Wiener Winterpaket für obdachlose Menschen beendet
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von AgenturenRund 2.900 Menschen nahmen 2025/26 die Angebote des Winterpakets wahr
Bild: APA/APA/THEMENBILD/ROLAND SCHLAGER
Am Mittwoch ist das Winterpaket des Fonds Soziales Wien (FSW) beendet worden. Mit dem Paket soll obdach- oder wohnungslosen Menschen in den kalten Monaten ein warmer Platz zum Schlafen geboten werden. Dieses Angebot haben rund 2.900 Menschen im vergangenen Winter wahrgenommen, bilanzierte der FSW. Man habe es erneut geschafft, dass Menschen ohne Obdach oder Wohnung im Winter nicht auf sich allein gestellt seien, erklärte FSW-Geschäftsführerin Susanne Winkler.
Umgesetzt wird das Winterpaket mit Partnerorganisationen des FSW. Über den Fonds laufen Förderungen und die Organisation. Im Winterpaket 2025/26 standen demnach in 13 Notquartieren insgesamt rund 1.000 Plätze für Einzelpersonen und Personengemeinschaften sowie rund 40 Plätze für Familien zur Verfügung. Die Gesamtauslastung lag laut einer Hochrechnung bei rund 95 Prozent. Auch an besonders kalten Tagen habe es ausreichend Kapazitäten in den Winternotquartieren gegeben. Die Auslastung sei dabei im Vergleich zum Winter 2024/25 um rund zwei Prozent gestiegen. Ursache dafür waren wohl die Kälteperioden im Dezember und Jänner. Damals wurden temporär über 100 zusätzliche Plätze in Notquartieren angeboten. "Auch die FSW-KälteApp wurde im Winter stark genutzt, über 3.200 Meldungen sind bei den Teams der Straßensozialarbeit eingegangen", sagte Winkler. Nutzerinnen und Nutzer der App können Straßensozialarbeiter des FSW verständigen, um Obdachlosen Hilfe zu leisten.
FSW "zutiefst betroffen" über den Tod zweier Obdachloser
"Leider hat der vergangene Winter auch gezeigt, dass nicht alle Betroffenen die Hilfsangebote annehmen", stellte Markus Hollendohner, Leiter der Strategie Obdach- und Wohnungslosenhilfe im FSW, fest und fügte hinzu: "Dass in diesem Winter trotz vorhandener Kapazitäten zwei obdachlose Männer auf der Straße verstorben sind, macht uns zutiefst betroffen." Es verdeutliche aber, wie wichtig es sei, der Verfestigung von Obdachlosigkeit entgegenzuwirken und welchen zentralen Beitrag dazu die vertrauensbildende Arbeit von Straßensozialarbeitern leiste, wurde er weiter zitiert.
Auch im Sommer leistet der FSW mit rund 300 Plätzen in vier Notquartieren Unterstützung für besonders vulnerable Menschen bis zum Start des nächsten Winterpakets. "Mit diesen Notquartieren, den neun ganzjährig geöffneten Chancenhäusern und auch mit den zehn ganzjährig geöffneten Tageszentren bieten wir wohnungs- oder obdachlosen Menschen auch im Sommer besonders niederschwelligen Zugang zu Versorgung und Schutz vor Hitze", erklärte Hollendohner. Insgesamt finanziere der FSW pro Jahr rund 4.650 Plätze und 2.400 Betreuungseinheiten. 2024 nutzten demnach 13.220 Personen die Angebote der Obdach- und Wohnungslosenhilfe. Die Stadt Wien kostete das rund 161 Millionen Euro. Sozialstadtrat Peter Hacker (SPÖ) bedankte sich bei den an der Umsetzung des Winterpakets Beteiligten: "Der vergangene Winter hat klar gezeigt, warum es das Winterpaket braucht. Bei Kälte und Schnee ist rasche Hilfe entscheidend - und hier hat die Wiener Obdach- und Wohnungslosenhilfe in den vergangenen Monaten einmal mehr ihre Stärke gezeigt."
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