Wolf laut NGOs nicht in günstigem Erhaltungszustand

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von Agenturen

Es braucht laut NGOs in Österreich deutlich mehr Wölfe

Bild: APA/APA/THEMENBILD/HANS KLAUS TECHT


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Der Wolf befindet sich in Österreich "derzeit nicht in einem günstigen Erhaltungszustand": Das haben am Mittwoch 14 österreichische Natur- und Tierschutzorganisationen in einem offenen Brief an politische Entscheidungsträgerinnen und -träger sowie an Medien betont. Gleichzeitig forderten sie "eine sachliche, wissenschaftsbasierte Debatte". Der Umgang mit diesen Tieren müsse sich an wissenschaftlichen Erkenntnissen und europarechtlichen Vorgaben orientieren.

Den NGOs zufolge wird die heimische Wolfspopulation laut einem aktuellen FFH Artikel-17-Bericht (2019–2024; Fauna-Flora-Habitat-Richtlinien FFH, Anm.) mit U1+ ("ungünstig-unzureichend") bewertet. Sie umfasst demnach lediglich acht Rudel und zeigt keinen stabilen Wachstumstrend. Dennoch seien seit 2022 insgesamt 58 Abschüsse behördlich genehmigt worden, kritisierten die Tierschützer.

Tierschützer: mehr Rudel im Alpenraum für günstigen Erhaltungszustand

Demgegenüber betonte Michaela Lehner, Leiterin der Stabstelle Recht von Tierschutz Austria: "Das Gutachten von Schumacher et al. (2026) bestätigt, dass Abschüsse von Wölfen nur unter strengen Voraussetzungen zulässig sind. Solange der günstige Erhaltungszustand nicht erreicht ist, verbietet das europäische Recht jede Form der Tötung." Demnach wären für einen günstigen Erhaltungszustand in Österreich deutlich größere Populationen erforderlich: In der Aussendung wurden etwa rund 100 Rudel im Alpenraum sowie 16 zusätzliche Rudel im Wald- und Mühlviertel angeführt. Zudem müsse der Erhaltungszustand zwingend auf lokaler, nationaler und biogeografischer Ebene bewertet werden und durch ein FFH-konformes Monitoring abgesichert sein.

Verhaltensbiologe Kurt Kotrschal kritisierte die politische Praxis: "Mit dem Vorgaukeln, man würde das Problem mit Abschuss lösen, lässt man die Bauern und Bäuerinnen im Regen stehen. Für ein konfliktarmes Zusammenleben braucht es Rudelbildung, bei gleichzeitigem hochwertigen Herdenschutz." Wissenschaftliche Erkenntnisse würden "klar" zeigen: Abschüsse seien kein geeignetes Mittel zur nachhaltigen Reduktion von Nutztierrissen, die Zerstörung stabiler Rudel könne Konflikte sogar verstärken.

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