Hand geschnitten: Einbrecher zieht in Wiener City Blutspur
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von AgenturenDie Polizei glaubte die Geschichte des Einbrechers nicht
Bild: APA/APA/THEMENBILD/HELMUT FOHRINGER
Bei einem Einbruch in eine Dachgeschoßwohnung in der Wiener Innenstadt hat sich ein 26-Jähriger am Mittwochnachmittag verletzt. Die Blutspur, die er auf der Flucht hinterließ, machte es der Polizei nicht unbedingt schwer, ihm zu folgen und den Mann letztlich festzunehmen, wie Polizeisprecherin Anna Gutt am Donnerstag berichtete. Den Beamten wollte der Verdächtige noch weismachen, dass ihn ein Unbekannter mit einem Messer attackiert habe.
Den letztlich gescheiterten Coup startete der Mann gegen 14.30 Uhr in der Wohnung eines betagten Ehepaares unweit des Fleischmarktes. Vom Dachboden eines Nebengebäudes war er über einen Rauchfangkehrersteig auf die Terrasse der Zielwohnung gelangt und von dort über die offene Terrassentür ins Innere. Auf dem Dachboden hatte er offenbar eine Dachluke mit der Hand eingeschlagen und sich dabei Schnittverletzungen zugezogen.
Wohnungsinhaber überraschte Einbrecher
Schon verletzt durchwühlte er die Wohnung des Ehepaares. Der 90-jährige Wohnungsinhaber überraschte den afghanischen Staatsbürger und rief den Notruf. Der 26-Jährige flüchtete und zog eine Blutspur nach sich. Er hatte noch einen hohen dreistelligen Eurobetrag mitgehen lassen, den das Paar zur Entlohnung seiner Pflegerin bereitgelegt hatte.
Die Polizei und die Rettung wurden wegen einer angeblichen Körperverletzung kurze Zeit später in eine angrenzende Gasse gerufen. Parallel dazu folgten die Beamten, die zum Einbruchsort alarmiert worden waren, der Blutspur. So war schnell klar, dass die Geschichte, die der 26-Jährige der Exekutive aufgetischt hatte, ein "Gschichtl" war: Er gab an, dass ihn ein Unbekannter mit einem Messer attackiert und an der Hand verletzt hatte. Die Polizisten glaubten ihm nicht und durchsuchten seinen Rucksack, während die Rettungskräfte ihn versorgten. Im Rucksack fanden sie den Bargeldbetrag, den er dem Paar gestohlen hatte, mehrere Mobiltelefone und Schmuck.
Das Geld bekam das Paar zurück. Das weitere Diebesgut wurde bisher keiner Straftat zugeordnet. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurde der 26-Jährige in eine Justizanstalt gebracht. Die weiteren Ermittlungen übernahm die Außenstelle Zentrum-Ost des Landeskriminalamtes.
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