Zwei Teilnehmer der Gaza-Hilfsflotte für Befragung in Israel

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von Agenturen

Kundgebung der Initiative "Global Sumud Flotilla"

Bild: APA/APA/HELMUT FOHRINGER/HELMUT FOHRINGER


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Zwei Teilnehmer der unlängst gestoppten Hilfsflotte für den Gazastreifen sind für Vernehmungen nach Israel gebracht worden. Der Spanier Saif Abu Keshek und der Brasilianer Thiago Avila befänden sich in Israel und würden zur Befragung an die Strafverfolgungsbehörden übergeben. Das teilte das israelische Außenministerium am Samstag auf dem Onlinedienst X mit. Das spanische Außenministerium forderte die Freilassung Abu Kesheks.

Spanien fordert sofortige Freilassung

"Es handelt sich hier um eine rechtswidrige Festnahme in internationalen Gewässern außerhalb der Zuständigkeit der israelischen Behörden", sagte Spaniens Außenminister José Manuel Albares in einem Interview mit dem Radiosender RAC1. Auf die Frage, ob es sich bei der Verbringung von Abu Keshek nach Israel um eine "Entführung" handle, antwortete Albares: "Wenn dies von Behörden vorgenommen wird, die rechtlich gar nicht zuständig sind, ja, auf jeden Fall."

Laut dem israelischen Ministerium gehörten die zwei Männer der Volkskonferenz für Palästinenser im Ausland an, die vom US-Finanzministerium im Jänner mit Sanktionen belegt worden war. Washington wirft der Gruppe vor, "heimlich im Namen der Hamas" zu handeln. Die Hamas ist eine palästinensische Terrororganisation. Der nach Israel gebrachte Mann aus Spanien sei ein führendes Mitglied der Gruppe gewesen, erklärte das Ministerium. Der Brasilianer war einer der Organisatoren der Hilfsflotte gewesen. Beide sollen nach israelischen Angaben konsularischen Beistand in Israel erhalten.

Restliche Aktivisten nach Kreta gebracht

Die israelische Marine hatte in der Nacht auf Donnerstag westlich von Kreta 21 Schiffe der "Global Sumud Flotilla" in internationalen Gewässern abgefangen und nach eigenen Angaben 175 Menschen festgenommen. Griechenland erklärte sich bereit, die festgenommenen Personen aufzunehmen und ihre Rückreise in die Herkunftsländer zu ermöglichen. Wie griechische Medien übereinstimmend berichteten, seien bis auf den Spanier und den Brasilianer alle Aktivisten am Freitag nach Kreta gebracht worden.

Die ursprünglich insgesamt mehr als 50 Boote der Hilfsflotte waren in den vergangenen Wochen von Marseille in Frankreich, Barcelona in Spanien und Syrakus in Italien ausgelaufen, um Hilfsgüter in den Gazastreifen zu bringen.

Rest der Hilfsflotte will weiter zum Gazastreifen fahren

Rund 30 Boote der Flottille mit Gaza-Hilfsgütern liefen nach der israelischen Militäraktion in den Hafen von Ierapetra im Südosten Kretas ein. Die Organisatoren teilten mit, die Flottille formiere sich neu und werde ihren Kurs fortsetzen, "um die illegale Blockade des Gazastreifens zu durchbrechen".

Daten eines Online-Trackers der Initiatoren der Flottille sowie des Schiffsverfolgungssystems Marine Traffic zeigten, dass die Boote am Samstag weiter in dem Hafen waren, möglicherweise wegen starker Winde. Das schlechte Wetter soll in den nächsten Tagen in der Region um Kreta anhalten.

Ende 2025 hatte schon einmal eine Hilfsflotte versucht, in den Gazastreifen zu gelangen. Die Schiffe wurden damals von der israelischen Marine aufgebracht. Die Besatzungsmitglieder wurden festgenommen und anschließend ausgewiesen. Israel kontrolliert alle Übergänge in den Gazastreifen. Im Oktober 2025 war eine Waffenruhe in dem Palästinensergebiet in Kraft getreten, trotzdem gibt es immer wieder Angriffe und Gewalt. Israel und die Hamas werfen sich gegenseitig Verstöße gegen das Abkommen vor.

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