener Austria zu Gast, ein Remis würde für den zweiten Meistertitel der Vereinsgeschichte genügen. Titelverteidiger Sturm bekommt es zur gleichen Zeit zuhause mit Rapid zu tun, die fünftplatzierten Grün-Weißen wollen mit einem Sieg noch einen Fixplatz für die Europacup-Qualifikation ergattern.

LASK ohne zwei Stammspieler

Sascha Horvath ist vor dem Duell bei den "Veilchen" gewarnt, zumal den Oberösterreichern gegen Salzburg am Ende ein wenig die Körner ausgingen. "Wir müssen richtig frisch sein, weil die Austria hat auch noch was vor. Das wird eine schwere Aufgabe, aber wir werden bereit sein", kündigte der LASK-Kapitän an. Nicht dabei sein wird Moses Usor. Der Topscorer zog sich wohl eine schwere Knieverletzung zu und war nach dem Spiel auf Krücken angewiesen. Am Montag soll eine MRT-Untersuchung weitere Aufschlüsse bringen.

Kühbauer hofft, dass es "nicht die schlimmste" Knieverletzung ist. Das Wort "Kreuzbandriss" wollte er nach dem Spiel nicht in den Mund nehmen. "Um ihn tut es mir leid, weil er wirklich ein unglaublich lieber und positiver Mensch ist und endlich auch das bekommt, was er sich mit seinen Leistungen verdient", erklärte der Burgenländer. "Wir werden am Sonntag für ihn marschieren und laufen, damit wir dann gemeinsam feiern können", betonte Horvath.

Euphorie in Linz

Bei der Austria wird auch Modou Cisse nicht zum Einsatz kommen, der 20-jährige Innenverteidiger holte sich in der Nachspielzeit wegen Zeitspiels die fünfte gelbe Karte ab und wird gesperrt fehlen. "Helfen tut es uns nicht, so ehrlich müssen wir sein", monierte Kühbauer, der allerdings hinzufügte: "Er ist noch ein junger Bursche. Wenn Emotionen am Platz sind, kann man nicht alles steuern."

In Linz war die Euphorie nach einem weiteren erfolgreichen Kapitel im Fußball-Märchen unter Kühbauer jedenfalls deutlich zu spüren. "Wir werden Meister", skandierten die LASK-Fans nach dem letzten Heimspiel ihrer Schwarz-Weißen ohrenbetäubend laut, die Spieler klatschten mit. Gegen Salzburg war der Cupsieger besonders in der ersten Hälfte effizient und ebnete mit zwei Toren den Weg für eine Meisterfeier zuhause. Doch Sturm spielte nicht mit, weshalb sich die Meisterschaft zum dritten Mal in Folge in der letzten Runde entscheiden wird.

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Ingolitsch: "LASK ist Favorit"

Die Grazer holten im steirischen Derby die erforderlichen drei Punkte. Der Meister musste in Hartberg in der zweiten Halbzeit aber zittern, ehe der 17-jährige Luca Weinhandl mit dem Tor zum 4:2-Endstand (80.) alles klarmachte. Die Hoffnung auf den Titelhattrick lebt. "Wir sind voller Vorfreude auf die kommende Woche und haben zu Hause das Finale. Wir sind seit zwölf Runden ungeschlagen, haben eine coole Ausgangslage, der LASK hat jetzt den Druck, wir können nur gewinnen", sagte Trainer Fabio Ingolitsch. Allerdings hat es seine Elf nicht mehr selbst in der Hand und muss auf Schützenhilfe der Austria gegen die auf der Erfolgswelle reitenden Linzer hoffen. "Der LASK ist im Flow, hat den Cup gewonnen, ist der große Favorit auf den Meistertitel. Aber der letzte Schritt ist der schwierigste", meinte Ingolitsch.

Der Salzburger war Ende Dezember als Nachfolger von Jürgen Säumel von SCR Altach geholt worden und startete als Tabellendritter ins Frühjahr. Anfang April schienen die Grazer bei vier Punkten Vorsprung klar auf Meisterkurs, eine Serie von fünf Remis brachte den Titelverteidiger aber gegenüber dem LASK ins Hintertreffen. Dank des Erfolgs in Hartberg ist Sturm nun zumindest Rang zwei sicher. "Bei Übernahme der Mannschaft habe ich und haben wir nicht gewusst, in welche Richtung es gehen wird. Wir haben zumindest den Vizemeister-Titel und können Champions-League-Qualifikation spielen. Der zweite Platz ist auf jeden Fall ein Erfolg", betonte Ingolitsch.

Sturm vor Duell gegen Rapid beflügelt

Der erste Sieg seit fünf Wochen und erstmals seit Mitte März mehr als zwei Tore sollen seine Mannschaft gegen Rapid beflügeln. Zudem scheint der herausragende Offensivspieler Otar Kiteishvili seine Muskelprobleme im Griff zu haben, und dank etwas Glück kann Ingolitsch auch nächstes Wochenende wieder auf Jon Gorenc Stankovic setzen. Der Mittelfeldmotor verursachte zwei Minuten nach einer Gelben Karte (51.) ein Elfmeterfoul, das zum 1:3 führte, sah dafür aber nicht Gelb-Rot. Für Hartberg-Trainer Manfred Schmid eine "klare Fehlentscheidung".

Albert Vallci, der bereits nach eineinhalb Minuten zur Führung getroffen hatte, will nur das Positive in die letzte Woche mitnehmen. "Wieder einmal vier Tore tun gut. Der Sieg war wichtig nach der langen Unentschieden-Serie. Wir haben unsere Hausaufgaben erfüllt und jetzt am Sonntag ein Endspiel", erklärte der Sturm-Verteidiger. Allerdings ortet Vallci auch Verbesserungsbedarf gegenüber dem Gastspiel in Hartberg: "In der zweiten Halbzeit waren wir zu passiv, so geht es nicht. Das müssen wir verbessern."

Salzburg historisch schwach

Nicht mehr im Meisterrennen dabei ist Salzburg. Die ambitionierten "Bullen" bleiben ein drittes Jahr hintereinander ohne Titel, die Truppe von Trainer Daniel Beichler beendet die Saison maximal auf dem dritten Platz. Damit ist das schlechteste Liga-Abschneiden in der Red-Bull-Ära seit 20 Jahren besiegelt. Ab 2005/06 waren die finanzstarken Salzburger immer Meister oder Vizemeister. "In der absoluten Crunchtime musst du sieben Punkte holen und wir stehen mit einem Punkt da. Da hast du dann keinen Anspruch, um den Titel zu spielen", blickte Beichler ernüchtert auf die vergangenen Begegnungen zurück. "Das tut weh."

Er könne seinen Spielern aber nichts vorwerfen, nun müssten die Lehren daraus gezogen werden. "Jetzt geht es am Ende darum, alles in die Waagschale zu werfen und Platz drei abzusichern", sagte der Coach mit Blick auf das abschließende Heimspiel gegen Hartberg. Tormann Alexander Schlager war ebenfalls bedient. "Wenn man einen Titel holen möchte, müssen in so einer knappen Saison ganz viele kleine Zahnrädchen ineinandergreifen. Dann entsteht wie beim LASK eine gewisse Euphorie, Energie und Dynamik. Am Ende des Tages haben wir das alle zusammen das ganze Jahr nicht gebracht."

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