Kunsthalle feiert Kunststandort Wien mit 56 Künstlern

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Über 130 Werke von 56 Künstlern zu sehen

Bild: APA/APA/Kunsthalle/Markus Woergoetter


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In der Kunsthalle Wien soll ab Freitag die moderne Kunstszene der Bundeshauptstadt zelebriert werden. 56 internationale und heimische Künstler, die zurzeit in Wien leben und tätig sind, präsentieren über 130 zeitgenössische Werke an den Standorten im Museumsquartier (MQ) und am Karlsplatz. Dabei spannt die Ausstellung "Lebt und arbeitet in Wien: Contemporary Art from Vienna" auch genretechnisch einen großen Bogen, vom Autogemälde bis zum Trash-Horrorfilm.

Erstmals ging das Format "Lebt und arbeitet in Wien" im Jahr 2000 über die Bühne - die Neuaulage ist die inzwischen fünfte Ausgabe. Einmal mehr soll nun die Lebendigkeit des Kunststandorts Wien sichtbar gemacht werden. "Menschen veranstalten Ausstellungen in Ateliers, in ihren Wohnungen, es gibt etliche Galerien, so viele unabhängige Räume", sagte Co-Kuratorin Monika Georgieva am Donnerstag bei einer Presseführung. Laut Michelle Cotton, Kunsthalle-Chefin und ebenfalls Co-Kuratorin, war die Liste an Künstlerinnen und Künstlern sogar noch länger. Um im Budget zu bleiben, habe man etwa Wiederholungen zu den vorherigen Ausstellungen vermieden.

Abwechslungsreiche Kunst aus Wien

Im MQ befindet sich das Kernstück, wo die Ausstellung schon vor dem Eingang lautstark auf sich aufmerksam macht. Denn eine von Christoph Meier angefertigte, mit Zigaretten verzierte Glocke kann mit einem "verschobenen C" der Pummerin im Stephansdom geläutet werden. Auch schwer zu übersehen: An der roten Außenfassade befindet sich eine über 60 Meter lange Vitrine. Hier hat Ramesch Daha historische Quellen aus der Zeit des Austrofaschismus als Blaupausen aufgemalt, etwa Zeitungen oder Tagebuchblätter aus Bruno Kreiskys Gefängnishaft. Eine Begutachtung bietet sich abends an - einerseits sind die Blaupausen dann beleuchtet, andererseits fahren vormittags gelegentlich Transportwagen durch die Gasse.

Im Gebäude selbst erstreckt sich die Ausstellung über drei Stockwerke und präsentiert Wiens zeitgenössische Kunst in zahlreichen Facetten. Gemälde und Fotografien zeigen sich oft abstrakt, aber gelegentlich auch klassisch oder in Mosaikform. "Wir wollten, dass die Kunst spricht und nicht die Wände, nicht das Display oder das Konzept", erklärte Co-Kurator Daniel Baumann. Auch Skulpturen gibt es in unterschiedlichsten Formen, sei es als Plastiklampen, menschenähnlichen Jutesäcken oder als Drahtkonstrukt, das bei Bewegung verzerrten Vogelgesang abspielt.

Weniger abstrakt ist die Filminstallation "Night Shift", die TV-Serien im Krankenhaus auf die Schippe nehmen soll. Für den Amerikaner Scott Clifford Evans sei das eine Auseinandersetzung mit seiner Geschichte als Spitalsmitarbeiter, "mit meiner ganz eigenen Art von Slapstick-Humor und einem Hauch von Horror." Wer es anspruchsvoller will, kann sich eine weitere Videoinstallation von Belinda Kazeem-Kamiński im Obergeschoss ansehen, die eine Fluchtgeschichte anhand aufeinanderprallender Frauenkörper verarbeitet.

Verkopfte Werke am Karlsplatz

Der Ausstellungsraum am Karlsplatz wirkt dagegen wie ein Nebenschauplatz. Auf vergleichsweise kompaktem Raum finden sich eher kleinere Skulpturen und Bilder. Dabei strapazieren die Werke hier besonders die alte Frage, wo moderne Kunst anfängt und aufhört. Mehrere Stangen an der Wand wirken beispielsweise wie Platzhalter für Gemälde, sind aber tatsächlich das Kunstwerk selbst. Unscheinbare Holztreppchen von Baustellen vor dem Eingang sind ebenfalls Teil der Schau. "Wir wollten hier etwas sehr Ruhiges daneben setzen", erklärte Baumann. Denn der zweite Ausstellungsraum steht auch im Kontrast zum Lärm der Straßenkreuzung beim Karlsplatz, die gänzlich durch die weiten Fenster zu sehen ist.

(S E R V I C E - "Lebt und arbeitet in Wien: Contemporary Art from Vienna" in der Kunsthalle Wien, Museumsplatz 1, 1070 Wien, sowie Treitlstraße 2, 1040 Wien, von 1.5. bis 26.10.2026, www.kunsthallewien.at )

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