Run auf Forschungsförderung beim Wissenschaftsfonds FWF

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Große Nachfrage nach Förderungen für Grundlagenforschungsprojekte

Bild: APA/APA/THEMENBILD/HELMUT FOHRINGER


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Eine anhaltende Nachfrage nach Förderung von Projekten im Bereich Grundlagenforschung ortet der Wissenschaftsfonds FWF. Im vergangenen Jahr hat der Fonds 749 neue Forschungsprojekte mit in Summe 339 Mio. Euro gefördert, gab der FWF am Mittwoch in seiner Bilanzpressekonferenz bekannt. Das bedeutet eine Steigerung gegenüber 2024 von zwölf Prozent. Aufgrund der steigenden Nachfrage müssen allerdings weiterhin zahlreiche exzellente Anträge abgelehnt werden.

Der Run auf die FWF-Förderungen zeigt sich in allen Kennzahlen: Um jeweils 14 Prozent gegenüber dem Jahr davor sind 2025 sowohl die Antragssumme (1,55 Mrd. Euro) als auch die Zahl der begutachteten Projekte (3.119) auf neue Höchstwerte gestiegen. Die Zahl der bewilligten Projekte wuchs um elf Prozent auf 749. Mit diesen decke der FWF "ein breites Spektrum von Grundlagenforschung ab, das sehr wohl Impakt auf Wirtschaft und Gesellschaft hat", so FWF-Präsident Christof Gattringer.

Bewilligungsquote weiter gesunken

Konsequenz der hohen Nachfrage ist eine auf 24 Prozent gesunkene Bewilligungsquote (2024: 24,4 Prozent). Im Schnitt der Jahre 2021-2025 kann der FWF Projekte mit einem Volumen von 60 Mio. Euro pro Jahr trotz exzellenter Begutachtung nicht fördern. "Das sind Chancen, die wir für Österreich liegen lassen müssen", betonte Gattringer.

Von der Neubewilligungssumme von 339 Mio. Euro entfällt das Gros auf klassische Projektförderung (218 Mio. Euro), 80 Mio. Euro gehen in Nachwuchs- und Karriereförderung und 41 Mio. Euro in kooperative Forschungsvorhaben. In den vom FWF finanzierten Projekten sind aktuell mehr als 5.300 Forscherinnen und Forscher - vor allem Doktoranden und Postdocs - beschäftigt. Davon sind 71 Prozent jünger als 35 Jahre, was den Wissenschaftsfonds zur "zentralen Förderinstitution für Nachwuchswissenschafter macht", erklärte der FWF-Chef.

FTI-Pakt als Grundlage für starke Wissenschaft

Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) sieht in Zeiten der Unsicherheit in der Forschungspolitik "eine Konstante". Sie verwies mit dem im Februar beschlossenen, mit 5,5 Mrd. Euro für die Jahre 2027 bis 2029 dotierten Forschungs-, Innovations- und Technologiepakt (FTI-Pakt) auf die "Grundlage für eine starke, freie und zukunftsorientierte Wissenschaft in Österreich". Das sei in dieser Zeit "keine Selbstverständlichkeit, sondern eine politische Prioritätensetzung, ein Bekenntnis zu einer offenen, demokratischen Gesellschaft", zu der Forschung einen ganz wichtigen Beitrag leiste.

Im FTI-Pakt sei der FWF eine wesentliche Säule für freie, themenoffene Grundlagenforschung, wobei es gelungen sei, mit der Exzellenzinitiative des FWF auch eine Fokussierung vorzunehmen. In dieser Initiative hat man mit neun Exzellenzclustern und elf "Emerging Fields" die "volle Ausbaustufe" erreicht, in den ersten fünf Jahren werden dafür 221 Mio. Euro investiert, so Gattringer.

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Mehr Anträge internationaler Postdocs

Seit einigen Monaten registriert man beim FWF deutlich mehr Förderanträge von internationalen Postdocs. Als Grund dafür nannte Gattringer "die Entwicklung in den USA": Nachwuchsforscher seien flexibel und würden nach neuen Zielländern für die Postdoc-Phase ihrer Karriere suchen. Das spiegelt sich auch im Antragsvolumen in der Förderkategorie "Karrieren" wider, wo 2025 gegenüber dem Jahr davor ein Anstieg von 19 Prozent auf 452 Mio. Euro verzeichnet wurde.

Die steigende Nachfrage in diesem Bereich konnte der Fonds aus Mitteln des Fonds Zukunft Österreich (FZÖ) abdecken, was auch heuer - trotz der in diesem Jahr deutlich niedrigeren Dotierung des FZÖ - noch gelingen werde. Wie es dann ab 2027 aussieht, hängt von den Budgetverhandlungen ab, die der FWF derzeit mit dem Wissenschaftsministerium führt. Ohne Details zu nennen, schaut Gattringer "positiv in die Zukunft", er hofft vor allem auch angesichts der Steigerung der Personalkosten in den vergangenen Jahren, dass sich die Anhebung der Dotierung des FTI-Pakts "in ähnlichen Prozentsätzen in unserem Budget niederschlägt".

Mehr Geld für Wissenschaftskommunikation

Neuerungen im FWF betreffen u.a. Maßnahmen zur Gleichstellung, Nachhaltigkeit und Wissenschaftskommunikation: So wird bei Entscheidungen den Anträgen von Frauen der Vorzug gegeben, wenn bei beschränktem Budget gleichwertige Anträge vorliegen. Bei Förderanträgen wird weiters auf eine nachhaltige Umsetzung des Forschungsprojekts Wert gelegt. Und ab 2026 will der Fonds die Fördermittel für Wissenschaftskommunikation und Citizen Science erhöhen, um das Vertrauen in die Wissenschaft weiter zu stärken: Die Zahl der in diesem Bereich jährlich geförderten Projekte soll um 50 Prozent auf 15 bis 17 erhöht werden.

(SERVICE - https://www.fwf.ac.at/ )

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