"Lebensbedrohlich"
Hitzewelle: Caritas verstärkt Hilfsangebot für besonders Gefährdete
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von Quelle: APA, JOYN NewsPULS 24 Live
Hitzewelle steht bevor: "Auf vunerable Personen achten"
Videoclip • 06:29 Min
Die Caritas hat angesichts der kommenden Hitzewelle daran erinnert, dass die Möglichkeiten im Umgang mit Extremtemperaturen auch eine soziale Frage ist. Für Obdachlose, Ältere, chronisch Erkrankte, Familien mit kleinen Kindern oder Menschen mit geringem Einkommen kann extreme Hitze lebensbedrohlich werden, hieß es in einer Aussendung am Mittwoch. Die Caritas kündigte daher an, ihre Hilfsangebote für besonders gefährdete Menschen jetzt zu verstärken.
Das Wichtigste in Kürze
Angesichts der kommenden Hitzewelle will die Caritas ihre Hilfsangebote für besonders gefährdete Menschen erhöhen.
"Wer keinen kühlen Rückzugsort hat, auf der Straße lebt oder in einer überhitzten Wohnung ausharren muss, trägt ein deutlich höheres Gesundheitsrisiko", wurde Caritas-Präsidentin Nora Tödtling-Musenbichler zitiert. Man wolle Menschen je nach Bundesland mit unterschiedlichen Hitzeschutz-Angeboten unterstützen, etwa mit Klimaoasen und kühlen Aufenthaltsorten in Pfarren und Caritas-Einrichtungen.
Auch die Versorgung obdachloser Menschen mit Trinkwasser und Sonnenschutz sei geplant sowie Nachbarschaftsinitiativen, die insbesondere ältere und alleinlebende Menschen unterstützen. "Gerade in Zeiten von Extremwetterereignissen zeigt sich, wie wichtig Zusammenhalt ist", so Tödtling-Musenbichler.
Die Hilfsangebote der sozialen Organisation der römisch-katholischen Kirche seien während der Hitzewelle besonders stark nachgefragt, schrieb die Caritas und bat daher auch um Spenden. Gleichzeitig werden weitere freiwillige Helfende im Rahmen der Initiative "füreinand' - Österreichs Community für Mitmenschlichkeit" gesucht.
Belastung für Körper und Psyche
Die Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien wies einmal mehr auf erhebliche gesundheitliche Belastungen hin und rief dazu auf, Hitzegefahren ernst zu nehmen und rechtzeitig gegenzusteuern. Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck und Personen, die blutdrucksenkende oder entwässernde Medikamente einnehmen, sollten außerdem regelmäßig ihren Blutdruck messen.
Auf die psychischen Folgen der Extremwerte machte hingegen der Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP) aufmerksam. Zahlreiche Studien würden zudem einen Zusammenhang zwischen hohen Temperaturen und erhöhtem Aggressionspotenzial aufzeigen, und somit auch eine Auswirkung auf das gesellschaftliche Zusammenleben. "Die Folgen von Hitze beschränken sich jedoch nicht auf kurzfristige Belastungen. Langanhaltende Hitzeperioden stehen in Zusammenhang mit einer Zunahme an mehreren psychischen Erkrankungen", schrieb die BÖP in ihrer Aussendung.
Hitzeschutz als Teil der Gesundheitsvorsorge
Der Pensionistenverband Österreichs (PVÖ) trat in einer Aussendung dafür ein, dass Hitzeschutz endlich als Teil der öffentlichen Gesundheitsvorsorge verstanden werden müsse. "Für viele ältere Menschen ist Hitze nicht bloß unangenehm, sondern ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko. Deshalb braucht es jetzt entschlossenes Handeln auf allen politischen Ebenen", wurde PVÖ-Präsidentin Birgit Gerstorfer zitiert. Greenpeace forderte in einer Aussendung ein Hitze-Notfallpaket mit Sofortmaßnahmen - wie etwa Wochenendöffnung von gekühlten Schutzräumen und Gratis-Eintritt in öffentliche Bäder.
Der Fonds Soziales Wien wies indes die Bewohnerinnen und Bewohner der Bundeshauptstadt darauf hin, dass bei akuten Beschwerden bzw. körperlichem Unwohlsein in der Hitze ein Anruf bei der Gesundheitsberatung 1450 Wien eine rasche, erste Einschätzung der Symptome durch Fachexpertinnen und Fachexperten ermöglicht - je nach Dringlichkeit wird der optimale Versorgungsort empfohlen.
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