39 Prozent der Wiener Pflichtschüler sind Muslime

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von Agenturen

Vor allem in Wiens Mittelschulen sind viele Jugendliche Muslime

Bild: APA/APA/dpa/Frank Rumpenhorst


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In Wien ist der Anteil an Moslems in den Wiener Pflichtschulen weiter gestiegen. Im laufenden Schuljahr haben laut Bildungsdirektion bereits knapp 39 Prozent der Kinder und Jugendlichen an Volks-, Mittel-, Sonder- und Polytechnischen Schulen ein islamisches Glaubensbekenntnis. 36 Prozent der Wiener Pflichtschüler sind Christen und rund ein Viertel ist ohne Glaubensbekenntnis, wie "Standard" und "Presse" am Mittwoch zuerst berichteten. FPÖ und ÖVP reagierten alarmiert.

Betrachtet man nur die Volksschulen, sind 35 Prozent Moslems und 37 Prozent gehören einer christlichen Kirche an. Katholiken alleine machen 22 Prozent aus, ihr Anteil ist damit geringer als jener der Schülerinnen und Schüler ohne religiöses Bekenntnis (26). In den Mittelschulen sind Moslems mit 46 Prozent noch deutlicher in der Mehrheit, 35 Prozent sind Christen und 17 Prozent ohne Bekenntnis.

Verschiebung zu arabischem Islam

Große Unterschiede bei der Zusammensetzung der Schülerschaft gibt es zwischen den öffentlichen Schulen und den privaten, letztere werden von rund einem Zehntel der Pflichtschüler besucht: Während über die öffentlichen Pflichtschulen hinweg 42 Prozent der Schüler Moslems sind, sind an den Privatschulen Katholiken mit 45 Prozent die mit Abstand größte Gruppe - jeweils vor den Schülern ohne Bekenntnis mit rund einem Viertel.

Im Schuljahr 2024/25 haben muslimische Schüler an den öffentlichen Pflichtschulen noch 41 Prozent ausgemacht, im Jahr davor knapp 40. Seit 2015/16 ist in Österreich - und damit auch an den Schulen - durch die Zuwanderung aus Ländern wie Syrien, Afghanistan und dem Irak vor allem der Anteil arabischsprachiger Muslime gestiegen, was auch das Islamverständnis verändert habe, wie Integrationsexperte Kenan Güngör in der "Presse" schilderte. Der arabische Islam sei im Vergleich zum türkischen "homogener, koranfixierter, dadurch rigider und 'salafistischer'". Auch das an Wiens Schulen gelebte Islamverständnis gehe dadurch "mit deutlich traditionelleren Wertevorstellungen und Rollenbildern für Frauen einher".

Der schulische Religionsunterricht wird über alle Konfessionen hinweg von einem Gutteil der Kinder und Jugendlichen nicht besucht, zuletzt nahmen 44 Prozent nicht teil. Wiens Bildungsstadträtin Bettina Emmerling (NEOS) plädierte deshalb im "Standard" für Ethik als Fach in Mittelschulen und AHS-Unterstufen für alle, die keinen Religionsunterricht besuchen, wie Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) es zuletzt in seinem "Plan Zukunft" vorgeschlagen hat. In der Volksschule werden gemeinsames soziales Lernen und gemeinsame Werte laut Emmerling schon jetzt etwa im Sachunterricht oder durch Klassenräte vermittelt.

ÖVP und FPÖ fordern Maßnahmen

Mit Empörung hat der Wiener FPÖ-Klubobmann Maximilian Krauss auf die aktuellen Zahlen reagiert. Lehrkräfte an Wiens Schulen würden längst vor massiven Integrationsproblemen, Sprachdefiziten und sinkendem Leistungsniveau warnen. Besonders besorgt sei er über Berichte vom starken Einfluss islamistischer und patriarchaler Wertvorstellungen. Als Reaktion forderte er, "Familienförderung für Österreicher" zu stärken. Illegale Migration müsse gestoppt und Integration konsequent eingefordert werden. "Nur so kann Wien langfristig seine kulturelle Identität und soziale Stabilität bewahren."

ÖVP-Integrationssprecherin Caroline Hungerländer sprach in einer Aussendung von "Wiens Schulen als Spiegel gescheiterter Integrationspolitik". Durch die von Güngör beschriebene Radikalisierung des Islamverständnisses würden Chancen und Freiheiten der Kinder "durch politischen Islam bedroht". Die rot-pinke Stadtregierung habe kein Konzept und keinen Willen, gegenzusteuern. Einmal mehr forderte sie u.a. eine Monitoringstelle für politischen Islam und mehr Prävention und Deradikalisierung an Schulen.

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