"Auf Flughafenniveau"

Wie sicher ist der Eurovision Song Contest in Wien?

Aktualisiert:

von Quelle: APA, Dijana Djordjevic

Aktuell nach eins

ESC: Sicherheitsstandards wie bei einem Flughafen

Videoclip • 01:47 Min


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Bald ist es soweit und Europas größtes Musikevent findet in der Wiener Stadthalle statt. Besonders im Fokus: das Thema Sicherheit. Welche Regeln gelten und wie die Sicherheit beim Song Contest gewährleistet werden soll.

Das Wichtigste in Kürze

  • Beim ESC in der Wiener Stadthalle gelten Sicherheitsstandards auf Flughafenniveau sowie eine strikte No-Bag-Policy.

  • Mehrere Hundert Beamte werden täglich das Areal sichern.

Ab dem 10. Mai findet der Eurovision Song Contest an mehreren Orten und über mehrere Tage hinweg in Wien statt. Umso wichtiger sind entsprechende Sicherheitsvorkehrungen - immerhin gilt in Österreich nach wie vor die zweithöchste Terrorwarnstufe.

Das Bedrohungsspektrum reiche von möglichen Störaktionen über Kundgebungen bis hin zu Cyberattacken, betonte Innenminister Gerhard Karner. Fans müssen sich beim Song Contest also auf entsprechende Sicherheitsstandards einstellen.

"Flughafensicherheit" in der Stadthalle

So gelten bei den Veranstaltungen in der Wiener Stadthalle "Flughafenstandards". Alle Personen, die in die Venue wollen, darunter Fans, Beschäftige, Länderdelegationen sowie Medienvertreter:innen, werden einen gründlichen Sicherheits-Check unterzogen. Das umfasst Röntgengeräte, Sprengstoffhunde und Überwachungskameras.

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Strikte No-Bag-Policy

Außerdem gibt es eine strikte No-Bag-Policy: Fans dürfen keine Taschen und Rucksäcke mitnehmen. Erlaubt sind nur kleine persönliche Gegenstände wie Geldbörse, Schlüssel, Handy und transparente Täschchen maximal im A6-Format. Getränke mitzubringen wird in der Veranstaltungswoche auch nicht erlaubt sein, ebenso wie Feuerzeuge.

Alle mitgebrachten Fahnen und Flaggen müssen den österreichischen Sicherheitsstandards bezüglich Brandschutz entsprechen.

16.000 Personenüberprüfungen

Auch sämtliche Warenanlieferungen in die Veranstaltungshalle werden nicht nur von Sprengstoffsuchhunden begutachtet, sondern auch vom mobilen Team des Zolls gescannt.

Vor Beginn des ESC müssen zudem rund 16.000 Menschen sicherheitspolizeilich überprüft werden, die in "irgendeiner Weise mit dem Song Contest in Verbindung stehen", sagte Landesvizepolizeipräsident Dieter Csefan. Dazu zählt auch die private Security, die sich unter anderem um die Einlasskontrollen der Besucher:innen kümmert. "Wir bekommen eine Warnmeldung betreffend einer bestimmten Person und geben diese an den Veranstalter weiter. Dieser muss dann entscheiden, ob er die betreffende Person weiterbeschäftigt oder nicht", erläuterte Csefan.

Es habe bereits einige Warnmeldungen gegeben. Solche können beispielsweise wegen Vorstrafen auftauchen, aber auch aufgrund politischer Aktivitäten, was von der Direktion für Staatsschutz/Nachrichtendienste überprüft wird. Sind die Warnmeldungen entsprechend konkret, "drängen wir natürlich darauf, dass der oder die Betreffende nicht im Umfeld des ESC beschäftigt bleibt", so der Landesvizepolizeipräsident.


"Keine konkreten Hinweise" auf Anschläge

Die Terrorwarnstufe bleibt wie bisher auf dem zweithöchsten Level. "Es gibt eine latente Gefahr für Anschläge, aber keine konkreten Hinweise", sagte Csefan. Ein wichtiger Punkt ist auch, dass um die drei Hauptveranstaltungsorte - Stadthalle, Rathausplatz und Prater - eine sogenannte Geozone, eine 1,5 Kilometer-Zone im Radius um die Veranstaltungen, eingerichtet wurde. Innerhalb dieser gibt es ein absolutes Flugverbot auch für Minidrohnen unter 250 Gramm.

Cobra und Polizei im Einsatz

Beim Event selbst wird dann die Cobra zur Drohnenabwehr und dem Schutz der Prominenten im Einsatz sein. Täglich werden außerdem mehrere Hundert Polizeikräfte in Zivil und Uniform das Areal sichern.

Protestaktionen erwartet die Exekutive hauptsächlich von Pro-Palästina-Aktivisten. So ist am Dienstag, wenn der israelische Beitrag Noam Bettan auftritt, eine "Pro Palästina"-Demo angemeldet, die zum Arik-Brauer-Park in Ottakring führen soll und bei der 500 Teilnehmer:innen erwartet werden.

Auch für den Donnerstag, Freitag und Samstag sind Demonstrationen angemeldet. Am Samstag, dem Tag des ESC-Finales, wird eine Großdemo unter dem Motto "Solidarität mit Palästina" und 3.000 Teilnehmer:innen erwartet, die grob vom Christian-Broda-Platz durch Rudolfsheim-Fünfhaus und Ottakring zum Arik-Brauer-Park führen soll.

Cybersecurity: Unterstützung vom FBI

Geht es um die Abwehr von Cyberattacken, bekommt Österreich Unterstützung vom FBI. So richte das Federal Bureau of Investigation in New York eine Taskforce ein, "die 24/7 für uns erreichbar ist", betonte Csefan. In den USA seien die meisten Provider beheimatet, bei denen das FBI gute und schnelle Kontakte habe. Gibt es wegen Cyberattacken Bedarf, könne das in vielen Fällen über die kurzen Wege des FBI schnell behandelt werden. Dazu sei die Unterstützung durch die FBI-Behörde auch bei der Gefahrenabwehr insgesamt hilfreich.

Und auch bei den Fans wird der digitale Bereich streng kontrolliert. Alle gekauften Tickets sind personalisiert und nur elektronisch am Handy gültig. Screenshots der Tickets reichen nicht aus. Die Tickets müssen beim Einlass von jed:r Besucher:in zusammen mit einem amtlichen Lichtbildausweis vorgezeigt werden - sonst ist kein Eintritt möglich.

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