AK fordert mehr Schutz bei digitalen Geldgeschäften

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von Agenturen

Betrüger lauern bei Geldgeschäften im Internet

Bild: APA/APA/THEMENBILD/HANS KLAUS TECHT


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Falsche "Bankmitarbeiter", Phishing, digitaler Anlagebetrug, dubiose "Finanzsanierer" - Fallen, die Betrüger im Internet stellen, kosten Konsumenten viel Geld. "Abzocke und Betrug werden immer schwerer zu erkennen", sagte Gabriele Zgubic, Leiterin der AK-Wien-Konsumentenpolitik, am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien. Die Arbeiterkammer verlangt "strengere Regeln, mehr Verantwortung der Banken und eine bessere Zusammenarbeit der Behörden" gegen Gefahren im Netz.

Denn oft bleiben die Opfer "über", etwa wenn bei Online-Bankingbetrug die Verantwortung auf sie "abgeschoben" werde. Die digitale Finanzwelt ist zwar praktisch, aber die Stolperfallen sind zahlreich. Fast jede fünfte Person, besonders Jüngere, hatte laut AK-Daten bereits Probleme mit Online-Überweisungen, hochgerechnet rund 1,4 Millionen Betroffene in Österreich. Häufige Pannen seien Fehlüberweisungen, Betrug und Phishing. Drei Viertel verloren bis zu 600 Euro, 22 Prozent bekamen keinen Cent zurück.

"Treuhandkonto" war Falle

Eine Phishing-Attacke kostete Konsumenten, die sich an die AK-Konsumentenberatung wandten, sogar Tausende Euro. Die Masche ist bekannt und immer noch erfolgreich: Auf einen vertrauenswürdig wirkenden Anruf eines vorgeblichen "Bankmitarbeiters" hin transferierte der Kunde sein "bedrohtes" Geld auf ein "Treuhandkonto" - eine Falle. Die Bank ersetzte später ein Drittel des Schadens, der Rest war weg.

Die Haftung in solchen Fällen ist gesetzlich geregelt. "Oft verweigert aber die Bank mit dem Hinweis, der Kunde oder die Kundin hätten grob fahrlässig gehandelt", schilderte Zgubic. Die AK fordert, dass die Geldinstitute bei Phishing "stärker in die Verantwortung genommen werden". Sie sollten bei Online-Bankingbetrug das Geld unverzüglich erstatten. Der Vorwurf grob fahrlässigen Verhaltens oder der autorisierten Transaktion durch den oder die Betroffenen solle in einem gesonderten Verfahren nachgewiesen werden.

Bessere Transaktionsüberwachungssysteme gefordert

Vor allem seien strengere Vorschriften für die Transaktionsüberwachungssysteme nötig, die auffällige Abbuchungen entdeckten und verhindern sollen - was in der Praxis zu oft nicht funktioniere. "Die Banken müssen schon ihren gesetzlichen Verpflichtungen nachkommen", forderte Zgubic.

Alle Alarmglocken sollten läuten, wenn über Social Media oder Dating-Apps Investments beworben werden. Via Facebook, TikTok, Instagram & Co. werde man in eine WhatsApp-Gruppe eingeladen - und landet oft in einem mehrschichtigen Betrugssystem, warnte AK-Fachmann Christian Prantner. Schon seit vielen Jahren gibt es Probleme mit "Finanzsanierungsunternehmen", die mittlerweile ebenfalls digital operieren. Betroffene glauben meist, es gehe um Kreditvermittlung, und zahlen Hunderte Euro. "Statt Hilfe gibt es zusätzliche Schulden", sagte Prantner. "Wir sehen hier eine klare Abzocke und in manchen Fällen sogar Betrugsverdacht." Die AK fordert, dass Verträge mit dubiosen "Finanzsanierern" künftig nichtig sein sollen. Das Regierungsprogramm sehe Maßnahmen gegen solche Praktiken vor.

Weiters sollten Online-Plattformen betrügerische Inhalte viel schneller löschen und sogenannte Finfluencer - Finanzinfluencer - klaren Regeln unterworfen werden. Mit der EU-Kleinanlegerstrategie arbeite das EU-Parlament aktuell an strengeren Vorschriften.

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AK-Tipps: Nichts unterschreiben, was man nicht versteht

Die AK-Tipps für Konsumentinnen und Konsumenten: Unterschreiben Sie nichts, was Sie nicht verstehen. Misstrauen Sie außergewöhnlich hohen Renditeversprechen. Geben Sie keine sensiblen Daten am Telefon weiter. Im Schadensfall stoppen Sie sofort weitere Überweisungen oder Abbuchungen, kontaktieren Sie Ihre Bank und die Polizei. Verweigert eine Bank bei Online-Bankingbetrug die Erstattung, wenden Sie sich an eine Konsumentenschutzeinrichtung.

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