Amokfahrt in Modena: Zustand der Verletzten bessert sich
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von AgenturenDie Piazza Grande im Zentrum von Modena
Bild: APA/APA/AFP/FEDERICO SCOPPA
Der Zustand von drei der fünf Schwerverletzten nach einer mutmaßlichen Amokfahrt im Zentrum der norditalienischen Stadt Modena hat sich leicht verbessert. Zwei Frauen befanden sich am Dienstag nach Angaben der behandelnden Krankenhäuser jedoch weiterhin in kritischem, wenn auch stabilem Zustand. Für vier der fünf Patienten besteht weiterhin Lebensgefahr. Ein Auto war am vergangenen Samstag in eine Gruppe von Fußgängern gerast.
Bei den beiden Verletzten, die im Maggiore-Krankenhaus in Bologna behandelt werden - ein Ehepaar aus Modena im Alter von jeweils 55 Jahren -, verbessere sich der Gesundheitszustand langsam, teilten die Ärzte am Dienstag mit. Der Mann sei seit Montagnachmittag schrittweise wieder bei Bewusstsein. Seine Vitalfunktionen hätten stabilisiert werden können, die Prognose bleibe jedoch zurückhaltend. Seine Ehefrau befinde sich weiterhin in kritischem Zustand, zeige aber leichte Fortschritte.
Beinamputierte deutsche Touristin soll in die Heimat zurückkehren
Im Krankenhaus "Baggiovara" in Modena wird unterdessen eine 69 Jahre alte deutsche Touristin behandelt, der infolge der Attacke beide Beine amputiert werden mussten. Die Frau könne wieder eigenständig essen und befinde sich in stabilem Zustand. Das Krankenhaus prüfe inzwischen eine mögliche Rückkehr nach Rheinland-Pfalz, wo die Patientin wohnt.
Eine 53-jährige Polin befinde sich weiterhin in ernstem Zustand, ihr Gesundheitsbild sei jedoch stabil, hieß es weiter. Verbessert habe sich auch der Zustand des 59-jährigen Küchenchefs, der bei der Attacke ein schweres Gesichts- und Schädeltrauma erlitt.
Lenker soll psychiatrisch begutachtet werden
Die Staatsanwaltschaft in Modena hat keine Ermittlungen wegen Terrorismus oder rassistisch motivierter Beweggründe gegen den wegen der Amokfahrt festgenommenen Italiener beantragt, sagte der Anwalt des Beschuldigten nach einer Anhörung vor einem Ermittlungsrichter am Dienstag. Dem 31-jährigen Wirtschaftsabsolventen mit marokkanischen Wurzeln wird schwere Körperverletzung vorgeworfen.
Sein Verteidiger kündigte an, eine psychiatrische Begutachtung zu beantragen. Der Mann leide unter psychischen Problemen und habe sich zum Zeitpunkt der Tat in einem Zustand geistiger Verwirrung befunden, sagte der Verteidiger. Sein Mandant habe ihm erklärt, er sei am Tag der Attacke überzeugt gewesen, sterben zu müssen.
Während der Anhörung im Gefängnis von Modena habe der Mann vor den Ermittlern keine Aussagen gemacht, ihnen jedoch den Zugangscode zu seinem Mobiltelefon mitgeteilt. Der italienische Innenminister Matteo Piantedosi hatte am Montag erklärt, es gebe keine Hinweise auf Verbindungen zu terroristischen Gruppen.
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