Albertina würdigt Op-Art-Pionierin Helga Philipp

Veröffentlicht:

von Agenturen

Kinetisches Objekt von Helga Philipp

Bild: APA/APA/Albertina/Nachlass Helga Philipp/Nachlass Helga Philipp


- Anzeige -
- Anzeige -

"Es geht um Wahrnehmung und die Veränderung eines Werkes in der Betrachtung", sagt Kuratorin Elsy Lahner über die neue Ausstellung "Helga Philipp. Bewegungsräume", mit der die Albertina an die 2002 verstorbene österreichische Pionierin der konkreten Kunst und Op-Art erinnert. Philipps Arbeiten bewegen sich zwischen Objektkunst, Malerei, Zeichnung und Druckgrafik, 49 Werke werden in drei Räumen ausgestellt, eine Sitzgruppe der Künstlerin lädt zum Entspannen ein.

"Philipp kommt aus der Bildhauerei, das merkt man: Der Raum wurde von ihr mitgedacht", so Albertina-Direktor Ralph Gleis am Donnerstag bei der Presseführung. Beim Betreten der Ausstellung, die einen Querschnitt aus vier Dekaden des Schaffens der Künstlerin bietet, werden Besucherinnen und Besucher von einem Gemälde empfangen, das sich über nahezu zehn Meter zieht. Durch die strukturierte Oberfläche wird das Erscheinungsbild je nach Standpunkt der Betrachterin oder des Betrachters verändert.

Kunst als Denksport

"Ganz im Sinne der konkreten Kunst arbeitete sie mit geometrischen Grundformen und sich selbst auferlegten Spielregeln", reflektiert Lahner über die Bildsprache der Künstlerin. Philipps Spielregeln erschaffen eine klare Ordnung und beruhen auf konkreter Planung, teils auch mathematischen Berechnungen. "Für sie war Kunst Denksport, ausgehend von einer vorgedachten visuellen Struktur", so Gleis. Ein "Blow-up" zeigt Philipp und "die Grüne Galerie", eine Installation der Künstlerin im Wienfluss. 1972 brachte Philipp die Motive ihrer grafischen Arbeiten als Kreisraster aus Autoreifenschläuchen auf die Wasseroberfläche, die Teil der Installation wurde. Ein Hochwasser zerstörte die Arbeit, heute sind nur Schwarz-Weiß-Aufnahmen übrig.

Bild und Betrachter im Zusammenspiel

In den 1960er-Jahren ging Philipp von einem schachbrettartigen Muster aus, das sie nach ihren klaren Regeln veränderte. Die ausgebildete Bildhauerin experimentierte auch mit industriellen Materialien wie Glas, Metallspiegeln oder Aluminium. Ein farbiges Werk aus blau und rot bedruckten Plexiglasplatten hängt frei im Raum. Dies ist eines ihrer "kinetischen Objekte". Kinetik bezieht sich nicht auf eine Bewegung der Werke an sich, Bewegung entsteht bei Betrachtung der Kunst. Lahner: "Es geht um Wahrnehmung und die Veränderung eines Werkes in der Betrachtung. Wenn wir uns bewegen, verändert sich der Lichteinfall und somit auch das Werk."

(S E R V I C E - "Helga Philipp. Bewegungsräume" in der Albertina, 1. Mai bis 20. September, tgl. 10-18 Uhr, Mi, Fr 10-21 Uhr, Albertinaplatz 1, 1010 Wien. https://www.albertina.at/ausstellungen/helga-philipp/ )

- Anzeige -
- Anzeige -

Mehr entdecken