90 Prozent der Senioren über 80 sind mit Leben zufrieden
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von AgenturenMenschen über 80 fühlen sich laut Hochaltrigenstudie wenig einsam
Bild: APA/APA/THEMENBILD/TOBIAS STEINMAURER
90 Prozent der Menschen über 80 in Österreich sind mit ihrem Leben zufrieden. Das geht aus der Österreichischen Interdisziplinären Hochaltrigenstudie hervor, die am Dienstag in Wien vorgestellt wurde. Allerdings liegt dieses Ergebnis zu einem relativ kleinen Teil an der Gesundheit: Nur ein Drittel der in Face-to-Face-Interviews 826 Befragten ist gesundheitlich und funktional gut aufgestellt. Große Unterschiede zeigten sich zwischen den Geschlechtern und beim Bildungsniveau.
Es zeigte sich laut Studienleiter Georg Ruppe auch: "Die Alten gibt es nicht." Es handle sich bei den über 80-Jährigen um keine homogene Gruppe. Die Lebensumstände und die Gesundheit von Menschen im hohen Alter seien sehr vielfältig und von unterschiedlichen, auch selbst beeinflussbaren Faktoren abhängig. So spielt Ruppe zufolge es durchaus eine Rolle, wie man in jüngeren Jahren dem eigenen Altern gegenübersteht. Wer hier eine negative Einstellung hat, ist tendenziell später auch weniger gesund.
Männer fühlen sich rüstiger als Frauen, werden aber seltener 80
Sieht man sich den Gesundheitszustand etwas detaillierter an, fühlen sich deutlich mehr Männer als Frauen rüstig (12,9 Prozent gegenüber 6,8) oder fit (29,4 Prozent gegenüber 21,4). Ruppe erläuterte dazu aber auch, dass es deutlich mehr Frauen als Männer ins hohe Alter über 80 schaffen - Stichwort unterschiedliche Lebenserwartung. Und die Männer, die es schaffen, zählen tendenziell wohl zu den Gesündesten und Fittesten ihrer Altersgruppe überhaupt. Detail am Rande: Trotz des deutlichen Übergewichts an Frauen in der Altersgruppe wurden jeweils etwa gleich viele Menschen beider Geschlechter befragt. Die Ergebnisse seien aber gewichtet und entsprechend interpretiert worden, sagte Ruppe.
Ähnliche Unterschiede gibt es bei den Bildungsniveaus: Menschen über 80 mit niedriger Bildung sind massiv weniger rüstig (2,5 Prozent zu 12,7) oder fit (16,7 Prozent zu 33,6) als solche mit hoher Bildung. Mehr als die Hälfte aller Befragten gab an, dass sie auf ihre Gesundheit sehr achten, weitere 37,5 Prozent meinen, ziemlich darauf zu schauen. "Man muss empirisch darauf achten, dass man immer auch sozial erwünschte Antworten bekommt", erläuterte Ruppe.
Wenig Depressionen und Einsamkeit
Der Großteil der Befragten - 81,7 Prozent - leidet nicht an Depressionen und fühlt sich auch nicht einsam (77,7 Prozent). Auch hier zeigen sich wie ein roter Faden durch die Studie, die Geschlechts- und Bildungsunterschiede. Die meisten Depressionen fanden die Studienautorinnen und -autoren unter Pflegeheimbewohnenden. Die kognitive Verletzlichkeit kündigt sich aber mittlerweile bei vielen Über-80-Jährigen an: Nur 21,1 Prozent zeigten beim sogenannten Drei-Wörter-Uhrentest einen unauffälligen Befund, die meisten waren Senioren mit hoher Bildung, Männer und die jüngeren Hochbetagten (80 bis 85 Jahre alt). Mehr als die Hälfte der Befragten leidet unter zwei oder mehr chronischen Erkrankungen, am häufigsten sind es Bluthochdruck und Herzerkrankungen.
Auch beim Unterstützungsbedarf zeigen sich die geschlechtsspezifischen Unterschiede. Bei 36,7 Prozent der Befragten insgesamt mit Unterstützungsbedarf teilt sich dies auf 43,6 Prozent Frauen mit Bedarf gegenüber 28,4 Prozent Männern auf. "Frauen sind benachteiligter im hohen Alter als Männer", sagte dazu Sonja Brandtmayer, Generaldirektor-Stellvertreterin der Wiener Städtischen Versicherung, welche die Studie unterstützte - wie auch das Sozial- und Gesundheitsministerium, das Frauen- und Wissenschaftsministerium sowie die Länder Kärnten, Salzburg, Steiermark und Tirol. Brandtmayer verwies auf den Gender-Pay-Gap, die viel häufigere Verwitwung und letztlich auch den Pension-Pay-Gap, der Frauen benachteilige.
Senioren wenig im Web unterwegs
Ein Detail noch: Nur etwa ein Viertel der über 80-jährigen Befragten verwendet regelmäßig - täglich - das Internet, mehr als die Hälfte hingegen nie. Diese Tendenz ist bei Menschen mit niedrigem Bildungsniveau noch deutlich ausgeprägter als bei Hochgebildeten.
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