Wolfspopulation in Österreich gestiegen

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von Agenturen

Wolf ist wieder in Österreich heimisch

Bild: APA/APA/dpa/Bernd Weißbrod


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Seit der Rückkehr der Wölfe nach Österreich und der ersten Rudelbildung im Jahr 2016 nimmt die Population stetig zu. Im Jahr 2025 wurden in Österreich insgesamt 121 Wölfe bestätigt, 20 mehr als im Jahr zuvor. Das geht aus dem neuen "Statusbericht Wolf" des Österreichzentrums Bär, Wolf, Luchs hervor. "Nachweise von Wölfen gab es aus allen Bundesländern außer Wien", heißt es in dem Bericht.

Gleichzeitig ist die Zahl der Rudel von neun auf acht gesunken, es wurden mit sieben Welpen auch nur wenige Jungtiere nachgewiesen. "Der Bericht zeigt eine wachsende Zahl an Eingriffen in die Wolfspopulation, eine schwächere Familienstruktur und relativ wenige Jungtiere. Damit sind wir noch weit von einem günstigen Erhaltungszustand der Art entfernt", sagte WWF-Experte Christian Pichler zu den Ergebnissen.

26 Tiere wurden entnommen

26 Tiere aus der Population wurden 2025 entnommen: In 22 Fällen im Rahmen einer Verordnung aus Managementgründen, ein Tier wurde illegal geschossen, drei wurden tot aufgefunden. Für den WWF sollten die Behörden mehr auf fachgerechte Herdenschutzmaßnahmen setzen, als auf eine zunehmende Entnahme der Tiere. "Internationale Studien legen nahe, dass Abschüsse keine verlässliche Reduktion von Rissen bewirken, sondern Konflikte vor allem durch Herdenschutz nachhaltig verringert werden können", sagte Pichler.

Dies sah der Präsident der Österreichischen Landwirtschaftskammer, Josef Moosbrugger, anders. "Herdenschutz ist in vielen Teilen Österreichs völlig unpraktikabel – insbesondere in bergigen Regionen. Die Kosten für unsere bäuerlichen Familienbetriebe stehen in keinem Verhältnis zu den Erlösen", sagte der Präsident. Zudem seien viele Tier- und Pflanzenarten auf den Almen viel stärker gefährdet und vom Aussterben bedroht "als das zu zehntausenden in Europa herumstreifende NGO-Maskottchen Wolf".

Anstieg der Nutztierverluste durch Wölfe

Der Bericht zeigt auch einen eindeutigen Anstieg der Nutztierverluste durch Wölfe. "Dieser Anstieg ist vor allem auf höhere Verluste bei Schafen und Ziegen zurückzuführen, während es bei Rindern, Gatterwild und Pferden zu einem Rückgang der Verluste kam", heißt es. Die meisten Nutztierverluste wurden demnach in Tirol und Kärnten verzeichnet.

Der WWF unterstrich, dass der Großteil der Nutztierrisse, bei denen Wolfs-DNA nachgewiesen wurde, auf durchziehende Wölfe zurückzuführen ist. Gerade stabile heimische Wolfsrudel würden zur Regulierung der Wolfsdichten beitragen, indem sie Reviere besetzen. "Die Politik dämonisiert die Bildung von Rudeln häufig. Dabei zeigen wissenschaftliche Erkenntnisse, dass stabile Rudel langfristig zu einer Beruhigung der Situation beitragen können", sagte Pichler.

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